Zum fünften Mal in Folge Zwillinge zur Welt gebracht: Und wieder segnete der Pfarrer die Mädchen direkt im Kreißsaal

Anna wurde schon lange vor dem errechneten Geburtstermin in das Städtische Klinikum München eingeliefert: Ihre Schwangerschaft war in den letzten Wochen schwierig geworden, und die Ärzte wollten keinerlei Risiko eingehen zumal sich Anna nicht auf ein Baby, sondern auf gleich zwei einstellen musste. Die Ärzte schlugen einen geplanten Kaiserschnitt vor, doch Anna wünschte sich nichts sehnlicher, als ihre Kinder selbst zur Welt zu bringen. Also entschieden die Ärzte, es natürlich zu versuchen sie könnten Anna im Notfall immer noch schnell in den Operationssaal bringen.

Außerdem hatten Anna und ihr Ehemann einen Partnerschaftsvertrag für die Geburt abgeschlossen, und die Geburtshelfer waren nicht begeistert davon, fremde Personen im OP zu haben. Die Wehen setzten erst spät am Abend ein; ihr Mann Thomas wurde sofort verständigt und traf, kaum zwanzig Minuten später, völlig aufgeregt ein. Wir brachten die beiden auf die Geburtsstation. Da es nicht Annas erste Geburt war, wusste sie genau, was sie zu tun hatte, und verhielt sich mit einer beeindruckenden Ruhe und Entschlossenheit. Um vier Uhr morgens kam das erste Kind zur Welt.

Das kleine Mädchen schrie sofort kräftig, und die Hebamme gratulierte Anna zu ihrer ersten Tochter. Doch anstelle überschwänglicher Freude zeigte der frisch gebackene Vater nur ein gezwungenes Lächeln und wandte sich sogleich sorgenvoll seiner Frau zu. Zehn Minuten später wurde das zweite Mädchen geboren. Anna strahlte überglücklich, während Thomas in Tränen ausbrach und es waren keine Freudentränen. Natürlich waren wir besorgt, doch Anna winkte nur ab und meinte:

Machen Sie sich keine Gedanken um ihn. Geben Sie ihm eine Stunde, dann sieht die Welt wieder anders aus. Das ist jetzt das fünfte Mal: Zwillinge, und wieder Mädchen. Er hatte so sehr auf wenigstens einen Jungen gehofft, aber es sollte wohl nicht sein. Aber er liebt unsere Mädchen, also wird alles gut. Und tatsächlich: Am nächsten Tag, als wir vor dem Fenster der Geburtsstation standen, sahen wir, wie eine Rasselbande entzückender kleiner Mädchen mit ihrem Vater unterm Arm die bunten Luftballons befestigten und riefen: Wir lieben dich, Mama! Da wussten wir, dass in dieser Familie alles genau richtig war. Dennoch tat uns der Vater ein wenig leid.

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Homy
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Zum fünften Mal in Folge Zwillinge zur Welt gebracht: Und wieder segnete der Pfarrer die Mädchen direkt im Kreißsaal
Ein Obdachloser kam am 31. Dezember, um sich aufzuwärmen. Eine Stunde später erfuhr ich, auf wen meine Mutter ihr ganzes Leben lang gewartet hatte.