Mein Mann war seit einem Monat auf einer Geschäftsreise in München. Bald sollte er endlich zurückkommen.
Eines Nachmittags, während er noch unterwegs war, ging in der Küche plötzlich der Wasserhahn kaputt. Franziska kam ganz aufgeregt zu mir und bat mich um Hilfe. Ich hatte von handwerklichen Dingen keine Ahnung und gab ihr stattdessen die Nummer eines Klempners, die ich irgendwo aufgehoben hatte.
Franziska vereinbarte einen Termin, und der Handwerker kam pünktlich vorbei. Sie hatte das Honorar, wie vorher abgesprochen, in Euro bereitgelegt. Nachdem die Arbeit getan war, reichte sie ihm das Geld.
Plötzlich knurrte er: Es fehlen 300 Euro!
Franziska runzelte die Stirn. Wie bitte? Wir hatten doch einen anderen Preis vereinbart! Ich kann Zeugen holen, zum Beispiel meinen Nachbarn!
Der Klempner winkte ab, unverhohlen aggressiv: Ihre Zeugen interessieren mich nicht. Von Ihnen bekomme ich 550 Euro. Wenn Sie das nicht zahlen, mache ich den Wasserhahn wieder kaputt und drehe das Wasser ab!
Franziska wurde blass. Ich habe gar nicht so viel Geld im Haus. Ich kann Ihnen den Rest zahlen, wenn mein Mann zurück ist
Wann kommt der denn?
In fünf Tagen…
Nein, das geht nicht. Sie zahlen jetzt. Ich warte.
Franziskas Stimme zitterte, Ich habe wirklich kein Geld mehr!
Er trat näher. Dann einigen wir uns anders. Sie müssen die Reparatur bezahlen!
Ohne zu zögern fing er an, in ihren Küchenschränken herumzuwühlen.
Franziska funkelte ihn an: Was erlauben Sie sich in meiner Wohnung? Ich ruf jetzt sofort die Polizei!
Er grinste schief: Tun Sie das ruhig. Ich sage dann einfach, Sie wollen mich nicht bezahlen.
Plötzlich wurde er zudringlich, bedrängte Franziska regelrecht. Sie schrie auf. Ich war zum Glück noch in der Wohnung. Als ich ihren Schrei hörte, rannte ich zum Nachbarn, der direkt um die Ecke wohnt. Der Klempner hatte Franziska an die Wand gedrängt und ließ sie nicht weg.
Raus da, lassen Sie sie sofort los!, brüllte ich.
Sie schuldet mir Geld!
Ich stellte mich schützend vor Franziska. Franziska ist ehrlich. Hier nimm deine 250 Euro und verschwinde! Was willst du noch?
Und vergiss nicht: Für das, was du hier veranstaltest, wirst du zur Rechenschaft gezogen. Und falls Franziskas Mann, ehemaliger Boxer, davon erfährt, bist du geliefert!
Ohne ein Wort zog der Klempner ab. Ich entschuldigte mich bei Franziska schließlich hatte ich ihr diese Nummer gegeben. Wir beschlossen, ihrem Mann nichts davon zu erzählen, damit er sich keine Sorgen macht. Jetzt suchen wir einen anständigen Klempner mein eigener Wasserhahn tropft nämlich bereits…




