Acht Jahre lang lebte ich in einer Ehe mit meiner Frau, und die meiste Zeit dachte ich, sie sei ein ganz normaler Mensch. Aber während der Scheidung zeigte sich ihr wahrer Charakter alles, was faul und unschön an ihr war, kam plötzlich ans Licht. Heute ekle ich mich davor, dass ich all die Jahre mit ihr verbracht habe, aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich frei bin.
Kennengelernt hatten wir uns ein Jahr vor der Hochzeit, insgesamt waren wir also neun Jahre zusammen. Natürlich gab es in dieser Zeit Höhen und Tiefen, Streit und Versöhnung, schöne und schlechte Phasen. Ich dachte, unser Leben sei völlig normal so wie bei allen anderen auch. Meine Eltern feiern dieses Jahr ihre goldene Hochzeit, und selbst bei ihnen gab es mal Krach und mal Harmonie am Ende ist alles gut.
Auch wir haben ein Kind, einen Sohn, der jetzt sechs Jahre alt ist. Zum Zeitpunkt unserer Scheidung war er fünfeinhalb. Meine nun Ex-Frau kümmerte sich wenig um unseren Sohn. Sie meinte immer nur, er sei noch zu klein, und versprach mir, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, sobald er älter wäre.
Im Haushalt legte sie kaum Hand an. Wenn es hochkam, spülte sie manchmal das Geschirr oder brachte den Müll raus. Ihre Mutter hatte ihr beigebracht, Hausarbeit sei Frauensache ein Mann habe das nicht zu tun.
Meine Schwiegermutter war ohnehin ein eigenes Kapitel. Gott sei Dank wohnt sie in München und kam nur drei Mal im Jahr zu Besuch. Aber das reichte auch, um Streit ins Haus zu bringen. Immer, wenn wir gerade ein bisschen Ruhe gefunden hatten, tauchte sie mit uralten Ansichten auf und schon gab es wieder Zoff.
Am schlimmsten fand ich jedoch, wie meine Schwiegermutter von Ernährer und Hüterin des Hauses sprach. Meist war ich derjenige, der den Löwenanteil des Einkommens verdiente mein Gehalt war deutlich höher als ihres. So war nie klar, wer eigentlich die Familie ernähren und wer zu Hause alles zusammenhalten sollte.
Im letzten Jahr nach der Pandemie war bei ihr beruflich gar nichts mehr los. Ihre Firma in Frankfurt musste schließen, alle Angestellten wurden entlassen. Sie suchte zwar nach einer neuen Stelle, doch entweder war das Gehalt zu niedrig, der Weg zu weit, sie hatte zu wenig Erfahrung oder der Arbeitgeber war ihr nicht recht. So klickte sie sich durch Stellenanzeigen, während ich in Doppelschicht die Familie stemmte: tagsüber arbeiten, danach unseren Sohn von der Kita abholen, zu Hause weiterarbeiten.
Hausarbeit? Dafür hätte sie keine Zeit, meinte sie, sie müsse ja Bewerbungen schreiben und Vorstellungsgespräche besuchen. Aber komischerweise fand sie keinen Job, den sie angeblich wollte und könnte. Mich unterstützte sie überhaupt nicht. Klar, ich war zunehmend frustriert, wir stritten immer öfter, ich warf ihr Faulheit vor, schlief manchmal einfach bei Freunden. Ich gab ihr eine letzte Chance die sie nicht nutzte.
So fasste ich irgendwann einen Entschluss: Ich hatte genug und forderte sie auf, innerhalb von vier Wochen unsere gemeinsame Wohnung in Stuttgart die ohnehin mir gehörte, da sie meine Eltern vor der Ehe als Geschenk überschrieben hatten zu verlassen. Ich reichte die Scheidung ein. Sie versuchte ein paar Mal, sich wieder einzuschleimen, aber ich war so erschöpft, dass ich weder ihren Worten noch ihren Versprechungen glauben konnte.
Die Scheidung ist durch, doch bis heute legt meine Ex kein ruhiges Verhalten an den Tag und verbreitet mit ihrer Mutter gemeinsam üble Nachrede über mich. In ihrer Familie wurde ich öffentlich bloßgestellt, was mich kaltlässt diese Leute sind mir gleichgültig. Ärgerlicher fand ich, dass sie meine Eltern anrief und ihnen allerhand Geschichten und Lügen auftischte; dabei brauchen sie als Rentner wirklich keinen zusätzlichen Stress.
Obendrein nutzte meine Ex meine Abwesenheit, öffnete mit ihrem Ersatzschlüssel die Wohnung und nahm meinen Laptop, meinen Wintermantel, die Mikrowelle und meinen kleinen Goldschmuck mit. Natürlich gibt es keine Quittungen für das Meiste, also brachte der Gang zur Polizei nichts. Wahrscheinlich hätte ich sofort das Schloss wechseln sollen, aber ich hätte nie gedacht, dass sie so weit geht.
Die letzte Überraschung kam aber vor Gericht, als es um den Unterhalt für unseren Sohn ging. Plötzlich beantragte sie einen Vaterschaftstest, behauptete, der Junge sei womöglich nicht mein Kind. Ich lehnte den Test ab und antwortete nur: Stimmt, ich bin nicht der Vater. Ihr und ihrer Mutter fiel glatt die Kinnlade runter. Vielleicht war das gelogen, aber ihr Gesichtsausdruck war unbezahlbar.
Nach dem Urteil wurde meine Ex als Mutter aus der Geburtsurkunde gestrichen, und ich war endlich vollkommen frei. Ich habe schon oft Geschichten von Leuten gehört, bei denen Ex-Partner alles kontrollieren und den anderen am Umgang mit dem Kind hindern. Doch am Ende habe ich gewonnen meine Ex hat mir quasi ein Geschenk gemacht.
Alle wissen, dass unser Sohn mir wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Aber ich will, dass diese Leute keinen Kontakt zu ihm haben. Jetzt ist das auch rechtlich festgelegt für sie bin ich und der Junge einfach niemand mehr. Das ist allein ihr Verdienst. Ich brauche weder ihre Hilfe noch ihren Unterhalt.
Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückschaue, ist mir eins klar geworden: Man muss auf sein Bauchgefühl hören und darf sich nie selbst aufgeben auch nicht für die Familie. Wer sich immer nur selbst verrät, verliert am Ende alles.





