Die Schwangerschaft verlief hervorragend, doch als ich bei der letzten Untersuchung die Worte meines Arztes hörte, war ich augenblicklich wie gelähmt – plötzlich stand ich vor der schwersten Entscheidung meines Lebens.

Liebes Tagebuch,

Manchmal frage ich mich, wie mein Leben eigentlich geworden ist, seit ich Mutter von zwei Jungen bin. Meine Söhne, Jonas und Emil, bringen wirklich Schwung in unser Haus sie strotzen nur so vor Energie, machen Lärm, toben durch die Wohnung und schaffen es regelmäßig, alles Mögliche umzuwerfen. Und doch: Sie sind wunderbar. Sie können sich gegenseitig wehtun und im nächsten Moment miteinander weinen nur um sich dann lachend in die Arme zu fallen, als wäre nie etwas gewesen. Außenstehende, Nachbarn oder Freunde, die das beobachten, reden meistens nur über das, was sie falsch finden, geben mir ungefragt Ratschläge, wie ich die beiden richtig erziehen sollte. Aber ich glaube, gerade in ihrem Alter brauchen Kinder diesen Freiraum, den sie jetzt zum Spielen und Ausprobieren haben vielleicht lernen sie ja dadurch, später ihre Gefühle besser ausdrücken zu können.

Viele Leute meinen, Jonas sei wohlerzogen, ruhig und aufmerksam, während Emil einfach zu ungestüm und tollpatschig sei einer, der seinem Bruder noch Schwierigkeiten bereiten wird, wenn sie mal erwachsen sind. Ich kann über solche Bemerkungen nur den Kopf schütteln. Ja, vielleicht ist da was Wahres dran, aber die beiden sind nun mal Brüder; sie lieben einander, gehören zusammen und könnten sich gar nicht vorstellen, getrennt zu leben. Sie haben neulich gefragt, ob wir ihnen einen Hund kaufen. Aber ehrlich gesagt, habe ich Angst vor Hunden. Wenn überhaupt, dann würde ich den beiden wohl eher eine Schildkröte schenken sie sind ruhig, bewegen sich langsam und wissen sich im Zweifel selbst zu schützen.

Früher hätten mein Mann und ich nie gedacht, wie sehr sich unser Alltag ändern würde, als unser zweiter Sohn, Emil, auf die Welt kam. Die Zeit nach Emils Geburt war alles andere als einfach. Als wir erfuhren, dass er krank war, war es, als würde jemand das Licht ausknipsen und alles farblos machen zumindest für einen Moment. Bis zu dem Zeitpunkt hatte nichts darauf hingedeutet. Die Vorsorgeuntersuchungen waren immer unauffällig, und alles schien in bester Ordnung zu sein.

Nach der bitteren Diagnose erinnerte ich mich daran, wie ich kurz sogar an einen Schwangerschaftsabbruch gedacht hatte wenn auch nur für einen winzigen, schmerzhaften Moment. Doch ich riss mich zusammen und wusste: Ich wollte mein Kind behalten. Außer meinem Mann hat mich damals niemand unterstützt, nicht einmal meine eigenen Eltern. Doch auch er wusste zeitweise nicht, was richtig oder falsch ist. Ich habe viel eingesteckt, wurde als naiv bezeichnet, zurückgehalten habe ich trotzdem an meiner Entscheidung, habe meine Tränen weggeschluckt und mir gesagt: Kinder sind das Glück des Lebens. Zum Glück hat mein Mann am Ende Kraft geschöpft und gesagt: Sie bringt unser Kind zur Welt, und Punkt. Danach hat sich meine Familie langsam an den Gedanken gewöhnt und unsere Entscheidung akzeptiert.

Als Emil dann geboren wurde, waren wir alle überrascht, wie schnell er gelernt hat; sein großer Bruder Jonas war immer an seiner Seite, hat ihm Spielsachen gereicht, und Emil hat ihnen allen bald Namen gegeben. In dem Moment kam zum ersten Mal wieder Hoffnung auf, und ja, es wurde tatsächlich alles besser.

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Homy
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Die Schwangerschaft verlief hervorragend, doch als ich bei der letzten Untersuchung die Worte meines Arztes hörte, war ich augenblicklich wie gelähmt – plötzlich stand ich vor der schwersten Entscheidung meines Lebens.
Wenn ich nochmal deine Haare auf dem Sofa sehe, lasse ich mich von dir scheiden!