Ohne schlechtes Gewissen: Er schickte seine Mutter ins Seniorenheim, nur um selbst eine Wohnung zu bekommen.

Der Wagen fährt ruhig über die glatte Landstraße, während Hildegard gedankenverloren in den tiefen Wald blickt, der am Rand des Weges wächst. Am Steuer sitzt ihr Sohn, Johannes, und neben ihm seine Ehefrau, Annegret. Die Gedanken kreisen in Hildegards Kopf wie konnte ihr eigener Sohn sie nur in ein Seniorenheim schicken? Wo war ihr Fehler bei seiner Erziehung? Vielleicht hatte sie ihn nicht genug geliebt, doch hatte sie immer ihr Bestes gegeben und versucht, ihm eine glückliche Kindheit zu ermöglichen. Doch Johannes hatte schon immer seinen eigenen Kopf.

An einem Morgen erscheint er mit einer Tasche voller unterschiedlichster Dinge. Hildegard sitzt in der Küche, trinkt Tee und knabbert an Butterkeksen. Johannes betritt selbstsicher den Raum, stellt die Tasche auf den Boden und sagt lächelnd:

So, Mama, bereite dich auf das Seniorenheim vor. Du wirst hinkommen, es wird dir dort viel besser gehen.

Welches Heim, Johannes? Was meinst du?

Ein Altenheim. Ich habe schon für sechs Monate bezahlt, den Rest begleiche ich bald. Dein Zimmer ist großartig ganz für dich alleine, keine Mitbewohner. Und die Ärzte dort sind wirklich wunderbar sie machen Massagen und andere Behandlungen, dein Blutdruck wird immer rechtzeitig gemessen. Es gibt fünf Mahlzeiten am Tag. Alles in allem, Mama, du bist im Paradies auf Erden.

Aber Johannes, ich will nicht in ein Heim gehen. Ich möchte bei euch bleiben, bei meiner Familie sein und in meinem eigenen Haus sterben.

Du übertreibst. Annegret und ich haben alles durchdacht, entschieden und bezahlt. Verhalte dich nicht wie ein Kind zieh dich an, jetzt essen wir etwas.

Das Herz der armen Mutter schmerzt, eine Träne läuft über ihr faltiges Gesicht. Sie erinnert sich daran, wie Johannes als kleiner Junge mit einer blutenden Wunde am Knie in ihren Armen lag und schluchzte: Mama, ich werde dich niemals verlassen. Seine blauen Augen blickten tief in ihre grünen, ihr Herz schlug rasend schnell, weil sie glaubte, ihr Sohn würde ihr später Halt geben. Und genauso war es damals.

Plötzlich hatte sich der Junge mit den sanften Augen und gutem Herzen in einen Johannes verwandelt, der ohne Skrupel die eigene Mutter ins Heim abschiebt.

Während das Auto fährt, tauchen immer wieder Erinnerungen an die erste Begegnung mit Johannes Vater auf. Sie erinnert sich daran, wie sie sich damals direkt verliebt hatten, wie sie gemeinsam ihr Haus und die Kinder planten. Und dann, ihre große Liebe, starb als sie im sechsten Monat schwanger war.

Mein lieber Mann, wer hat mich verlassen? Wer nur? Die Gedanken und die Sehnsucht nach ihrer verlorenen Liebe werden immer lauter in ihrem Kopf, und ihre Kehle schnürt sich zu vor Schmerz und Traurigkeit.

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Homy
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Ohne schlechtes Gewissen: Er schickte seine Mutter ins Seniorenheim, nur um selbst eine Wohnung zu bekommen.
„Die Tochter gab mir ihren Sohn zur Erziehung, um ihre Karriere voranzutreiben: Nach Jahren kehrte sie zurück und behauptet, ich hätte ihr Kind genommen.“