Renata steckt in einer Zwickmühle: Ihre Eltern und ihr Freund drängen sie zur Hochzeit, doch irgendetwas hält sie zurück – sie kann selbst nicht sagen, was es ist.

Liebes Tagebuch,

fünf Jahre bin ich nun schon mit Frank zusammen, und in letzter Zeit scheint es das Einzige zu sein, worüber alle sprechen. Jeder angefangen bei meinen Eltern bis zu meinen Freundinnen aus München meint, dass ich mit meinen 25 Jahren längst verheiratet sein sollte. Vor einem halben Jahr hat Frank mir einen Antrag gemacht, aber obwohl alle um mich herum glauben, es sei der logische nächste Schritt, kann ich mich einfach nicht überwinden, Ja zu sagen. Anfangs war Frank sehr geduldig, jetzt aber spüre ich immer öfter seinen Unmut und seine Frustration.

Tatsächlich ist der eigentliche Grund meine leise, aber ständige Ahnung, dass Frank nicht der Richtige für mich ist. Es läuft ruhig und geordnet zwischen uns, aber ein diffuses Gefühl von Unstimmigkeit lässt mich nicht los. Und dann gibt es noch meinen Kollegen nennen wir ihn Moritz. Seitdem wir immer enger zusammenarbeiten, spüre ich, wie die Verbindung zwischen uns wächst. Doch Moritz ist vergeben, und er macht keinen Hehl daraus, dass er nicht ans Heiraten denkt. Merkwürdigerweise verbindet uns ausgerechnet diese Unentschlossenheit, und ich frage mich immer öfter, ob ich in ihm nicht denjenigen sehe, den ich eigentlich suche.

Der Druck von Franks Seite nimmt stetig zu. Kürzlich stellte er mir ein Ultimatum: Entweder wir heiraten im Herbst oder im Winter. Ich habe letztlich zögerlich dem Winter zugestimmt aber je näher der Tag rückt, desto schwerer wird die Entscheidung. Schließlich habe ich Frank verlassen und bin zurück zu meinen Eltern nach Nürnberg gezogen, um Geborgenheit zu finden und Klarheit zu gewinnen.

Zur selben Zeit hat einer unserer Kollegen seine Freundin geheiratet. Plötzlich war das Interesse an Moritz wie weggewischt. Jetzt stecke ich fest irgendwo zwischen Sehnsucht und Unsicherheit, auf der Suche nach DEM Menschen, der mich vollständig versteht. Ich frage mich, ob ich überhaupt weiß, wie man eine gute Beziehung wertschätzt, oder ob meine Zweifel mir nur sagen, dass Frank einfach nicht mein Partner fürs Leben ist.

Ich will weitersuchen, mit der Hoffnung, irgendwann dieses tiefe Gefühl von Zugehörigkeit zu spüren. Doch manchmal überkommt mich die Angst, dass es vielleicht für mich gar keinen richtigen Menschen gibt.

Was würdest du tun, wenn du an meiner Stelle wärst? Was ist wirklich das Richtige?

Alles Liebe,
HanneloreVielleicht gibt es diesen einen richtigen Menschen gar nicht oder vielleicht ist der richtige Weg für mich gerade, einfach ehrlich zu mir selbst zu bleiben. Und während ich an meinem Fenster sitze, der Regen sachte an die Scheiben trommelt und in Nürnberg die Lichter langsam angehen, beginne ich, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich nicht alles sofort wissen muss.

Ich will lieber mutig allein sein als aus Angst zu zweit. Und wer weiß vielleicht liegt das tiefe Gefühl von Zugehörigkeit gar nicht in einer anderen Person, sondern irgendwo in mir selbst, wenn ich den Mut habe, mir wirklich zuzuhören. Morgen werde ich mit einem offenen Herzen aufstehen. Die Suche geht weiter aber vielleicht kommt das Leben ja um die Ecke, gerade dann, wenn ich endlich aufgehört habe, es so verzweifelt zu suchen.

Bis dahin lege ich meine Zweifel in die Stille der Nacht und glaube für einen Moment daran, dass alles gut werden kann.

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Homy
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Renata steckt in einer Zwickmühle: Ihre Eltern und ihr Freund drängen sie zur Hochzeit, doch irgendetwas hält sie zurück – sie kann selbst nicht sagen, was es ist.
Ich bin die Tochter eines Bauern — und manche Leute denken, das macht mich weniger wert.