Wie man so schön sagt, hat jede Familie ihre eigenen Sorgen, und leider ist es so, dass mein Bruder, obwohl wir im selben Umfeld aufgewachsen sind, sich zu einem Raufbold entwickelt hat und sogar im Gefängnis gelandet ist. Um mich seinem negativen Einfluss zu entziehen, habe ich stets versucht, den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken. Doch dann veränderte sich vieles in meinem Leben, als ich eine wunderbare Frau kennenlernte und mich entschloss, sie zu heiraten.
Als mein Bruder von meiner Verlobten erfuhr, ließ er es sich nicht nehmen, mich unablässig zu necken. Er bestand darauf, sie kennenlernen zu wollen, da sich unsere Wege ohnehin kreuzen würden. Ich zögerte meine zukünftige Frau sollte schließlich kein schlechtes Bild von meiner Familie bekommen. Am Ende konnte ich es aber nicht verhindern und lud meinen Bruder ein, sodass meine Frau ihm erstmals an unserem Hochzeitstag begegnete.
Mein Bruder gab mir zwar sein Wort, sich anständig zu verhalten, doch wie erwartet hielt er sich nicht daran. Es war offensichtlich, dass er mir schon immer etwas nachtrug und gerade meine Hochzeit als Gelegenheit zu seiner Rache wählte. Vor versammelten Gästen beschimpfte er meine Frau schamlos, trotz aller Bemühungen, mich mit ihm auszusöhnen. Als ich die verzweifelten Rufe meiner Frau hörte, eilte ich sofort zu ihr, nur um auf die Feindseligkeit meines Bruders zu stoßen, der mir drohte und betonte, er sei bereit, sogar seinen Bruder wegen einer Frau zu verletzen.
Das schlimme Verhalten meines Bruders verdarb einen Tag, der eigentlich von Glück erfüllt sein sollte. Er weigerte sich strikt, seine Fehler einzusehen, was die Enttäuschung und den Schmerz nur vergrößerte. Nach diesem unseligen Vorfall entschloss ich mich schweren Herzens, Abstand zu halten. Ich meide Familienfeiern, wenn ich weiß, dass er anwesend sein wird, auch wenn mir dies den Unmut anderer Verwandter einbringt. Es ist schwer, einen Dialog zu führen, wenn der andere keinerlei Anzeichen von Einsicht oder Veränderungswillen zeigt. So sehr er auch anruft und seine Reue beteuert ich tue mich schwer zu glauben, dass Menschen sich wirklich ändern.
So denke ich heute noch, Jahre später, oft an diese Ereignisse zurück geprägt von der Erkenntnis, wie tief Familientrübungen reichen können und wie wichtig es manchmal ist, sich selbst zu schützen.





