Wir saßen in der Küche und tranken Kaffee, während der Sohn meiner Freundin Cartoons schaute. Wenige Minuten später gab es einen schrecklichen Krach

Heute habe ich meinen freien Tag genutzt, um zu Hause endlich die ganzen Sachen zu erledigen, die ich schon lange vor mir hergeschoben habe. Gerade war ich dabei, die Wohnung gründlich zu putzen, als plötzlich das Telefon klingelte. Es war Melanie, eine Bekannte von mir und bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, teilte sie mir mit, dass sie in zehn Minuten mit ihrem Sohn Moritz bei mir vorbeikommen würde. Egal wie sehr ich betonte, dass ich gerade mitten im Frühjahrsputz stecke, Melanie ignorierte meine Hinweise einfach.

Kaum waren zehn Minuten vergangen, standen die beiden schon vor meiner Tür. Ich muss ehrlich sagen, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, denn Moritz ist ein ziemlich lebhafter Junge und steckte voller Energie.

Wir saßen in der Küche, tranken Kaffee typisch deutsche Gemütlichkeit während Moritz im Wohnzimmer Zeichentrickfilme schaute. Plötzlich gab es ein ohrenbetäubendes Krachen. Mit einem mulmigen Gefühl ging ich ins Wohnzimmer und sah, wie das Aquarium in tausend Teile zerborsten auf dem Teppich lag. Überall Wasser, die Fische zappelten auf dem Boden, und die Brühe lief in jede Ecke.

Melanie stürzte sofort zu Moritz, um zu sehen, ob er unverletzt war. Ich kümmerte mich nur darum, möglichst schnell alles trocken zu wischen, damit nicht noch die Nachbarn unter mir einen Wasserschaden bekommen. Nachdem ich das Schlimmste beseitigt hatte, meinte Melanie, dass sie jetzt lieber gehen würden.

Kannst du mir beim Tragen des Teppichs zur Reinigung helfen? fragte ich, denn der Teppich war völlig durchtränkt. Nein, Moritz ist ganz aufgewühlt, wir müssen ihn beruhigen, kam ihre Antwort.

Als ich Moritz fragte, was ihn denn überhaupt zum Aquarium getrieben hat, erzählte er mir eine abenteuerliche Story von einem Papierflieger, der angeblich ins Becken geflogen sei, und er wollte ihn retten. Beim Suchen fiel mir auf, dass keine Papierblätter herumlagen stattdessen zeigte er auf den Schrank, wo er einen Papierflieger aus meiner Heiratsurkunde gebastelt hatte.

Melanie kommentierte das nur lapidar: Mach dir einfach eine neue Urkunde. Ist doch kein Drama.

Warum sollte mich das überhaupt aus der Fassung bringen? Ich muss ein neues Aquarium kaufen, eine neue Heiratsurkunde beantragen und vermutlich auch noch Schäden im Nachbarhaus bezahlen. Und dann bekam ich auch noch den Vorwurf, ich hätte solche Sachen nicht so offen herumliegen lassen dürfen.

Nachdem meine Gäste gegangen waren, bin ich erstmal zu meinen Nachbarn, um zu fragen, ob dort alles in Ordnung ist. Danach habe ich alles aufgeräumt, mich ins Bett gelegt und versucht, zur Ruhe zu kommen.

Am Abend bekam ich dann eine Nachricht von Melanie: Sie verlangte Geld von mir angeblich, weil sie mit Moritz beim Psychologen gewesen sei, weil er so erschrocken war. Darauf habe ich einfach nicht mehr geantwortet und ihre Nummer blockiert.

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Homy
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Wir saßen in der Küche und tranken Kaffee, während der Sohn meiner Freundin Cartoons schaute. Wenige Minuten später gab es einen schrecklichen Krach
Oje, Olya, was ist denn mit diesen überflüssigen Kilos von dir? Ist das nicht ein Problem? – Dimas Mutter gab nicht nach. – Meiner Meinung nach habe ich keine überflüssigen, vor allem, weil mein zukünftiger Ehemann sie durchaus zu schätzen weiß. Nicht jede Frau muss rank und schlank wie ein Model sein. – Olya musterte Elena und Dimas Mutter mit spöttischem Blick. Elena wurde vor Empörung knallrot angesichts solcher Frechheit. – Mama! Hast du wieder Abnehmtee gekauft? Oder Chia-Samen? Warum hast du mir so viel Butter in den Brei getan – das macht doch dick! Dima, hast du wieder Hefebrot angeschleppt? Das ist doch ungesund! Morgens muss man drei Gläser Wasser trinken, sonst nimmt man nie ab… Wo ist mein Wasser?! – Solche Sprüche musste Dima schon von klein auf hören. Seine Mutter und seine große Schwester waren ständig mit ihrer Figur beschäftigt. Inzwischen war seine Schwester schon achtunddreißig, immer noch unverheiratet und erinnerte Dima an ein ausgemergeltes, ständig hungriges Pferd. Seine Mutter glich einer strengen, geraden Stricknadel. Das ging Dima so auf die Nerven, dass er sich immer zu lebensfrohen Menschen mit gutem Appetit hingezogen fühlte. Er träumte davon, eine Frau zu finden, die ganz anders war als seine Mutter und Schwester. Und er hat sie gefunden! Sie hieß Olga. Olga… Schon ihr Name klang weich und lecker, wie ein duftendes Stück Kuchen. Nein, Olga war nicht dick. Aber bei einer Körpergröße von 1,73 m wog sie 85 kg. Und all diese Kilos strahlten Gesundheit und Lebensfreude aus: großzügiger Busen, schmale Taille, weibliche Formen und Grübchen auf den vollen Wangen, die man am liebsten knuffen wollte. Das alles begeisterte Dima vom ersten Moment an. Eines Abends brachte er seine Schwester in die Sparkasse. Sie zog eine Nummer, setzte sich auf den Warteplatz – und Dima spazierte wartend durch die Bankhalle. Plötzlich hörte er ein silbriges, glockenhelles Lachen – leise, aber so ansteckend, dass Dima unwillkürlich lächelte. Er wollte die Besitzerin dieses Lachens unbedingt sehen, konnte nicht widerstehen und ging dem Klang nach. Es war die junge Frau am Serviceschalter, die gerade einen älteren Kunden bediente. Der hatte wohl einen Witz gemacht, und sie lachte erneut auf. Dima konnte den Blick nicht von ihr wenden… Ihr Haar fiel in Wellen, ihr Mund war wie gemalt – und sie hatte eindeutig weibliche Kurven, das sah man auf den ersten Blick… Im Auto mit seiner Schwester war Dima zwar körperlich anwesend, aber in Gedanken immer noch bei der hübschen Bankangestellten. – Dima, hörst du mir eigentlich zu? – fragte Elena gereizt. – Aber sicher, Elena, natürlich höre ich zu… – krampfhaft versuchte Dima zu überlegen, worüber sie gerade sprach. – Ich habe meinem Verehrer gesagt, dass ich kein gebratenes Fleisch esse, nur gekochte Putenbrust… – beschwerte sich die Schwester. Dima nickte mitfühlend und schnalzte missbilligend mit der Zunge. Am nächsten Tag fuhr er gegen Abend direkt zur Bank. „Sein“ Schwarm war da, Dima atmete auf. Er wartete den Feierabend ab, holte einen Strauß Rosen aus dem Auto und ging auf sie zu. – Sagen Sie mal, brauchen Sie zufällig einen Mann? Oder sucht Ihre Mutter noch einen Schwiegersohn? – platzte er mit einer eingesessenen Floskel heraus und hielt ihr die Rosen entgegen. Wahrscheinlich war sein Gesichtsausdruck so unbeholfen und witzig, dass sie laut auflachte – aber die Rosen nahm sie doch. – Wahnsinn… wie schön! Und wie die duften! – Sie steckte das Gesicht in die Blumen, während er sie glücklich ansah… Von diesem Tag an waren sie unzertrennlich. Manchmal weiß man einfach: Das ist mein Mensch, ich brauche nichts anderes mehr im Leben. So ging es Dima mit Olga. Einen Monat später machte er ihr einen Antrag und sie sagte überglücklich Ja. Jetzt mussten sie nur noch die Eltern vorstellen. Olgas Eltern empfingen sie mit reich gedecktem Tisch, Lachen und lebhaftem Geplauder. Olgas Mutter, eine große und schöne Frau, drückte Dima beide Wangen und brachte ihn damit total aus dem Konzept. Der Vater klopfte kameradschaftlich auf die Schulter und nahm ihn mit in die Küche. – Rette dich vor den Frauen, sonst machen sie dich ganz fertig. Aber keine Sorge – Natalja, Olgas Mutter, ist friedlich, deswegen liebe ich sie seit dreißig Jahren. Und unsere Olga ist ein Diamant. Pass gut auf sie auf, mein Sohn. – Olgas Vater blickte ihn eindringlich an. Danach saßen sie lange am Tisch, aßen mit Appetit, lachten laut, erzählten lustige Geschichten. Später griff Ivan Dmitrijewitsch, Olgas Vater, zur Gitarre und alle sangen gemeinsam. Dima fühlte sich so richtig wohl und geborgen, als würde er diese Familie schon ewig kennen… Drei Tage später ging es zu Dimas Eltern. Unterwegs hielt Olga in einer Konditorei an und kaufte handgemachte Eclairs für die Damen. Um fünf Uhr klingelten sie an der Tür. Dimas Mutter, Gabriele Anatoliewna, machte auf. – Oh… Hallo, meine Lieben… – Sie sah Olga verblüfft an und erstarrte mit offenem Mund und Hand an der Türklinke… – Mama, ich hab dich auch lieb. Wollen wir vielleicht nicht im Flur stehen, sondern reingehen? – Dima drückte sanft nach, und endlich kamen sie ins Wohnzimmer. – Natürlich, mein Junge, natürlich… Kommt rein… Und Sie sind wohl Olga, ja? – Sie fasste sich und musterte Olga schamlos von Kopf bis Fuß. – Ja, ich bin Olga! Und ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. – Olga streckte ihr die Hand entgegen und trat ein. Dimas Mutter blieb noch einen Moment erstaunt stehen. – Papa, Elena, Mama – das ist Olga, meine Verlobte. Wir haben uns angemeldet – die Hochzeit ist bald! Olga, das ist meine Familie: meine Schwester Elena, Mama Gabriele Anatoliewna und Papa Nikita Sergejewitsch. Die Nachricht schien Dimas Familie völlig zu überrumplen. Schweigend saßen sie am Tisch, es klapperten nur die Bestecke… – Also! Olga! Herzlich willkommen in unserer Familie, wir freuen uns sehr! Habt ihr auch was mitgebracht? Oh, genau richtig! Und Leckereien sind auch dabei, die sind wohl für euch Mädels. – rettete Vater Nikita Sergejewitsch die Stimmung. – Nein, nein, bei uns gibt es abends keine Törtchen. Wirklich, Olga… – Dimas Mutter schob die Schachtel Eclairs förmlich angeekelt von sich weg. – Ihr nicht, aber wir schon! Her damit, wir schauen mal! Ich wette, Olga bringt nur sehr Feines mit, stimmt’s Olga? – lachte der Vater. Alle entspannten sich etwas. Der Tisch war bescheiden, aber nett gedeckt – Schokolade, kleine Snacks, eine Flasche Sekt. Man stieß an, trank, dann herrschte wieder eine stumme Spannung. – Mama, ich habe Olgas Eltern kennengelernt. Wirklich tolle Leute, euch würden sie gefallen. – warf Dima ein, um bloß irgendetwas zu sagen. Olga betrachtete ihr Sektglas. Elena starrte nur Olga an. Vater begann einen Witz – endlich wurde wieder gelacht, und die Atmosphäre lockerte sich. – Olga, machen Sie sich mal keine Sorgen, ich kenne einen fantastischen Spezialisten. Ich stelle Sie gern vor – dann bekommen wir Ihr Problem bestimmt in den Griff. – meinte Dimas Mutter plötzlich. – Problem? Welches Problem soll ich denn haben? – Olga sah ehrlich überrascht aus. – Na, Olga, Ihre überflüssigen Kilos! Ist das denn kein Problem? – Dimas Mutter blieb hartnäckig. – Ich finde nicht, dass ich welche habe. Und meinem zukünftigen Mann gefallen sie auch. Nicht alle müssen schlank wie Streichhölzer sein! – Olga musterte Elena und Dimas Mutter ironisch. Elena wurde knallrot. – Olga, Sie haben mindestens zwanzig Kilo zu viel! Das ist ungesund. Und wenn Sie mal Kinder bekommen, will ich gar nicht wissen, wie Sie dann aussehen… – Nach der Geburt werde ich noch schöner – dann habe ich meinen Mann und mein Kind bei mir. Und Sie, Elena, sind Sie verheiratet? Ich bin sicher, so eine schlanke Frau wie Sie hat bestimmt einen attraktiven Ehemann – und mindestens zwei Kinder… – konterte Olga und biss genüsslich in ihr Törtchen. Elena schluckte empört und wollte noch etwas sagen, holte tief Luft – doch da unterbrach Vater Nikita Sergejewitsch mit einem Toast und füllte die Gläser nach. – Auf die Frauen dieser Familie – so verschieden und doch alle geliebt! Nach etwa zwei Stunden gingen Dima und Olga nach draußen. Sie sahen sich an, seufzten – und fingen plötzlich gleichzeitig an zu lachen. – Tja… Damit hatte ich echt nicht gerechnet – dass meine zukünftige Schwiegermutter mir sagt, ich sei zu rund! – Olga, Liebling, du bist wunderschön und du weißt es! Und Mama und Elena… vergib ihnen. Verwandte kann man sich leider nicht aussuchen. Die Hochzeit war auf den 25. August angesetzt. Freunde und Verwandte kamen ins Standesamt und anschließend ins Restaurant. Die Braut strahlte in ihrem wundervollen Kleid, das ihre weibliche Figur vorteilhaft betonte. Der Bräutigam konnte die Augen nicht von ihr lassen. Olgas Mutter Natalja Jewgeniewna stand ihrer Tochter in Schönheit und Figur in nichts nach. Ihr elegantes Kleid betonte die tollen Kurven. Die Männer kamen gar nicht aus dem Staunen heraus. Sie unterschied sich deutlich von der hageren, kleinen Schwiegermutter im dunklen Etuikleid. Auch Dimas Schwester Elena war wie ihre Mutter – nur etwas jünger. Die Musik begann, das Brautpaar tanzte den Hochzeitstanz – man sah sofort: Für sie beide existierte in diesem Moment niemand sonst auf der Welt. Die Gäste verharrten in stillem Staunen. – Tja… Der Braut täte ein paar Kilo weniger ganz gut. Sie ist schon ziemlich stattlich. Das Kleid macht sie sogar noch breiter… – murmelte Dimas Mutter unzufrieden. Wie sagt man doch – ein Wort ist wie ein Spatz: Ist es erstmal hinaus, holst du es nicht zurück… Wahrscheinlich hätte Gabriele Anatoliewna am liebsten alles ungeschehen gemacht – aber es war zu spät, sie hatte es gesagt. – Übrigens, jede Menge Männer stehen gar nicht auf Knochen. Die bevorzugen richtige, lebendige Frauen. Ihr Sohn übrigens auch. Und Sie, Schwiegermutter, nehmen Sie sich gefälligst mit ihren Worten zurück! Ich bin zwar weich, aber wehe, jemand will meiner Tochter schaden – dann kann ich ziemlich temperamentvoll werden… – schritt Natalja Jewgeniewna energisch vor und trieb Dimas Mutter mit ihrer stolzen Figur wortwörtlich in die Ecke. Einige Augenblicke starrten sich die beiden Frauen an. Dimas Mutter ängstlich, Natalja Jewgeniewna entschlossen. Vater Ivan Dmitrijewitsch schaltete sofort und lenkte die Stimmung wieder um: – Oh! Mädels! Ich sehe, ihr habt euch blendend angefreundet. Aber jetzt entführe ich meine Frau zum Tanzen, Frau Gabriele Anatoliewna! Natalja, mein Schatz, unser Tanz! Das junge Paar hat getanzt – jetzt sind wir Alte dran. Er umarmte stolz seine Frau, und sie wirbelten im Walzer übers Parkett. Die Musik spielte, lauter fröhliche Gesichter – die Hochzeit ging weiter, wie man in den Schlagern sagt, mit Gesang und Tanz. Bleibt zu hoffen, dass das junge Paar glücklich lebt – und reich an Liebe und Glück wird… Denn das ist schließlich das Wichtigste, oder?