Marek kehrte nach Hause zurück. Seine Frau war nirgends zu finden. Kurz darauf entdeckte er seinen Sohn bei der Nachbarin…

Markus kehrte nach Hause zurück. Verwundert stellte er fest, dass nirgends seine Frau zu sehen war. Das Fehlen seiner Frau und ihres einjährigen Sohnes ließ in ihm eine unbehagliche innere Unruhe aufsteigen, als hätte der Flur plötzlich keinen Boden mehr. Von einer merkwürdigen Entschlossenheit gepackt, wanderte er durch wellenförmige Flure zu der Nachbarin, um sie zu fragen, wo seine Frau geblieben sei. Genau in diesem Moment trat dieselbe Nachbarin aus ihrer Wohnung, wie aus einer Nebelwolke auftauchend, und trug dabei Markuses Sohn auf dem Arm.
Es stellte sich heraus, dass Markuses Frau ihren Sohn zu der Nachbarin gebracht und das Haus wegen einer dringenden Angelegenheit verlassen hatte, als hätte sie sich in Luft aufgelöst.
Obwohl Markus bereits einige Erfahrung mit der Betreuung eines Säuglings hatte, kreisten seine Gedanken wirr wie Karussellpferde: Was mochte sie so plötzlich bewegt haben, einfach zu verschwinden? Dennoch verspürte er ein seltsames Gefühl der Dankbarkeit, weil seine Frau ihm Reste vom Vortag im Backofen zurückgelassen hatte.
Die Zeit dehnte sich wie flüssiges Glas eine halbe Stunde, eine Stunde, zwei, fünf und Markuses Unruhe schwoll an wie dunkle Wolken vor einem Sommersturm. Immer wieder griff er zum Handy, versuchte seine Frau zu erreichen, aber sie ließ die Anrufe unbeantwortet, als wären Telefone nur Nebeltrichter ohne Echo. Die Stunden wiegten und dehnten sich, während sein Unbehagen in jede Ecke des Wohnzimmers kroch. Schließlich brachte er seinen Sohn ins Bett, das zu schwimmen schien, und wartete noch immer sehnsüchtig auf seine Frau.
Endlich ein Klingelton, so unwirklich wie der Schrei eines Kuckucks um Mitternacht. Mit pochendem Herzen hob Markus den Hörer ab, überschüttete seine Frau mit Fragen: Wo steckst du? Was hast du heute getan? Warum bist du verschwunden? Doch ihre Antworten wichen ihm aus wie Nebelschwaden. Stattdessen sagte sie, sie habe nicht mehr vor, nach Hause zurückzukommen und habe beschlossen, den Sohn für immer in seiner Obhut zu lassen.
Wie vom Frost getroffen klammerte sich Markus an den Hörer. In seinem Kopf wirbelten die Worte umher wie Herbstlaub im Wind. Unfähig zu begreifen, ob das Gesagte ein Alptraum oder bittere Realität war, stand er da allein in seiner Wohnung voller Schatten mit der drückenden Verantwortung, nun Vater und Mutter zugleich zu sein und seinen Sohn in einer Welt aus Glas, Rauch und Fragen großzuziehen.
Unter dem Flackern der Straßenlaterne draußen wirkte alles wie eine surreale Kulisse; Markus blieb tastend zurück, suchend nach Boden unter den Füßen, während irgendwo entfernt eine Kuckucksuhr schlug.

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Homy
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Marek kehrte nach Hause zurück. Seine Frau war nirgends zu finden. Kurz darauf entdeckte er seinen Sohn bei der Nachbarin…
Ein Mann brach mitten auf der Straße zusammen, und ich war der Einzige, der geholfen hat.