Mein Leben mit meiner Frau war immer einfach und ruhig. Helena war schon immer eher zurückhaltend im Freundeskreis hielt sie sich im Hintergrund, sprach selten von sich aus und hörte aufmerksam zu. Sie ergriff meist erst das Wort, wenn man sie direkt ansprach. Szenen oder Eifersucht waren ihr fremd. Sie war stets aufmerksam mir gegenüber, stellte keine Bedingungen und nahm meine kleinen Geschenke mit ehrlichem Dank an.
Unsere Ehe schien für Außenstehende beinahe makellos zu sein. Zwischen uns gab es keine Geheimnisse, wir lösten alle Probleme gemeinsam. Nach einem langen Tag im Büro wusste ich, dass zu Hause jemand auf mich wartete: ein aufgeräumtes Heim, ein frisch gekochtes Abendessen, eine lächelnde Frau. Was hätte mir mehr fehlen können?
Und doch… manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Trotz des scheinbar perfekten Familienlebens trieb mich eine innere Unruhe um ich sehnte mich nach einem Abenteuer. Obwohl ich alles zu haben schien, fehlte mir im Herzen etwas: das Prickeln in unserer Beziehung. Genauer gesagt, unser Intimleben existierte so gut wie gar nicht. Ich kam damit einfach nicht klar und so ließ ich mich auf eine Affäre ein.
Helena bekam alles heraus und verließ mich.
Ich zog bei meiner neuen Partnerin ein, doch schon bald begriff ich, wie sehr ich mich getäuscht hatte. Die Wohnung war immer unordentlich, von einem warmen Abendessen nach der Arbeit keine Spur und Themen für ein Gespräch fanden wir kaum. Es fühlte sich nie wie ein Zuhause an.
Zu spät versuchte ich, Helena zurückzugewinnen, aber da war sie bereits mit einem anderen Mann zusammen.
Ich werde mir das nie verzeihen. Durch meine eigene Dummheit habe ich die perfekte Frau verloren.




