Vor sechs Monaten hat Johann seine Frau Loretta verlassen, und ich habe mein Bestes getan, um sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Doch in den letzten Wochen wirkt Loretta distanziert und hat kaum noch Kontakt zu mir gesucht. Besorgt um ihr Wohlbefinden entscheide ich mich spontan, sie in München zu besuchen, um nachzusehen, wie es ihr wirklich geht.
Als ich ankomme, empfängt mich Loretta eher widerwillig, mit einem ernsten, fast bedrückten Gesichtsausdruck. Sie ist dabei, in der Küche etwas zu kochen, und ich versuche, die angespannte Stimmung mit einem Kompliment über den köstlichen Duft des Essens aufzulockern. Ihre Antwort ist knapp, dann eilt sie zurück in die Küche und murmelt, dass sie aufpassen muss, weil sonst noch etwas anbrennen könnte.
Während ich im Wohnzimmer sitze, ruft mein Mann Markus an. Er sagt mir, dass er heute wieder länger im Büro bleiben wird das ist in letzter Zeit ohnehin häufig der Fall. Genau ab diesem Zeitpunkt hat Loretta aufgehört, mit mir über ihr Privatleben zu sprechen, obwohl sie mir früher alles anvertraut hat.
Plötzlich, direkt nach meinem Telefonat mit Markus, klingelt Lorettas Handy. Es liegt zufällig neben mir, und auf dem Display sehe ich den Namen meines Mannes. Ganz instinktiv gehe ich ran tatsächlich, es ist Markus. Er spricht Loretta liebevoll an, sagt, dass er sie bald sieht und sich schon sehr auf sie freut.
In diesem Augenblick begreife ich die schmerzhafte Wahrheit: Meine Freundin Loretta hat heimlich ein Verhältnis mit meinem Mann. Überwältigt von Gefühlen verlasse ich wortlos ihre Wohnung. Ich bin tief verletzt, doch gleichzeitig fällt eine unglaubliche Last von mir ab. Endlich muss ich nicht mehr die Anwesenheit eines bequemen Ehemanns ertragen, der nur wenig arbeitet, kaum Geld nach Hause bringt und bei allem auf meine Unterstützung baut.
Später entscheide ich mich, herauszufinden, wie lange Markus es bei Loretta aushält. Überraschenderweise wohnen sie ganze sechs Monate zusammen, bevor Loretta ihn endgültig rauswirft. Markus glaubt wohl, ich würde ihn mit offenen Armen zurücknehmen, doch ich setze ihn konsequent vor die Tür. Inzwischen genieße ich mein neues Leben, frei von der Last dieser toxischen Beziehung und freue mich auf alles, was noch kommt.




