Wie wir beschlossen, getrennte Wege zu gehen (für drei Tage): Warum kleine Auszeiten bei der Schwest…

Wie wir uns (fast) getrennt hätten

Ja, wir haben gemeinsam beschlossen, dass das vielleicht das Beste wäre. Ganz ruhig, vernünftig, wir haben uns beide gut gehalten. Sogar ein paar Witze gemacht. Wir sind ja schließlich gebildete Leute.

Meine Frau hat ihre Sachen gepackt. Und unseren kleinen Hund hat sie natürlich auch gleich mitgenommen.

Ist dann weg für drei Tage zu ihrer jüngeren Schwester.

Die beiden wollten einfach mal zu zweit unter Frauen ein paar Ferientage machen, sich nach Herzenslust entspannen, stundenlang quatschen, Filme schauen, Schokolade im Bett naschen, zusammen über Instagram-Fotos lachen. Und die Kleine mit dem Hund betüddeln.

Und ich? Nichts Besonderes. Bin weder losgezogen, um Bier zu kaufen, noch habe ich die Freunde zum Feiern eingeladen. Wozu das Ganze?

Na gut, ich hab morgens mal die Musik ein bisschen lauter aufgedreht. Und, ach ja, den Herd und den Kühlschrank blitzeblank geputzt das war dann schon mein kompletter Wahnsinn.

Gestern Abend sind meine Frau und der Hund wieder nach Hause gekommen. Na klar, erstmal große Umarmung, Küsschen, schön und gut. Aber ich hab sogar vorgeschlagen, gemeinsam mit dem Hund rauszugehen. Normalerweise macht das immer meine Frau und dann auch nur eine kleine Runde. Diesmal haben wir den Hund ein bisschen wärmer angezogen und sind einmal um unser Mietshaus in München spaziert. Seite an Seite, haben geredet, geredet. Der Hund hat unterwegs seinen kleinen Winterschuh verloren gemerkt haben wir das gar nicht.

Sonst schauen wir abends meist einen Film oder lesen etwas. Aber gestern nichts von alledem. Einfach früh ins Bett gegangen.

Wisst ihr, ich bin fest überzeugt: Kleine Pausen voneinander tun einer Ehe richtig gut. Eigentlich sind solche Kurztrennungen mindestens einmal im halben Jahr notwendig. Ganz ohne Streit und Dramen à la Ich fahr jetzt zu Mama!. Nein, ich meine gesunde Auszeiten. Sich absprechen, der eine fährt mal drei Tage zu seiner Schwester, zum Kumpel zum Grillen, nach Bad Tölz es gibt so viele Möglichkeiten.

Eine kleine Auszeit voneinander das ist wichtig und tut total gut. Sogar, wenn alles bestens läuft. Denn ein bisschen Spannung braucht jede Beziehung. Glück in der Partnerschaft ist super, aber manchmal muss die Handlung einfach einen neuen Dreh bekommen das machts spannend.

Und für einen Mann finde ich es wirklich wichtig, ab und zu ganz allein zu sein. Ohne auszurasten, ohne morgens gleich Bier, sondern einfach nur allein. Vielleicht trifft das für Frauen auch zu, da bin ich aber kein Profi. Aber ich glaube, Frauen sind meist kommunikativer und brauchen den Austausch. Na gut, mein Fachgebiet ist das nicht.

Für uns Männer ist so eine kurze Einsamkeit fast wie eine Grundbedürfnis. Warum fahren die Ehemänner denn sonst zum Angeln an die Donau? Etwa der Fische wegen? Von wegen. Es geht darum, ein, zwei Tage für sich zu sein, aufs Wasser zu schauen, den Vögeln zu lauschen. Quasi Meditation.

Aber das Beste ist dann doch: das Wiedersehen. Das, meine Freunde, ist echte Freude, Zärtlichkeit, Leidenschaft. Dafür macht man es. Hallo, meine Liebe!

Und dann so früh wie möglich gemeinsam ins Bett gehen. So schnell es eben geht.

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Homy
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