Mein Bruder und seine Familie wollten auf meine Kosten in der Hauptstadt übernachten. Doch ich habe ihnen rechtzeitig klar gemacht, dass das nicht passieren wird!

Mein Bruder ist sechs Jahre älter als ich. Vor drei Jahren hat er geheiratet und beschlossen, mit seiner Frau in ihre Wohnung in München zu ziehen, statt bei unseren Eltern zu bleiben. Angesichts der hohen Mieten in der Stadt war das für sie die einzig machbare Lösung. Ich dagegen war zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Jahre verheiratet und hatte zwei Kinder: einen Sohn, der sechs ist, und eine Tochter, die vier Jahre alt ist. Meine Frau stammt aus Berlin, deshalb sind wir dort hingezogen. Wir beide haben gearbeitet, sodass wir uns wenn auch über einen Kredit eine kleine Wohnung leisten konnten.
Vor Kurzem erhielt ich eine Nachricht von meinen Eltern. Sie kündigten an, dass mein Bruder samt Familie eine Woche zu Besuch nach Berlin kommen würde. Natürlich erwarteten sie, dass ich sie in meiner Wohnung aufnehme und beherberge. Natürlich freute ich mich darauf, meinen Bruder nach so langer Zeit wiederzusehen, doch in Wahrheit war es schlicht unmöglich, ihn und seine Familie unterzubringen. Wir sind zu viert in einer Ein-Zimmer-Wohnung!
Als wir uns schließlich am Berliner Hauptbahnhof trafen, verbrachten wir einen Tag damit, die Stadt zu erkunden. Doch wieder versuchten meine Eltern, mich davon zu überzeugen, dass ich meinen Bruder, seine Frau und ihren Sohn aufnehmen solle, schließlich seien Unterkünfte in Berlin extrem teuer. Aber ich konnte beim besten Willen nicht nachgeben. Als wir abends gemeinsam beim Abendessen saßen, schlug ich schließlich vor, sie in ein Hotel zu bringen. Sofort reagierte mein Bruder ablehnend und bestand darauf, bei uns zu übernachten.
Ich rang um Lösungen, machte Vorschläge: vielleicht ein gutes Hotel, vielleicht eine Jugendherberge oder bei Bekannten für eine Woche unterkommen? Doch alle Alternativen lehnten sie kategorisch ab. Es war offensichtlich: Sie wollten unbedingt auf meine Kosten in der Hauptstadt wohnen schlafen und essen gratis, versteht sich Aber ich bin überzeugt, dass ich durchaus das Recht habe, Nein zu sagen schließlich sollte das Wohl meiner eigenen Familie an erster Stelle stehen. Meine Frau und die Kinder brauchen Stabilität und Platz. Und ganz nebenbei ich schulde niemandem eine Unterkunft.

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Homy
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Mein Bruder und seine Familie wollten auf meine Kosten in der Hauptstadt übernachten. Doch ich habe ihnen rechtzeitig klar gemacht, dass das nicht passieren wird!
Papas Wünsche werden immer skurriler – Ich habe das Gefühl, er will seinen Geburtstag gar nicht mehr im Kreis der Familie feiern Jedes Jahr schwindet meine Lust auf Geburtstagsfeiern ein wenig mehr. Irgendwann merkt man, dass man nicht wirklich erwachsen wird, sondern einfach nur älter, und dass die ganze Party mitsamt Gästen eigentlich unnötige Ausgaben sind. Je älter ich werde, desto weniger Lust habe ich auf Geselligkeit – an meinem Geburtstag reicht mir mittlerweile ein Anruf von meinen Eltern mit guten Wünschen, ein Blumenstrauß von meinem Mann und selbstgemalte Karten von meinen Töchtern. Bei meinem Vater läuft das Ganze genau entgegengesetzt. Er ist jetzt siebenundsechzig, wird bald achtundsechzig und hat keine Lust mehr, seinen Geburtstag traditionell im Familienkreis zu verbringen, wie er es zwanzig Jahre lang getan hat. Viel lieber will er sich mit Freunden aus der Nachbarschaft auf ein Bier treffen und über alte Zeiten oder Geschäfte reden. Uns Kinder und Enkelkinder will er lieber nicht dabei haben. Als sich sein Verhalten zu ändern begann, äußerte er stattdessen materielle Wünsche oder wünschte sich Geld – was wir meistens erfüllen konnten, aber meine Cousine, die finanziell weniger gut dasteht, brachte das in unangenehme Situationen, denn die Geschenke, die mein Vater verlangte, waren für sie oft einfach nicht machbar. Selbst wenn einige Gäste absagen, legt mein Vater immer noch Wert darauf, dass wir die Enkel zu Hause lassen – entweder mit Babysitter oder sogar allein, weil er meint, er sei zu alt, hätte Kopfschmerzen und könne den Trubel nicht ertragen. Dass er seine Enkel eh selten sieht, scheint ihn überhaupt nicht zu stören. Diese Abneigung meines Vaters gegenüber Kindern schmerzt besonders meinen Mann. Er möchte deswegen am liebsten gar nicht mehr hingehen, und ich sehe mittlerweile auch keinen Sinn darin, jemanden zum Kaffeekranz zu engagieren. Vielleicht ist es verrückt zu denken, aber was, wenn mein Vater gar nicht alle um sich haben will und sich deshalb irgendwelche Wünsche einfallen lässt? Wenn keine Gäste erscheinen, geht er vielleicht mit seinen Freunden los, lässt Mama allein zurück – und letztlich sind wir es, die ihm seinen Ehrentag beschweren.