Der jüngste Sohn — Lesch, willst du nicht auf diese Tour verzichten? Mein Herz schlägt so unruhig… Bitte, frag einen Kollegen, ob er dich vertreten kann, — flüsterte Olga und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen. — Diese Fahrt bringt gutes Geld. Und das brauchen wir jetzt, Olja. Wir wissen beide: Jeder Euro zählt gerade wie Gold, — antwortete Alexej, nahm seine Frau in den Arm und küsste sie auf die Stirn, danach ihre beiden lebhaften Töchter, die Zwillinge Dana und Corinna. Olga nickte schweigend. Ihr Herz blutete, aber ihr Verstand wusste: Ihr Haushaltsbudget war am Anschlag. Tränen wegwischend, sah sie ihm nach und umarmte ihn dabei: — Komm schnell zurück… Wir warten auf dich. Die Haustür fiel hinter Alexej ins Schloss. Olga ballte die Fäuste, bereitete den Mädchen das Frühstück und ging mit ihnen spazieren. Der Tag verlief überraschend friedlich. Keine Launen, kein Geschrei — als spürten auch die Kinder, dass etwas in der Luft lag. Am Abend um zehn telefonierten sie wie immer. Olga erzählte, wie sehr die Mädchen ihn vermissten, wie sie mühsam ihre Aufträge nähte. Alexej lachte durchs Telefon und versprach: „Morgen bin ich daheim, Kätzchen.“ Doch er kam nie wieder nach Hause. Auf dem Rückweg krachte sein Laster in einen LKW, der aus der Gegenrichtung ausschwenkte. Alles ging viel zu schnell. Alexej starb noch an der Unfallstelle. In derselben Nacht klingelte das Telefon. Wie in Trance nahm Olga ab — und ihre Welt zerbrach. Sie schleppte sich zu Nachbarin Tante Nina und bat sie, auf die Mädchen aufzupassen. Dann sank sie gleich auf der Türschwelle zusammen. Die Ärzte konnten sie gerade so retten — Not-OP, komplizierter Kaiserschnitt. Der Junge, der zur Welt kam, war schwach, zu früh geboren. Es fehlte ihm die Kraft des Vaters, der Mutter der Halt eines Mannes. Olga nannte ihn Alexej, wie ihren verstorbenen Ehemann. Noch im Krankenhaus rechnete sie zusammen, was vom Geld übrig war. Es reichte für zwei Monate. Dann… würde man sehen. Das Leben wurde zu einem Überlebenskampf. Nachbarin Tante Nina half, wo sie konnte. Familie gab es keine in der Nähe. Olga begann wieder zu nähen — erst für Nachbarn, dann kamen durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer mehr Kundinnen. Die Mädchen gingen zur Schule, der kleine Alexej in den Kindergarten. Sie waren Olgas Hoffnung, ihre Anker. Doch… Sie liebte die Mädchen mehr. Und den Jungen… nein, sie hasste ihn nicht — aber sie konnte ihn nicht ohne Schmerz ansehen. Er ähnelte immer mehr dem verlorenen Ehemann. Jedes Mal, wenn sie ihn sah, spürte sie, dass sie es nicht geschafft hatte, ihn zu halten, aufzuhalten… Der Junge war ruhig, gutherzig, hilfsbereit. Er las, half mit, beschwerte sich nie. Für die Mädchen kaufte sie neue Kleidung, nähte Puppenkleider. Alexej bekam reparierte Sachen. — Armer Junge… Halbwaise mit lebender Mutter, — seufzte Tante Nina, wenn sie sah, wie er abwusch oder die Spielsachen seiner Schwestern einsammelte. Die Zeit verging. Die Mädchen wurden erwachsen, heirateten, gingen eigene Wege. Nur Alexej blieb bei seiner Mutter. Er schloss die Berufsschule ab und wurde Ingenieur in der Süßwarenfabrik der Heimatstadt, Berlin. Olga begann das Augenlicht zu verlieren — schlaflose Nächte, aufreibende Nerven, Jahre der Einsamkeit zeigten Wirkung. Alexej sorgte so gut es ging für sie. Kochen, putzen, Spaziergänge im Park an der Hand. Sie flüsterte immer öfter: — Vergib mir, Sohn… Ich habe deine Liebe nicht verdient. Leb dein Leben, du bist noch jung… Er lächelte nur: — Kommt schon, Mama. Ich finde auch noch eine Frau und habe Kinder. Du wirst dich noch an deinen Enkeln erfreuen. Und eines Tages kam er — mit Lisa, schlicht und schüchtern. — Mama, Lisa zieht bei uns ein. Sie hat niemanden mehr. Sie ist Waise, — sagte Alexej leise. Drei Monate später feierten sie Hochzeit. Die Schwestern kamen, die Enkel, die Schwiegersöhne — die ganze Familie vereint. Olga war glücklich, doch ihr Lächeln wurde immer schmerzhafter. Familienspiele… Die Diagnose lautete unheilbar — Krebs. Sie wusste, ihre Zeit lief ab. Aber das Schicksal schenkte ihr noch eine Freude — sie erlebte ihren ersten Enkel. Sie ging in Frieden, mit einem Lächeln auf den Lippen, und schloss für immer die Augen, während die Hand ihres geliebtesten Sohnes die ihre sanft hielt.

Lars, willst du diese Fahrt nicht lieber absagen? Mein Herz ist so unruhig Bitte, frag doch jemand anders, ob er einspringen kann, flüsterte Johanna und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen.
Diese Tour bringt gutes Geld. Und das brauchen wir gerade, Hanni. Wir wissen beide, dass im Moment jeder Euro zählt, antwortete Lars, nahm seine Frau fest in den Arm und küsste sie sacht auf die Stirn, dann auch die beiden lebhaften Zwillingsmädchen, Lene und Frida.
Johanna nickte schweigend. Ihr Herz blutete, doch der Verstand sagte ihr, dass ihr Mann recht hatte: Sie lebten schon am Limit. Sie wischte sich die Tränen ab, sah ihm nach und flüsterte, als sie ihn zum Abschied umarmte: Komm schnell wieder Wir warten auf dich.
Die Tür fiel ins Schloss hinter Lars. Johanna ballte die Fäuste, gab den Mädchen zu essen und ging mit ihnen spazieren. Der Tag verging überraschend ruhig. Kein Gezanke, kein Theater als ob auch die Kinder eine Vorahnung hätten.
Abends um zehn telefonierten sie wie immer. Johanna erzählte, wie sehr die Mädchen ihren Papa vermissen, wie sie langsam ihre Aufträge abarbeitet. Lars lachte durchs Telefon und versprach: Morgen bin ich zuhause, kleine Katze.
Doch er kam nie wieder heim.
Auf dem Rückweg stieß sein LKW mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Alles geschah viel zu schnell, keine Chance auszuweichen. Lars starb an Ort und Stelle.
Noch in der selben Nacht klingelte das Telefon. Johanna, wie in Trance, hob ab und ihre Welt brach in sich zusammen.
Sie schleppte sich zur Nachbarin, Tante Brigitte, und bat sie, auf die Mädchen aufzupassen. Dann sackte sie selbst auf der Türschwelle zusammen. Die Ärzte retteten sie gerade noch ein Notkaiserschnitt, eine schwere Operation.
Der Junge war schwach und zu früh. Ihm fehlte die Kraft des Vaters, und Johanna fehlte eine starke Schulter.
Johanna nannte ihn Lars, nach seinem Vater. Als sie aus dem Krankenhaus kam, zählte sie die restlichen Euros. Es reichte noch für zwei Monate. Und dann würde man sehen.
Das Leben wurde ein täglicher Kampf ums Überleben. Die Nachbarin, Tante Brigitte, half, wo sie nur konnte. Verwandte hatten sie keine in der Nähe. Johanna fing wieder an zu nähen erst für Nachbarn, dann kamen durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer mehr Kundinnen.
Die Mädchen gingen zur Schule, der kleine Lars in den Kindergarten. Sie waren Johannas Halt, ihr Anker. Aber
Sie liebte ihre Mädchen mehr. Den Jungen nein, sie hasste ihn nicht doch sie konnte ihn nicht ohne Schmerz ansehen. Er ähnelte immer mehr dem verlorenen Ehemann. Und jedes Mal, wenn sie ihn sah, fühlte sie, dass sie es nicht geschafft hatte, ihn zu halten, ihn zu retten
Der Junge war ruhig, freundlich, hilfsbereit. Er las, half mit, beschwerte sich nie.
Den Mädchen kaufte sie neue Sachen, nähte ihnen Puppenkleider. Für Lars besserte sie altes Zeug aus.
Armer Junge Halbwaise mit lebender Mutter, seufzte Tante Brigitte, als er das Geschirr spülte oder die Spielsachen der Schwestern aufräumte.
Die Zeit verging. Die Mädchen wurden groß, heirateten, zogen fort. Übrig blieben Lars und seine Mutter.
Er machte seinen Abschluss an der Berufsschule und nahm eine Stelle als Techniker in der großen Schokoladenfabrik seiner Heimatstadt Stuttgart an. Johanna begann zu erblinden die schlaflosen Nächte, die Nerven, die Jahre der Einsamkeit zeigten ihre Wirkung.
Lars kümmerte sich, so gut er konnte, um sie. Kochen, waschen, Spazierengehen an ihrer Seite. Immer öfter flüsterte sie: Vergib mir, mein Sohn Ich habe deine Liebe nicht verdient. Geh, lebe dein Leben, du bist noch jung
Er lächelte nur: Es wird schon, Mama. Ich werde eine Frau finden, Kinder bekommen. Du hast noch Zeit, Enkel zu erleben.
Und dann, eines Tages, war es so weit. Lisa, schüchtern und herzlich.
Mama, Lisa zieht bei uns ein. Sie hat niemanden. Sie ist Waise, sagte Lars leise.
Drei Monate später wurde eine kleine Hochzeit gefeiert. Die Mädchen kamen, die Enkel, die Schwiegersöhne die ganze Familie war versammelt. Johanna war glücklich und lächelte, auch wenn der Schmerz oft durchschien.
Die Diagnose war niederschmetternd Krebs. Sie wusste, es blieb ihr nicht mehr viel Zeit.
Aber das Schicksal schenkte ihr noch ein letztes Glück sie erlebte ihr erstes Enkelkind.
Sie ging still und friedlich, mit einem Lächeln auf den Lippen, ihre Hand umschloss sanft die ihres Sohnes, der ihr am meisten ans Herz gewachsen war.

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Homy
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Der jüngste Sohn — Lesch, willst du nicht auf diese Tour verzichten? Mein Herz schlägt so unruhig… Bitte, frag einen Kollegen, ob er dich vertreten kann, — flüsterte Olga und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen. — Diese Fahrt bringt gutes Geld. Und das brauchen wir jetzt, Olja. Wir wissen beide: Jeder Euro zählt gerade wie Gold, — antwortete Alexej, nahm seine Frau in den Arm und küsste sie auf die Stirn, danach ihre beiden lebhaften Töchter, die Zwillinge Dana und Corinna. Olga nickte schweigend. Ihr Herz blutete, aber ihr Verstand wusste: Ihr Haushaltsbudget war am Anschlag. Tränen wegwischend, sah sie ihm nach und umarmte ihn dabei: — Komm schnell zurück… Wir warten auf dich. Die Haustür fiel hinter Alexej ins Schloss. Olga ballte die Fäuste, bereitete den Mädchen das Frühstück und ging mit ihnen spazieren. Der Tag verlief überraschend friedlich. Keine Launen, kein Geschrei — als spürten auch die Kinder, dass etwas in der Luft lag. Am Abend um zehn telefonierten sie wie immer. Olga erzählte, wie sehr die Mädchen ihn vermissten, wie sie mühsam ihre Aufträge nähte. Alexej lachte durchs Telefon und versprach: „Morgen bin ich daheim, Kätzchen.“ Doch er kam nie wieder nach Hause. Auf dem Rückweg krachte sein Laster in einen LKW, der aus der Gegenrichtung ausschwenkte. Alles ging viel zu schnell. Alexej starb noch an der Unfallstelle. In derselben Nacht klingelte das Telefon. Wie in Trance nahm Olga ab — und ihre Welt zerbrach. Sie schleppte sich zu Nachbarin Tante Nina und bat sie, auf die Mädchen aufzupassen. Dann sank sie gleich auf der Türschwelle zusammen. Die Ärzte konnten sie gerade so retten — Not-OP, komplizierter Kaiserschnitt. Der Junge, der zur Welt kam, war schwach, zu früh geboren. Es fehlte ihm die Kraft des Vaters, der Mutter der Halt eines Mannes. Olga nannte ihn Alexej, wie ihren verstorbenen Ehemann. Noch im Krankenhaus rechnete sie zusammen, was vom Geld übrig war. Es reichte für zwei Monate. Dann… würde man sehen. Das Leben wurde zu einem Überlebenskampf. Nachbarin Tante Nina half, wo sie konnte. Familie gab es keine in der Nähe. Olga begann wieder zu nähen — erst für Nachbarn, dann kamen durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer mehr Kundinnen. Die Mädchen gingen zur Schule, der kleine Alexej in den Kindergarten. Sie waren Olgas Hoffnung, ihre Anker. Doch… Sie liebte die Mädchen mehr. Und den Jungen… nein, sie hasste ihn nicht — aber sie konnte ihn nicht ohne Schmerz ansehen. Er ähnelte immer mehr dem verlorenen Ehemann. Jedes Mal, wenn sie ihn sah, spürte sie, dass sie es nicht geschafft hatte, ihn zu halten, aufzuhalten… Der Junge war ruhig, gutherzig, hilfsbereit. Er las, half mit, beschwerte sich nie. Für die Mädchen kaufte sie neue Kleidung, nähte Puppenkleider. Alexej bekam reparierte Sachen. — Armer Junge… Halbwaise mit lebender Mutter, — seufzte Tante Nina, wenn sie sah, wie er abwusch oder die Spielsachen seiner Schwestern einsammelte. Die Zeit verging. Die Mädchen wurden erwachsen, heirateten, gingen eigene Wege. Nur Alexej blieb bei seiner Mutter. Er schloss die Berufsschule ab und wurde Ingenieur in der Süßwarenfabrik der Heimatstadt, Berlin. Olga begann das Augenlicht zu verlieren — schlaflose Nächte, aufreibende Nerven, Jahre der Einsamkeit zeigten Wirkung. Alexej sorgte so gut es ging für sie. Kochen, putzen, Spaziergänge im Park an der Hand. Sie flüsterte immer öfter: — Vergib mir, Sohn… Ich habe deine Liebe nicht verdient. Leb dein Leben, du bist noch jung… Er lächelte nur: — Kommt schon, Mama. Ich finde auch noch eine Frau und habe Kinder. Du wirst dich noch an deinen Enkeln erfreuen. Und eines Tages kam er — mit Lisa, schlicht und schüchtern. — Mama, Lisa zieht bei uns ein. Sie hat niemanden mehr. Sie ist Waise, — sagte Alexej leise. Drei Monate später feierten sie Hochzeit. Die Schwestern kamen, die Enkel, die Schwiegersöhne — die ganze Familie vereint. Olga war glücklich, doch ihr Lächeln wurde immer schmerzhafter. Familienspiele… Die Diagnose lautete unheilbar — Krebs. Sie wusste, ihre Zeit lief ab. Aber das Schicksal schenkte ihr noch eine Freude — sie erlebte ihren ersten Enkel. Sie ging in Frieden, mit einem Lächeln auf den Lippen, und schloss für immer die Augen, während die Hand ihres geliebtesten Sohnes die ihre sanft hielt.
Die Braut demütigte seine Mutter direkt auf der Hochzeit… und bereute es sofort!