Ich sagte „Nein“ zu den obligatorischen Samstagsbesuchen bei meiner Schwiegermutter und riskierte damit fast meine Ehe – bereue es aber nicht.

Ich habe Nein zu den Samstagsbesuchen bei meiner Schwiegermutter gesagt und das hätte beinahe meine Ehe zerstört aber ich bereue es nicht.

Seit unserer Hochzeit sah jeder Samstag gleich aus. Ich stand früh auf, wir fuhren zu meiner Schwiegermutter nach München und verbrachten den ganzen Tag mit Putzen, Kochen und Bedienen. Anfangs half ich, weil sie gesundheitlich angeschlagen war. Doch inzwischen geht es ihr besser. Aber die Samstage blieben ihre.

Lange habe ich versucht, das durchzuhalten. Ich habe mir eingeredet, dass es so sein muss, dass das normal ist und irgendwann schon vorbei geht. Aber es hörte nicht auf. Mein Mann und ich hatten kaum Zeit füreinander. Es gab weder Erholung noch Privatleben nur Pflichten.

Eines Abends fragte sie mich am Telefon:
Wann kommst du morgen?

Und zum ersten Mal sagte ich:
Ich komme morgen nicht.

Es folgte Schweigen. Dann Vorwürfe. Dann Gespräche mit meinem Mann, in denen er mir erklärte, seine Mutter brauche Aufmerksamkeit und was kostet dich schon ein Samstag.

Es kostete mich sehr viel.

Am Samstag fuhr er allein zu ihr. Ich blieb zu Hause in Berlin. Das Telefon klingelte mehrmals Andeutungen, Vorwürfe, Beleidigungen. Ich habe es ausgeschaltet.

Abends kam mein Mann wütend zurück. Er sagte, seine Mutter habe geweint, ich sei herzlos und undankbar. Ich würde ihn gegen sie aufhetzen.

Da habe ich klargestellt:
Ich lehne nicht ab zu helfen. Aber ich lehne ab, jeden Samstag nach dem Rhythmus eines anderen zu leben.

Es war ein schwieriges Gespräch. Wir stellten uns sogar die Frage, ob wir überhaupt eine Familie oder nur eine Verlängerung ihres Lebens sind.

Es hat gedauert. Es gab Spannungen, Beleidigungen, Schweigen. Aber wir begannen, Grenzen zu setzen. Besuche sind jetzt abgesprochen, keine Pflicht mehr. Hilfe wird geleistet, wenn es wirklich nötig ist nicht nur aus Gewohnheit.

Meine Schwiegermutter hat sich nicht vollkommen geändert. Aber sie hat verstanden: Ich muss mich nicht aufgeben, um eine gute Schwiegertochter zu sein.

Und unsere Ehe hat gerade deshalb überlebt, weil ich aufgehört habe zu schweigen.

Manchmal ist ein Nein der einzige Weg, sich selbst und die eigene Familie zu retten.

Hättet ihr den Mut, Nein zu sagen, wenn ihr wisst, dass es einen Konflikt auslöst?

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Homy
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Ich sagte „Nein“ zu den obligatorischen Samstagsbesuchen bei meiner Schwiegermutter und riskierte damit fast meine Ehe – bereue es aber nicht.
„Ein Engel mit einem Geheimnis“