In schweren Zeiten heiratete ich eine Frau mit drei Kindern – wir waren ganz auf uns allein gestellt

In den harten Zeiten der Wirtschaftskrise heiratete ich eine Frau mit drei Kindern, die allein zurechtkommen mussten, ohne jegliche Hilfe.

Mein Gott, Andreas, du willst ernsthaft eine Verkäuferin mit drei Kindern heiraten? Hast du den Verstand verloren? Vincent, mein Mitbewohner in der engen Pension, klopfte mir grinsend auf die Schulter.
Was ist daran falsch? Ich blickte kaum von der Uhr auf, an der ich mit einem Schraubenzieher herumfummelte, warf ihm aber einen Seitenblick zu.

Damals Anfang der 80er tickte unsere verschlafene Kleinstadt in der Provinz in ihrem eigenen Rhythmus. Für mich, einen Dreißigjährigen ohne Familie, war das Leben ein eintöniger Kreislauf zwischen Fabrik und schmalem Bett im WG-Zimmer. Nach der Ausbildung hatte ich mich damit abgefunden: Arbeit, gelegentlich Schach, Fernsehen und ab und zu ein Bier mit Kumpeln.

Manchmal sah ich aus dem Fenster, wie Kinder im Hof spielten, und dann überkam mich dieser alte Traum von einer Familie. Doch ich schob ihn schnell beiseite. Was für eine Familie konnte man schon in einer schäbigen Pension haben?

Doch alles änderte sich an einem verregneten Oktobertag. Ich ging wie immer in den Tante-Emma-Laden, um Brot zu kaufen. Doch diesmal stand *sie* hinter der Theke Sabine. Vorher war sie mir nie aufgefallen, doch jetzt blieb mein Blick an ihr hängen. Müde, aber warm, mit einem stillen Funken in den Augen.

Weiß- oder Vollkornbrot? fragte sie, mit einem Hauch von Lächeln.
Weißbrot, murmelte ich wie ein Schuljunge, der beim Starren ertappt wird.

Frisch aus der Bäckerei, sagte sie, wickelte es gekonnt ein und reichte es mir.
Als sich unsere Finger berührten, spürte ich einen Funken. Ich fummelte nach Kleingeld, während ich verstohlene Blicke warf. Schlicht, in ihrer Schürze, vielleicht Anfang dreißig. Abgekämpft, aber mit einem Licht in sich.

Ein paar Tage später sah ich sie an der Bushaltestelle, wie sie mit Tüten kämpfte, während drei Kinder um sie herumwuselten. Der Älteste, ein Junge von etwa vierzehn, hielt eine schwere Tasche fest umklammert; ein Mädchen hielt die Hand des Jüngsten.

Lass mich helfen, sagte ich und nahm eine Tasche.

Nein, danke begann sie, doch ich hatte die Tüten schon in den Bus geladen.
Mama, wer ist das? platzte der Kleine heraus.
Still, Finn, zischte seine Schwester.

Während der Fahrt erfuhr ich, dass sie in einer heruntergekommenen Nachkriegswohnung in der Nähe der Fabrik lebten. Der Junge hieß Lukas, das Mädchen Lena, der Kleine Finn. Sabines Mann war vor Jahren gestorben, und sie schleppte die Familie seitdem allein durchs Leben.

Wir kommen klar, sagte sie mit einem müden Lächeln.

In dieser Nacht fand ich keinen Schlaf. Ihre Augen, Finns Stimme etwas längst Vergrabenes regte sich in mir, wie ein Versprechen, das nur darauf wartete, erfüllt zu werden.

Von da an wurde ich Stammkunde im Laden. Mal Milch, mal Kekse, manchmal blieb ich einfach stehen. Die Kollegen in der Fabrik bemerkten es.

Andreas, drei Besuche am Tag? Das sind keine Einkäufe, das ist Liebe, gr

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Homy
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