25 Jahre ist es her, seit mein Mann nach dem Ausland ging… Aus Stress und Sorgen wurde ich krank und bekam Krebs – Mein Leben als treue Ehefrau zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Selbstaufgabe: Eine Geschichte über deutsche Alltagsrealität, Pflichten, Familie und die Erkenntnis, dass man sich selbst nicht verlieren darf

25 Jahre ist es her, dass mein Mann ins Ausland ging Aus Angst und Überforderung wurde ich schwer krank

Guten Tag. Lange habe ich überlegt, ob ich meine Geschichte aufschreiben soll. Vielleicht liest sie jemand und denkt nach Vielleicht erkennt sich jemand darin oder vermeidet die Fehler, die ich gemacht habe.

Ich möchte anonym bleiben, aber ich sehne mich nach einem Rat. Einfach einmal einen Blick von außen.

Ich habe aus Liebe geheiratet
Ich war jung, als ich ihn kennenlernte. Gerade 18 war ich, er 22. Es war eine große, reine Liebe, voller Zuversicht. Wir waren überzeugt, gemeinsam alles schaffen zu können. Solange wir zusammenhielten, war uns nichts zu schwer.

Ein Jahr nach der Hochzeit bekamen wir einen Sohn. Damals war ich glücklich aber das sollte nicht lange anhalten. Das Leben wurde schwieriger. Das Geld reichte kaum, mein Kindergeld war gering, und sein Gehalt deckte gerade die laufenden Kosten. Wir lebten bescheiden, wie viele deutsche Familien, aber mein Mann fand, das genüge nicht.

Ich gehe ins Ausland, in der Schweiz verdienen sie besser. Dann können wir endlich gut leben, sagte er eines Tages.

Ich flehte ihn an zu bleiben. Sagte, wir schaffen das hier auch. Dass andere es auch schwer haben und trotzdem zusammenhalten. Doch er hörte mir nicht zu.

So blieben mein Sohn und ich allein zurück.

Jahr um Jahr verging.

Ich wartete auf seine Rückkehr, doch er wollte nicht. Er versprach, dass es bald besser wird, das Geld reiche dann für alles.

Ich bettelte, überredete ihn zu bleiben. Hier hatte ich mittlerweile eine Arbeit, verdiente selbst, die Eltern halfen mit unserem Sohn. Wir hätten leben können wie andere auch doch er wollte nicht zurück.

Wir blieben zu zweit, obwohl ich mir eine größere Familie gewünscht hatte. Einen zweiten Sohn oder eine Tochter. Doch er sagte:

Wir haben nicht genug Geld. Wir kommen ja kaum mit einem Kind aus.

Aber selbst für den einen war er selten da. Er kam mal für eine Woche, manchmal für zwei. Dann war er wieder weg.

Ich musste unseren Sohn allein großziehen, allein zum Elternabend, ihn nachts versorgen, wenn er krank war. Ich habe meinem Mann nie erzählt, wenn unser Junge Fieber hatte ich wollte ihn nicht beunruhigen und er fragte nie danach.

Zurück kam er trotzdem nicht
Hätte er Unsummen verdient, hätten wir in Wohlstand gelebt, vielleicht hätte ich gesagt: Es war den Preis wert. Doch davon war keine Rede. Das Geld reichte gerade für ein normales Leben.

Es gab wie überall Kredite für das neue Dach, das Auto, die Waschmaschine. Alles wie bei anderen Familien.

Oft versuchte ich, ihm klarzumachen: Geld ist nicht alles. Unser Sohn braucht seinen Vater. Ich bin am Ende meiner Kräfte Doch er hörte mich nicht.

Er lebte dort, wir lebten hier.

Die Zeit verging.

25 Jahre.

Dann kehrte er zurück.

Aber nicht mit Ersparnissen, sondern mit Schulden.

Ich tilgte einen Teil seiner Schulden, indem ich das Haus meiner Oma verkaufte. Er dankte mir, versicherte seine Liebe, schwor, jetzt endlich bei uns zu bleiben.

Doch um welchen Preis?

Zu spät

Eigentlich hätte es jetzt Frieden gegeben. Mein Mann zu Hause, kein Alkohol, keine Seitensprünge Eigentlich müsste ich glücklich sein.

Aber ich merkte plötzlich, dass mir die Luft zum Atmen fehlte.

Um den Frieden zu wahren, musste ich mich selbst aufgeben.

Ich traf keine Freunde mehr er mochte sie nicht. Sagte, er habe auch keine, dann brauche ich ebenfalls keine. Er verbot es nicht, aber sein Blick genügte, damit ich jegliche Lust verlor, jemanden zu besuchen.

Ich hörte auf, schöne Sachen zu tragen. Er mochte keine bunten Kleider, kein Make-up, keine hohen Schuhe. Sagte, das passe nicht zu einer Frau in unserem Alter.

Ich lachte nicht mehr, erzählte keine lustigen Geschichten, träumte von nichts.

Ich lebte. Arbeitete. Putze. Kochte. Schlief.

Ein- bis zweimal im Jahr fuhren wir weg natürlich nur zu zweit. Keine Freunde, keine Gesellschaft. Denn er mochte niemanden.

Und ich hielt aus. Das alles.

Doch mein Körper machte nicht mehr mit
Dieses Leben ständige Routine, Anspannung, Einsamkeit hat mich gebrochen.

Ich wurde krank.

Die Diagnose war beängstigend. Krebs.

Meine Welt brach in sich zusammen.

Wie lange ich noch habe, weiß ich nicht.

Aber eines weiß ich sicher: Könnte ich die Jahre zurückdrehen, ich würde nie wieder so leben.

Nie hätte ich zugelassen, zu einem Schatten zu werden.

Niemals würde ich einem Mann gestatten, über mein Leben zu bestimmen.

Ich hätte mich nie selbst aufgegeben, nur für eine Illusion von Familie.

Doch nun ist es zu spät.

Mein Sohn ist erwachsen, hat sein eigenes Leben. Meine Eltern sind alt, ich kümmere mich um sie so gut ich kann.

Und mein Mann Er sagt, er liebe mich. Er werde an meiner Seite bleiben.

Aber das schenkt mir keinen Trost mehr.

Ich habe mein Leben nicht gelebt, wie ich es wollte.

Ich war eine treue Ehefrau. Geduldig. Nachgiebig. Ich habe gewartet. Geliebt.

Und er Er tat, was er wollte.

Wäre es möglich, zurückzugehen

Ich würde mich für mich selbst entscheiden.

Nun kann ich nur eines sagen: Lebt nicht, wie ich gelebt habe.

Stellt euch nicht ganz hinten an.

Verliert euch nicht selbst für eine Beziehung, die euch nicht glücklich macht.

Das Leben ist zu kurz, um immer zu warten.

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Homy
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