Finde mich, Mama! – Die bewegende Lebensgeschichte von Katja, die als Säugling vor einer städtischen Klinik in eine alte Babydecke gehüllt gefunden wurde, ihr ganzes Leben im Kinderheim auf ihre Mutter wartete, liebevolle Träume von ihr hatte, trotz angebotener Adoptiveltern nie aufgab und nach Jahren durch einen offenen Brief in einer regionalen Zeitung schließlich endlich ihrer leiblichen Mutter Alexandra gegenüberstand – eine rührende Erzählung über Sehnsucht, Vergebung und das Glück einer späten Wiedervereinigung zwischen Mutter und Tochter im Herzen Deutschlands

Finde mich, Mutter!

Im Kinderheim erzählte man Klara, wie sie gefunden worden war. In eine weiche Babydecke gehüllt, lag sie eines Morgens auf den Stufen des Städtischen Krankenhauses in München.

Sie war erst ein paar Tage alt, blitzsauber und gepflegt, obwohl ihre Windeln schon alt und abgetragen waren.

In der Decke fand sich ein Zettel, die Buchstaben unsicher und zittrig:

Vergib mir, mein Kind!

Klara bekam immer Tränen in die Augen, wenn sie davon hörte. Eines Tages bat sie, den Zettel sehen zu dürfen, der in ihrer Akte aufbewahrt wurde.

Sie war so gerührt, dass sie an dem Papier rochvielleicht duftete es ja noch nach ihrer Mutter.

Nachdem das Neugeborene gefunden worden war, nahm Klaras Schicksal den Weg, den viele Findelkinder gingen: vom Säuglingsheim über das Kinderheim bis schließlich zur Schule für Waisenkinder.

In Klara schmerzte jede schöne Geschichte, wenn ein anderes Mädchen eine Familie fandund besonders, wenn es tatsächlich die eigene Mutter war.

Oft weinte sie nachts still ins Kissen. Sie war nicht die Einzige, doch es galt als unangebracht, seine Gefühle zu zeigen, also trugen sie alle ihre Sorgen mit sich herum.

Wenn Klara im unruhigen Schlaf versank, sah sie immer dieselbe Frau, die sie sanft über das Haar streichelte und flüsterte:

Meine Tochter, mein eigen Blut!

Der Traum war so lebendig, dass sie danach wie auf Flügeln schwebte und fest davon überzeugt war, dass ihre Mutter sie nicht vergessen hatte und sie sich eines Tages wiedersehen würden.

Frau Gerda Schneider, eine ältere Erzieherin, hatte viel Mitgefühl für Klara. Eines Abends schlug sie vor:

Weißt du, Klärchen, lass uns doch an die Zeitung schreiben. Vielleicht liest deine Mutter den Brief und findet dich!

Klaras Augen leuchteten auf; sie warf sich Frau Schneider dankbar um den Hals. Gemeinsam verfassten sie den Brief, und am nächsten Morgen, auf dem Heimweg, brachte die Erzieherin ihn zur Redaktion.

Der Brief erschien mit Klaras Foto auf der Titelseite, überschrieben mit:

Finde mich, Mutter!

Nach der Veröffentlichung kamen Besucher ins Heimmanche mit Geschenken, andere wollten Klara adoptieren.

Doch Klara lehnte immer ab. Sie wartete auf ihre Mutter!

Die Mutter, sie hieß Ingrid Baumann, lebte auf dem Land, irgendwo in Bayern. Sie hatte keine Familie, keine engen Freundinnenauf dem Dorf war nie viel Zeit für sowas, zu viel Arbeit lastete auf ihren Schultern.

Ihr kleines Häuschen war bescheiden, aber ordentlich und gemütlich. Niemand ahnte, wie viele schlaflose Nächte Ingrid schon geweint hatte, weil ihre eigene Mutter sie einst gedrängt hatte, das Baby auf der Krankenhausstufe auszusetzen.

Du schaffst das nicht, sagte sie damals, ich bin alt und krank, und dein Vater trinkt. Bringst du das Kind ins Haus, wirft er uns beide raus. Vielleicht findet das Mädchen ja eine gute Familie, die sie liebt.

Ingrid, damals noch Inga gerufen, sträubte sich lange. Aber sie sah keinen Auswegsie studierte an einer Fachschule, lebte von einer kleinen Stipendiumszahlung und kam selbst kaum über die Runden.

Der Vater war schon vor Monaten verschwunden, wollte keine Verantwortung, und Inga hatte sich nie getraut, zu seiner Familie zu gehenseine Mutter hatte sie abgelehnt.

Im Wohnheim durfte sie mit Baby nicht bleiben. Zwei Kommilitoninnen, die zusammen eine Wohnung gemietet hatten, holten sie gemeinsam aus der Klinik ab, und ein paar Tage blieb Inga mit dem Kind bei ihnen.

Dann aber tauchte die Vermieterin auf (Nachbarn hatten sich wohl über Babygeschrei beschwert), und befahl Inga, zu gehen. Sie wollte auch die beiden Mieterinnen hinauswerfen, ließ sich aber noch einmal umstimmen.

In ihrer Verzweiflung schrieb die junge Mutter auf einer Parkbank den Zettel, wickelte ihre Tochter in die Decke, legte sie auf die Stufen der Klinik und rannte unter Tränen davon.

Hinter einem Zaun blieb sie stehen und sah, wie eine Frau näherkam. Erst, als diese das Baby entdeckte, zwang Ingrid sich, fortzugehen, ohne zurückzublicken.

Ingrid glaubte immer, ihre Tochter eines Tages zurückholen zu könnendas Studium abschließen, Arbeit finden, ihr Kind suchen.

Daran, dass jemand ihr Mädchen vielleicht adoptieren könnte, dachte sie seltsamerweise nicht. Auch sie träumte immer wieder von ihrem Kind, streichelte sie im Traum übers Haar und flüsterte jedes Mal die gleichen Worte:

Meine Tochter, mein eigen Blut!

Die Zeit verging, und doch fand Ingrid keinen Weg, ihr Kind zu suchen. Erst lief die Arbeit schief, dann musste sie nach ihrer Verpflichtungszeit so weit wie möglich wegziehen, in ein kleines Dorf, weit von der Stadt, wohin sie geschickt worden war.

Zu dieser Zeit lebten die Eltern schon nicht mehr: die Mutter war an einer Krankheit gestorben, und der Vater an einem Brandselbstgelegt, betrunken.

Letztendlich konnte sie für wenig Geld ein kleines Bauernhäuschen kaufen und fand als Briefträgerin Arbeit.

Eines Morgens, als sie die Post sortierte, fiel ihr die Landeszeitung aus der Hand. Die Zeitung schlug auf, und ihr Blick fiel auf die Überschrift:

Finde mich, Mutter!

Vom Foto blickte ihr das Mädchen entgegenIngrid hätte sie unter Tausenden erkannt, so ähnlich sah sie ihr.

Alles verschwamm vor ihren Augen, und sie musste sich an die Wand lehnen. Eine Kollegin eilte herbei:

Frau Baumann, geht es Ihnen nicht gut?

An arbeiten war an diesem Tag nicht zu denken. Die Leitung des Postamts ermöglichte ihr ein paar Tage frei, und Ingrid packte ihre Sachen und fuhr in die Stadt, zur Schule, in die das Mädchen ging.

Der Linienbus war schon weg, doch ein Autofahrer nahm sie mit, als er hörte, wohin und warum sie fuhr.

Ihre Knie zitterten, als sie das Tor zum Heim durchquerte. Einige Gesichter tauchten an den Fenstern auf, Kinder beäugten die fremde Frau.

Klara war nicht dabei. Die Direktorin rief sie etwas später ins Büro. Klara trat einund erkannte sofort die Frau aus ihren Träumen.

Mama!

Mein Kind! stürzten sie aufeinander zu

Immer wieder bat Ingrid Klara um Vergebung, doch als sie die ganze Geschichte gehört hatte, entgegnete das Mädchen:

Mama, ich mache dir keinen Vorwurf. Du hattest keine Wahl.

Jahre sind seither vergangen. Klara wurde erwachsen, heiratete, hat heute selbst eine Familie, einen guten Ehemann, einen Sohn. All die Zeit war ihre Mutter an ihrer Seite, für die Klara das Licht im Fenster war.

Beim Aufziehen des Enkels holte Frau Baumann alles nach, was sie einst verloren hatte. Damals mochte Schuld, Schwäche oder Dummheit eine Rolle gespielt habenam Ende zählte das nicht mehr.

Sie wunderte sich immer wieder über die Dankbarkeit ihrer Tochter gegenüber dem Schicksal, auch für die schweren Prüfungen, und dass sie für ihr Glück den Preis bereitwillig gezahlt hatte.

Sie beide hatten ihren Preis bezahlt. Was blieb ihnen? Genauglücklich zu sein!

Klara, eine erwachsene Frau heute, erinnert sich an alles wie gestern. Und auch nach Jahren macht sie ihrer Mutter keine Vorwürfe, die nun nicht mehr lebt. Sie war daund blieb lange an ihrer Seite. Das ist für sie das Wichtigste.

Gebt ein Herz und schreibt eure Gedanken dazu!

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Homy
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Finde mich, Mama! – Die bewegende Lebensgeschichte von Katja, die als Säugling vor einer städtischen Klinik in eine alte Babydecke gehüllt gefunden wurde, ihr ganzes Leben im Kinderheim auf ihre Mutter wartete, liebevolle Träume von ihr hatte, trotz angebotener Adoptiveltern nie aufgab und nach Jahren durch einen offenen Brief in einer regionalen Zeitung schließlich endlich ihrer leiblichen Mutter Alexandra gegenüberstand – eine rührende Erzählung über Sehnsucht, Vergebung und das Glück einer späten Wiedervereinigung zwischen Mutter und Tochter im Herzen Deutschlands
Er betrog mich mit einer Kollegin – Ich traf sie beim Firmen-Weihnachtsessen.