Der ungeliebte Enkel.

**Tagebucheintrag: Der ungeliebte Enkel**

Oma mochte Valerian nicht, sie wollte ihn nicht anerkennen. Der gehört nicht zu uns, sagte Anna-Luise im Dorfladen zu den anderen Frauen. Aber Leni, wie kann er nicht deiner sein? Sieh doch nur, er ist wie ein Ebenbild deines Walter! Ich kann einfach nicht, seufzte Anna-Luise. Im Kopf weiß ich, dass er Walters Sohn ist, aber mein Herz spürt es nicht. Die Enkel von meiner Tochter, ja, die sind mir nah. Aber von meinem Sohn ich kann ihn nicht annehmen. Und er wohnt ja auch nicht bei uns. Zwar rennt er herum, plappert Oma, Oma aber nein, ich kann nicht! Wenn ich ihn ansehe, denk ich nur: reine Sponheimer Art, nicht mein Fleisch und Blut.

Stimmt schon, warf eine andere Frau ein. Meine Mutter, Gott hab sie selig, hat meine Tochter immer abgeküsst und verwöhnt, aber die Kinder meines Bruders naja, Enkel sind eben Enkel. Mein Bruder hat sich oft beschwert, aber sie sagte nur: Sei nicht böse, mein Junge, bei der Tochter weiß ich, es ist meins, aber bei dir entschuldige.

Bei mir genauso!
Und bei uns auch
Ach, Frauen, ich bin nicht besser. Die Enkel von meiner Tochter ein kleiner Engel! Augen, Nase, Grübchen in den Wangen. Mein Mann und ich können uns nicht sattsehen. Aber von der Schwiegertochter Ich weiß, es ist meines Sohnes Kind, aber ich kann nicht. Nicht nur, dass er ihr ähnelt, er ist auch immer rotznass und dreckig. Wenn ich ihr sage, sie soll besser auf ihn achten, faucht sie nur, sie hätte keine Zeit. Ihr Sohn will ein sauberes Haus und warmes Essen. Wann soll ich mich noch um den Bengel kümmern?

Ich frag sie dann: Und die anderen? Die anderen gehen auch arbeiten! Früher sind wir um vier Uhr morgens zum Melken raus. Hab den Teig fürs Brot geknetet, den Ofen angeheizt, alles vorbereitet, damit es morgens nur noch rein musste und dann ab zur Arbeit. Einmal hab ich meine Tochter geweckt, aber das Kind war noch halb im Schlaf. Hab ihr gesagt, der Opa soll helfen der war schon schwach, aber ein Brot in den Ofen schieben sollte er schaffen. Irgendwie spürte ich, dass was schiefgeht, bat Nachbarin Hilde, nach mir zu schauen, und rannte heim.

Da lag mein Mädchen, schlief selig, der Teig quoll über den Tisch, fast auf den Boden, die Haare klebten im Gesicht Papa, was machst du denn?, fragte ich. Was soll ich machen?, brummte er. Warum passt du nicht aufs Brot auf? Wieso? Läuft doch nicht weg. Dann drehte er sich um und stapfte im Unterhemd davon. Auch so ein Sonderling

Das Gespräch glitt von Söhnen und Töchtern zu anderen Themen. Anna-Luise ging leise nach Hause, getröstet, dass sie nicht allein war mit ihrem Gefühl viele Frauen mochten die Enkel von der Schwiegertochter nicht.

Doch Valerian hing an seiner Oma. Er dachte, wenn er ihr nah wäre, wäre er auch seinem Vater näher. Der war vor Jahren in den Norden gezogen, als Valerian noch klein war. Neue Gebiete erschließen, hieß es. Seitdem kein Wort. Valerian schrieb ihm Briefe, die er Oma Anna-Luise gab.

Mama schimpfte, nur die alte Hexe wisse, wo sein herumstreunender Vater steckte. Aber Valerian wusste: Mama liebte ihn. Sie war nur sauer, weil er sie nicht mitgenommen hatte. Wie hätte er das auch machen sollen? Was wäre dann mit Valerian gewesen?

Manchmal brüllte Mama, er und sein Vater hätten ihr Leben ruiniert. Hätte sie doch nur Onkel Karl, den Spengler, geheiratet, dann hätte sie jetzt ein Dutzend Kinder und lebte wie die Made im Speck.

Valerian probierte es aus legte Käse in Butter und rollte ihn mit seinem Spielzeug-Laster, den Oma Anna-Luise ihm zum Geburtstag geschenkt hatte. Mama kreischte, wollte ihn wegwerfen. Aber Valerian klammerte sich daran. Irgendwie war es, als hätte der Vater ihn geschickt. Der Laster war teuer bestimmt hatte Papa Oma Geld dafür gegeben. Doch Mama to

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Homy
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Der ungeliebte Enkel.
Oma hat nicht mehr lange, Zeit ihr Haus zu verkaufen…