– Ich mache es kurz: Ich bin die Geliebte Ihres Mannes! Wir haben uns all die Jahre heimlich getroffen. Ja! Schauen Sie nicht so entsetzt und kippen Sie nicht um… Julia bereitete das Abendessen vor, ihr Mann Alex sollte in einer Stunde heimkommen. Die zehnjährige Tochter Karina war beim Tanzunterricht. In einer halben Stunde würde sie hereinplatzen, die Tasche in die Ecke werfen und sich an den Tisch setzen, gespannt aufs Abendessen. Dabei würde sie von Freundinnen, Erfolgen und der Lehrerin erzählen… Julia lächelte. Sie lauschte ihrer Tochter immer gern. Es klingelte an der Tür. Für Alex war es zu früh; und einen Schlüssel hatte er ohnehin. Also wohl Karina, die mal wieder den Schlüssel vergessen hatte. Doch als Julia öffnete, stand eine junge, fremde Frau vor ihr. – Ich mache es kurz: Ich bin die Geliebte Ihres Mannes. Wir sehen uns schon seit Jahren heimlich. Ja! Keine großen Augen machen, bitte nicht umfallen. – Wie viele Jahre sind das? – Drei Jahre. Es war für mich immer angenehm – alleine leben und einen Mann, der ab und zu kommt. – Keine Ausgaben, keine Verpflichtungen – weder finanziell noch im Haushalt. Ja! Ich habe nicht gewaschen, nicht gekocht, nicht sauber gemacht. Daran will ich auch nichts ändern. – Ich wäre nicht zu Ihnen gekommen, aber ich bin schwanger. Ein Zufall, aber jetzt ist es zu spät. Julia erinnerte sich, wie schwer es war, Mutter zu werden. Bei ihr war alles in Ordnung, doch Alex hatte Probleme und es klappte nur durch eine künstliche Befruchtung. Der erste Versuch scheiterte, aber beim zweiten Mal kam der ersehnte Erfolg – Karina wurde geboren. Und nun das… – Was meinen Sie damit, Sie wollen nichts ändern? Sie haben einen Mann, der „immer mal kommt“ – und jetzt soll er der Vater, „der kommt“, sein? – Nein, nicht ganz. Ich werde einen Mann und ein Kind haben, die immer mal kommen. – Interessant. Wie stellen Sie sich das vor? Der Vater erzieht das Kind und kommt zu Ihnen, damit das Kind seine Mutter sieht? – Ja. Das Kind war nicht geplant, es war ein Unfall. – Alex hat immer gesagt, er könne keine Kinder bekommen? – Offenbar kann er es doch! Ich will sehen, unter welchen Bedingungen mein Kind aufwächst. Ganz logisch. – Deine Tochter und Alex kümmert sich, auch wenn er nicht der leibliche Vater ist. Nun wird es sein Kind sein – und die Erziehung bleibt an dir hängen. – Wissen Sie was? Sie sind ohnehin nicht eingeladen. Ihren Namen kenne ich nicht. Ihr “Mann” wohnt hier ab jetzt nicht mehr. Sie können seine Sachen holen. Der Rest interessiert mich nicht! Julia wollte die Tür schließen, als sie ihre Tochter sah, die gerade heimgekommen war. – Mama, was war das eben? Ein Kind? Und warum ist Papa nicht mein richtiger Vater? – Hast du das alles gehört? Dann wird es Zeit, dass ich dir alles erkläre. – Mama, ich bin kein kleines Kind mehr, fast elf. Ich werde es verstehen. Julia erzählte alles. – Du bist meine Tochter, aber Papa liebt dich. Er ist auf dem Papier dein Vater. Wir haben so sehr auf dich gewartet. – Und jetzt wartet er auf ein neues Kind, aber du wirst nicht dessen Mutter sein. Ich werde nicht die Schwester. Richtig? – Nun ja… du hast recht. Und noch etwas… du bist alt genug – ich will nicht mehr mit Papa zusammenleben. – Ich werde dir helfen, Mama. Keine Sorge. Ich bin schon groß, er kann ruhig gehen. Ich habe euch beide lieb, aber diese Frau… die da kam… Er kann zu ihr gehen. Alex kam nach Plan nach Hause. – Was ist denn los? Keiner begrüßt mich, keiner umarmt mich? Normalerweise empfing ihn Karina immer, doch heute war es still, sie blieb in ihrem Zimmer. – Julia, wo ist Karina? Hat sie sich beim Tanzen verspätet, ist sie krank? – Deine Geliebte war da. Sie ist schwanger. Von dir! Willst du mir erklären, was sie hier gesucht hat? – Julia, bitte versteh mich. Es ist mein Kind, ich kann es nicht verleugnen. – Weißt du, was sie vorhat? – Ja, sie wollte es gar nicht, aber… Wir haben Karina, jetzt gibt es noch ein Kind. Es wird mein Kind sein, es wird bei mir leben. – Bist du sicher? Dein Kind? Erinnerst du dich an deine Diagnose? – Es gibt Ausnahmen! – Wunderbar. Du gehst jetzt zu deiner “Ausnahme”. Sofort, deine Sachen kannst du später holen! – Nein, Julia! So geht das nicht! Dort wartet niemand auf mich… Oder doch, aber anders. – Hier wartet auch niemand mehr. Du bist hier nicht mehr willkommen. Geh! – Und Karina? Ich bin doch ihr Vater, wenn auch nicht der richtige. Was wäre schlecht daran, wenn mein Kind mit uns lebt? Mein eigenes Kind – ganz gerecht. – Über Fairness hat mir die andere Mutter schon erzählt. Finde erst mal raus, ob es wirklich deins ist. Und dann – verabschiede dich. Julia ließ sich von Alex scheiden. Er musste gehen, die Wohnung gehörte Julias Eltern. Sie hatten ein Haus gebaut, aber die Wohnung nie überschrieben – das spielte aber ohnehin keine Rolle. Alex blieb ohne Bleibe. Als „Mann, der nur ab und zu kommt“, passte er der Geliebten besser – ihr Lebensstil sollte so bleiben. Um das Kind sollte sie sich auch nicht kümmern. Mutter wollte sie werden, aber um das Kind kümmern? Nur spielen, Spaß haben, das reichte ihr. Keine schlaflosen Nächte, keine Windeln, kein Kranksein… Das wollte sie nicht. Nach der Geburt verlangte sie Unterhalt, verlor aber vor Gericht. Ob sie das Kind ordentlich erzieht, weiß niemand. Alex’ Diagnose blieb, eine leibliche Verbindung wurde nie bestätigt. Auf dem Papier hat er nur eine Tochter – Karina. Doch die will keinen Kontakt. Alex zahlt Unterhalt, versucht seine Familie zurückzugewinnen – aber Julia will ihn nie wiedersehen. So einfach ist es eben doch nicht, es sich auf zwei Hochzeiten mit einem Hintern gemütlich zu machen… Was haltet ihr von dieser Geschichte? Schreibt eure Meinung in die Kommentare und gebt ein Like!

Ich will nicht lange drumherum reden. Ich bin die Geliebte Ihres Mannes! All die Jahre habe ich mich mit ihm getroffen. Ja! Machen Sie keine großen Augen und fallen Sie nicht in Ohnmacht
Annika bereitete das Abendessen vor, ihr Mann Matthias sollte in einer Stunde nach Hause kommen. Die zehnjährige Tochter Ingeborg war beim Ballettunterricht.
Sie würde in einer halben Stunde nach Hause kommen, die Tasche ablegen und sich an den Tisch setzen, um hungrig auf das Abendessen zu warten. Währenddessen würde sie von ihren Freundinnen, ihren Erfolgen und ihrer Lehrerin erzählen Annika lächelte verträumt. Es war immer ein Vergnügen, ihrer Tochter zuzuhören.
Da klingelte es an der Tür. Für Matthias war es eigentlich zu früh, und einen Schlüssel hatte er sowieso. Also hatte Ingeborg bestimmt wieder ihren Schlüssel vergessen. Annika öffnete die Tür, aber statt ihrer Tochter stand eine junge Frau vor ihr.
Ich rede um den heißen Brei nicht herum. Ich bin die Geliebte Ihres Mannes. Wir treffen uns schon seit Jahren. Ja! Schauen Sie nicht so entsetzt und kippen Sie nicht um.
Jahre heißt, wie viele genau?
Drei Jahre. Für mich war alles gut so. Es ist viel ruhiger, alleine zu leben und einen Mann zu haben, der ab und zu kommt.
Keine Verpflichtungen, weder finanziell noch sonst wie. Richtig! Ich habe nie für ihn gewaschen, gekocht, oder hinter ihm hergeräumt. Und ich habe auch nicht vor, daran etwas zu ändern.
Eigentlich hätte ich Sie nie aufgesucht, aber ich bin schwanger. Es war ein Zufall, aber jetzt ist es zu spät, um noch etwas daran zu ändern.
Annika erinnerte sich, wie schwer es gewesen war, selbst Mutter zu werden. Bei ihr war alles in Ordnung, aber Matthias hatte Schwierigkeiten. Künstliche Befruchtung war die einzige Möglichkeit.
Beim ersten Mal gab es keinen Erfolg, doch beim zweiten Versuch war das Glück auf ihrer Seite. Annika hatte sogar gehofft, es würden gleich Zwillinge werden, das ist ja oft so bei dieser Methode. Stattdessen kam Ingeborg. Und nun solch eine Nachricht.
Wie meinen Sie das, dass Sie nichts ändern wollen? Ein Mann, der ab und zu kommt, und jetzt auch noch ein Kind, das nur zu Besuch ist?
Nicht ganz. Ich habe dann einen Mann und ein Kind, die zu mir kommen.
Interessante Vorstellung. Und wie soll das funktionieren? Der Vater übernimmt die Erziehung, aber das Kind besucht seine Mutter?
Genau so. Ich wollte das Kind ja gar nicht, es ist halt passiert.
Und Matthias hat gesagt, dass er keine Kinder bekommen kann?
Offenbar kann er doch! Ich will einfach mal sehen, in welchen Verhältnissen mein Kind aufwachsen würde. Das ist doch nur fair.
Deine Tochter ist deine, und Matthias ist zwar nicht ihr Vater, aber er übernimmt Verantwortung. Jetzt hätte er selbst ein Kind, aber die Erziehung bleibt natürlich an dir hängen.
Sie brauchen mich nicht ins Haus zu bitten, ich heiße nicht einmal Ihren Namen, Ihr Mann lebt nicht mehr hier. Sie können ihm seine Sachen einfach mitgeben. Alles andere interessiert mich nicht!
Annika wollte die Tür schließen, aber plötzlich stand Ingeborg vor ihr, zurück vom Ballett.
Mama, was war das? Von welchem Kind redet die Frau? Und warum soll Papa nicht mein Vater sein?
Du hast alles gehört? Dann ist es wohl Zeit, dir alles ehrlich zu erklären.
Mama, ich bin nicht mehr klein, ich bin fast elf. Ich kann das verstehen.
Annika erzählte alles.
Du bist meine Tochter, aber Papa liebt dich sehr und steht auch offiziell als Vater auf der Geburtsurkunde. Wir haben dich gemeinsam erwartet.
Und jetzt bekommt er noch ein Kind, aber du wirst nicht die Mama sein. Ich werde keine Schwester. Stimmts?
Ja du hast recht. Und noch etwas du bist alt genug, und ich will nicht mehr mit Papa zusammenleben.
Keine Sorge, Mama, ich helfe dir. Ich bin schon groß. Er kann gehen. Ich liebe euch beide, aber diese Frau Soll er doch zu ihr gehen.
Matthias kam wie immer pünktlich nach Hause.
Was ist los? Warum begrüßt mich niemand, keiner umarmt mich?
Normalerweise lief Ingeborg ihrem Vater immer entgegen und schlang die Arme um ihn. Jetzt blieb alles still. Sie saß in ihrem Zimmer.
Annika, wo ist Ingeborg? Bleibt sie länger beim Ballett oder ist sie krank?
Deine Geliebte war da. Sie bekommt ein Kind. Deins! Kannst du mir erklären, warum sie hierherkommt?
Annika, versteh mich doch, das ist mein Kind, ich kann es nicht verleugnen.
Und weißt du, was sie vorhat?
Ja, sie wollte das Kind gar nicht, aber Wir haben ja Ingeborg, jetzt eben noch ein Kind. Es wird mein Kind! Es soll bei uns leben.
Sicher? Dass es deins ist? Erinnerst du dich nicht an deine Diagnose?
Es gibt eben manchmal Ausnahmen!
Schön. Dann geh gleich zu ihr, zu der Mutter deines Ausnahme-Kindes. Deine Sachen kannst du später holen!
Nein, Annika! Bitte nicht! Dort will mich niemand wirklich Na ja, sie vielleicht, aber nur zu anderen Bedingungen.
Auch hier wartet niemand mehr auf dich. Auch hier wirst du nicht gebraucht. Geh!
Was ist mit Ingeborg? Ich bin doch ihr Vater, wenigstens auf dem Papier Ich bin zwar nicht ihr leiblicher Vater, habe sie aber aufgezogen. Was spricht dagegen, wenn mein Kind bei uns aufwächst? Das wäre doch gerecht.
Von Gerechtigkeit hat mir die Mutter deines künftigen Kindes schon genug erzählt. Sieh zuerst, ob es überhaupt deins ist. Machs gut.
Annika ließ sich von Matthias scheiden. Er musste gehen, denn die Wohnung gehörte Annikas Eltern. Sie hatten das Haus gebaut und die Wohnung nie auf die Tochter überschrieben. Beim Scheidungsurteil spielte dies jedoch keine Rolle.
Matthias fand nirgendwo mehr richtig Anschluss. Der Mann, der immer nur zu Besuch kam, war seiner Geliebten recht, aber sie wollte ihren Lebensstil nicht ändern. Fürs Kind sorgen wollte sie auch nicht.
Eine werdende Mutter, aber für das Kind wollte sie keine Verantwortung übernehmen. Spielen, Spaß haben das schon, aber alles andere? Schreiende Nächte, Windeln, Krankheiten dafür wollte sie nicht aufkommen.
Nach der Geburt beantragte sie Unterhalt, verlor jedoch den Prozess. Wie es ihrem Kind heute wohl geht? Das weiß niemand. An Matthias Diagnose hatte sich nichts geändert, die Vaterschaft wurde nicht bestätigt.
Auf dem Papier hatte Matthias nur eine Tochter, doch auch sie wollte keinen Kontakt mehr. Er zahlte Unterhalt, versuchte, die Familie zurückzugewinnen, aber Annika wollte ihn auch nicht mehr sehen.
Es ist wohl wirklich nicht möglich, mit einem Allerwertesten auf zwei Hochzeiten zu tanzen
Und was meint ihr dazu? Schreibt eure Meinung in die Kommentare, gebt ein HerzMan sagt, das Leben schreibe die unerwartetsten Geschichten. Annika fand nach und nach zu sich selbst zurück. Die Abende wurden ruhiger, gefüllt mit Gesprächen mit Ingeborg, mit Lachen, Ehrlichkeit und kleinen Momenten des Glücks. Die Stille, die Matthias Fehlen hinterließ, füllte sie mit eigenen Plänen, ihren alten Leidenschaften, der Musik, ihren Büchern und neuen Freundschaften.
Die Zeit heilte nicht alle Wunden, aber sie lehrte Annika und Ingeborg, was Familie wirklich bedeutet: nicht Gene, sondern Liebe, Vertrauen und die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Ingeborg tanzte weiter, mal ein bisschen stolzer als früher, wissend, dass sie geliebt war, ohne Erwartungen, ohne Kompromisse.
Eines Abends, als Regen an die Scheiben trommelte, standen Mutter und Tochter in der Küche und backten Kuchen. Während der Duft von Schokolade das Haus erfüllte, griff Ingeborg Annika an der Hand.
Mama, das war alles nicht leicht. Aber ich bin froh, dass wir zusammen sind. Mit oder ohne irgendwen.
Annika lächelte. Und weißt du, was das Schönste ist? Wir entscheiden selbst, wie unsere Geschichte weitergeht.
Draußen wehte der Wind, doch drinnen war es warm der Anfang eines neuen Kapitels.

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Homy
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– Ich mache es kurz: Ich bin die Geliebte Ihres Mannes! Wir haben uns all die Jahre heimlich getroffen. Ja! Schauen Sie nicht so entsetzt und kippen Sie nicht um… Julia bereitete das Abendessen vor, ihr Mann Alex sollte in einer Stunde heimkommen. Die zehnjährige Tochter Karina war beim Tanzunterricht. In einer halben Stunde würde sie hereinplatzen, die Tasche in die Ecke werfen und sich an den Tisch setzen, gespannt aufs Abendessen. Dabei würde sie von Freundinnen, Erfolgen und der Lehrerin erzählen… Julia lächelte. Sie lauschte ihrer Tochter immer gern. Es klingelte an der Tür. Für Alex war es zu früh; und einen Schlüssel hatte er ohnehin. Also wohl Karina, die mal wieder den Schlüssel vergessen hatte. Doch als Julia öffnete, stand eine junge, fremde Frau vor ihr. – Ich mache es kurz: Ich bin die Geliebte Ihres Mannes. Wir sehen uns schon seit Jahren heimlich. Ja! Keine großen Augen machen, bitte nicht umfallen. – Wie viele Jahre sind das? – Drei Jahre. Es war für mich immer angenehm – alleine leben und einen Mann, der ab und zu kommt. – Keine Ausgaben, keine Verpflichtungen – weder finanziell noch im Haushalt. Ja! Ich habe nicht gewaschen, nicht gekocht, nicht sauber gemacht. Daran will ich auch nichts ändern. – Ich wäre nicht zu Ihnen gekommen, aber ich bin schwanger. Ein Zufall, aber jetzt ist es zu spät. Julia erinnerte sich, wie schwer es war, Mutter zu werden. Bei ihr war alles in Ordnung, doch Alex hatte Probleme und es klappte nur durch eine künstliche Befruchtung. Der erste Versuch scheiterte, aber beim zweiten Mal kam der ersehnte Erfolg – Karina wurde geboren. Und nun das… – Was meinen Sie damit, Sie wollen nichts ändern? Sie haben einen Mann, der „immer mal kommt“ – und jetzt soll er der Vater, „der kommt“, sein? – Nein, nicht ganz. Ich werde einen Mann und ein Kind haben, die immer mal kommen. – Interessant. Wie stellen Sie sich das vor? Der Vater erzieht das Kind und kommt zu Ihnen, damit das Kind seine Mutter sieht? – Ja. Das Kind war nicht geplant, es war ein Unfall. – Alex hat immer gesagt, er könne keine Kinder bekommen? – Offenbar kann er es doch! Ich will sehen, unter welchen Bedingungen mein Kind aufwächst. Ganz logisch. – Deine Tochter und Alex kümmert sich, auch wenn er nicht der leibliche Vater ist. Nun wird es sein Kind sein – und die Erziehung bleibt an dir hängen. – Wissen Sie was? Sie sind ohnehin nicht eingeladen. Ihren Namen kenne ich nicht. Ihr “Mann” wohnt hier ab jetzt nicht mehr. Sie können seine Sachen holen. Der Rest interessiert mich nicht! Julia wollte die Tür schließen, als sie ihre Tochter sah, die gerade heimgekommen war. – Mama, was war das eben? Ein Kind? Und warum ist Papa nicht mein richtiger Vater? – Hast du das alles gehört? Dann wird es Zeit, dass ich dir alles erkläre. – Mama, ich bin kein kleines Kind mehr, fast elf. Ich werde es verstehen. Julia erzählte alles. – Du bist meine Tochter, aber Papa liebt dich. Er ist auf dem Papier dein Vater. Wir haben so sehr auf dich gewartet. – Und jetzt wartet er auf ein neues Kind, aber du wirst nicht dessen Mutter sein. Ich werde nicht die Schwester. Richtig? – Nun ja… du hast recht. Und noch etwas… du bist alt genug – ich will nicht mehr mit Papa zusammenleben. – Ich werde dir helfen, Mama. Keine Sorge. Ich bin schon groß, er kann ruhig gehen. Ich habe euch beide lieb, aber diese Frau… die da kam… Er kann zu ihr gehen. Alex kam nach Plan nach Hause. – Was ist denn los? Keiner begrüßt mich, keiner umarmt mich? Normalerweise empfing ihn Karina immer, doch heute war es still, sie blieb in ihrem Zimmer. – Julia, wo ist Karina? Hat sie sich beim Tanzen verspätet, ist sie krank? – Deine Geliebte war da. Sie ist schwanger. Von dir! Willst du mir erklären, was sie hier gesucht hat? – Julia, bitte versteh mich. Es ist mein Kind, ich kann es nicht verleugnen. – Weißt du, was sie vorhat? – Ja, sie wollte es gar nicht, aber… Wir haben Karina, jetzt gibt es noch ein Kind. Es wird mein Kind sein, es wird bei mir leben. – Bist du sicher? Dein Kind? Erinnerst du dich an deine Diagnose? – Es gibt Ausnahmen! – Wunderbar. Du gehst jetzt zu deiner “Ausnahme”. Sofort, deine Sachen kannst du später holen! – Nein, Julia! So geht das nicht! Dort wartet niemand auf mich… Oder doch, aber anders. – Hier wartet auch niemand mehr. Du bist hier nicht mehr willkommen. Geh! – Und Karina? Ich bin doch ihr Vater, wenn auch nicht der richtige. Was wäre schlecht daran, wenn mein Kind mit uns lebt? Mein eigenes Kind – ganz gerecht. – Über Fairness hat mir die andere Mutter schon erzählt. Finde erst mal raus, ob es wirklich deins ist. Und dann – verabschiede dich. Julia ließ sich von Alex scheiden. Er musste gehen, die Wohnung gehörte Julias Eltern. Sie hatten ein Haus gebaut, aber die Wohnung nie überschrieben – das spielte aber ohnehin keine Rolle. Alex blieb ohne Bleibe. Als „Mann, der nur ab und zu kommt“, passte er der Geliebten besser – ihr Lebensstil sollte so bleiben. Um das Kind sollte sie sich auch nicht kümmern. Mutter wollte sie werden, aber um das Kind kümmern? Nur spielen, Spaß haben, das reichte ihr. Keine schlaflosen Nächte, keine Windeln, kein Kranksein… Das wollte sie nicht. Nach der Geburt verlangte sie Unterhalt, verlor aber vor Gericht. Ob sie das Kind ordentlich erzieht, weiß niemand. Alex’ Diagnose blieb, eine leibliche Verbindung wurde nie bestätigt. Auf dem Papier hat er nur eine Tochter – Karina. Doch die will keinen Kontakt. Alex zahlt Unterhalt, versucht seine Familie zurückzugewinnen – aber Julia will ihn nie wiedersehen. So einfach ist es eben doch nicht, es sich auf zwei Hochzeiten mit einem Hintern gemütlich zu machen… Was haltet ihr von dieser Geschichte? 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Unerwartete Ankunft: Das Geheimnis, das ich nie erfahren wollte