Sergej kauft den schönsten Blumenstrauß und freut sich auf sein erstes Date – doch am Brunnen wartet er vergeblich auf Lisa. Als sie endlich ans Telefon geht, macht sie unerwartet Schluss: „Wegen deines Blumenstraußes!“ Enttäuscht merkt Sergej, dass er nicht zugehört hat, als sie von ihren Lieblingsblumen sprach. Die Begegnung nimmt eine Wendung, doch am Ende findet Sergej Trost bei seiner Mutter und Großmutter im heimatlichen Dorf – denn dort weiß er, welche Blumen wirklich Freude schenken.

Du, ich muss dir was erzählen, es war so ein Tag, typisch für mich: Ich habe mich riesig auf ein Date gefreut und mir extra viel Mühe gegeben. Also, ich bin in München in diesen bekannten Blumenladen gegangen, das kennst du bestimmt überall Rosen, Tulpen, Lilien, und diese riesigen, liebevoll gebundenen Sträuße, egal ob im Topf oder in der Vase.

Ich stand ewig vor den Blumen und konnte mich kaum entscheiden. Irgendwie, ich war mir sicher, dass ich mal mit Klara (so heißt die Dame meines Herzens, ganz typisch bayerisch) über Blumen gesprochen hatte. Aber erinnerst du dich, wie das am Anfang immer ist? Man ist total aufgeregt, alles ist neu, und dann merkt man sich von dem Gespräch eigentlich wenig, weil man lieber darüber nachdenkt, wie perfekt das Lächeln ist oder wie schön das Haar im Sonnenlicht glänzt. Ich weiß noch, dass sie meinte, sie mag manche Blumen gar nicht, andere dafür umso mehr. Ob das wohl Liebe ist, wenn man den Inhalt vergisst, aber alles andere haargenau im Kopf behält?

Na ja, ist ja auch egal, hab ich mir gedacht. Der Tag war sowieso traumhaft, warum sich den Kopf zerbrechen? Die Verkäuferin hat gemerkt, wie verloren ich bin und fängt an, mir Gerbera anzudrehen. “Sehen Sie mal, die sind besonders, die gibts grad nirgends!” Ich war sowieso schon spät dran und hab gesagt: “Nehmen wir die!” Immerhin, ist ja die Geste, die zählt. Und ich musste eh noch ins Büro zurück, Mittagspause war fast um.

Kaum will ich bezahlen, da kommt ein Anruf von meiner Mutter. In letzter Zeit ruft sie dauernd an. “Armin, kommst du Freitagnachmittag heim ins Dorf? Die Oma fragt schon ständig.” Ehrlich, ich hab mich ein bisschen genervt verabschiedet. Oma kränkelt schon länger, aber ich kann ja auch nicht immer hinfahren, ich hab halt meine eigenen Sachen.

Aber hey, an dem Tag hats mir wirklich gereicht, ich wollte mich voll auf Klara konzentrieren heute das Date, und wenns gut läuft, lad ich sie vielleicht morgen gleich raus an den Starnberger See ein. Da gibts so ein kuscheliges Café, ich hab alles schon durchdacht. Und die Mama redet ja eh immer, dass ich endlich mal für Ordnung in meinem Liebeschaos sorgen sollte

Also, ich lauf mit meinem Strauß zu unserem Treffpunkt am neuen Brunnen am Gärtnerplatz, fühl mich wie der König der Welt. Natürlich kam dann noch ein Überraschungsmeeting auf der Arbeit dazwischen, typisch. Ich schreib Klara, dass ich fünfzehn Minuten zu spät komme, dreh das Handy stumm. Danach fahr ich wie der Blitz zum Brunnen. Und rate mal Klara ist nicht da! Ich warte, lauf ein bisschen hin und her, schau auf mein Handy: keine Nachricht, kein Anruf.

Irgendwann ruf ich sie an, aber sie geht nicht ran. Vielleicht ist sie ja auch zu spät. Ich setz mich auf die Bank, will grad meine Mutter nicht zurückrufen, falls dann doch Klara durchklingelt. Zehn Minuten später, ich probiers nochmal. Diesmal hebt sie ab.

“Wo bist du?”, frag ich. Sie: “Ich seh dich schon lange ich sitz im Café gegenüber im ersten Stock.” Klar, ich schau hoch, kann sie aber nicht entdecken. “Komm doch runter!”, ruf ich, aber sie sagt nur: “Du bist zu spät, Armin.” “Tut mir leid, Chef hat mich aufgehalten. Hab dir auch geschrieben!”

Und dann, wie aus dem Nichts: “Und die Blumen…” “Was ist mit den Blumen?” “Du weißt noch nicht mal, welche ich mag, stimmts?”

Oh Mann, ich komplett auf dem Schlauch: “Es gab einfach keine Rosen!” Sie: “Überall gibts Rosen! Ich hab dir wochenlang erzählt, wie sehr ich Rosen liebe. Aber du”

Ich türm ins Café, da sitzt sie am Fenster, schaut raus. Ich leg den Strauß einfach auf den Tisch, biete ihn ihr gar nicht erst so richtig an, weil ich schon ahne, dass das wohl wirklich daneben ging. Klara schaut mich nicht mal an. Egal, ich setz mein charmantestes Lächeln auf, erzähle irgendwas Lustiges und tatsächlich irgendwann lacht sie wieder. Wir trinken unseren Cappuccino und gehen. Die Blumen? Die lässt sie stehen.

Beim Hinausgehen ruft uns die junge Bedienung hinterher: “Sie haben Ihren Strauß vergessen!” Ich schieb ihr den in die Hand: “Der ist für Sie!” Sie strahlt übers ganze Gesicht. Klara hingegen, wieder völlig abgekühlt: “Ach Armin, lass es, brauch heute wirklich keine Blumen mehr”

Wir gehen die Treppe runter, sie einige Schritte voraus, da ruft wieder meine Mutter an. “Störe ich?” “Ach Quatsch, Mama, du störst nie. Ich komme morgen.”

Mit Klara war das Thema durch, ich hab direkt gemerkt das wird nichts mehr. Aber weißt du was? Am nächsten Tag fahr ich also durch die grünen Wiesen und Felder in Richtung Heimatdorf. Es war Frühling, alles leuchtete: Kornblumen, Margeriten, Mohn. Ich halte mittendrin an, pflücke einen Strauß, wie nur Wiesen das können kein Florist der Welt bindet sowas.

Zu Hause teile ich den Strauß: die eine Hälfte für meine Mama, die andere für Oma. Oma wird vom Sessel hochgeholfen, zitternde Hände um den Strauß, riecht daran, und ich schwöre dir, da lagen Freude und Erinnerungen in der Luft als wäre sie wieder jung, ganz nah an ihren schönsten Tagen.

Ich hab mich dann zu ihr aufs Sofa gesetzt, Kopf auf ihren Schoß, und sie hat mit der freien Hand durchs Haar gestrichen, nur den Strauß wollte sie gar nicht mehr aus der Hand geben: “Warte, stell erst Wasser bereit am besten aus dem Brunnen hol die große Vase!” und das wichtigste: Stell sie auf den Tisch, damit ich sie immer sehen kann

So kanns gehen, weißt du? Manchmal rackert man sich für die Richtigen ab, übersieht aber die einfachen Momente, in denens wirklich zählt. Die Wiesenblumen für meine Familie die waren am Ende viel mehr wert als jeder perfekte Floristen-Strauß für ein Date.

Ich bin sicher, die Liebe finde ich noch. Sie wird sein wie die Blumen für Mama und Oma einfach, echt und zur rechten Zeit.

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Homy
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Sergej kauft den schönsten Blumenstrauß und freut sich auf sein erstes Date – doch am Brunnen wartet er vergeblich auf Lisa. Als sie endlich ans Telefon geht, macht sie unerwartet Schluss: „Wegen deines Blumenstraußes!“ Enttäuscht merkt Sergej, dass er nicht zugehört hat, als sie von ihren Lieblingsblumen sprach. Die Begegnung nimmt eine Wendung, doch am Ende findet Sergej Trost bei seiner Mutter und Großmutter im heimatlichen Dorf – denn dort weiß er, welche Blumen wirklich Freude schenken.
Nach der Beerdigung meines Mannes brachte mich mein Sohn an den Stadtrand und sagte: „Hier steige ich aus“… Doch er ahnte nicht, welches Geheimnis ich bereits in mir trug… 😲