Die „beste Feindin“ – Wenn aus der engen Freundin die Rivalin wird: Warum so viele Ehemänner sich ausgerechnet in die beste Freundin ihrer Frau verlieben und wie alltägliche Nähe, langjährige Freundschaft und der feste Platz in der Familie zur Zerreißprobe für Ehe und Vertrauen werden – eine Geschichte voller deutscher Lebensrealität, Warnungen der Mutter und dem bitterschönen Wiedersehen mit alten Gefühlen.

DIE “VERFLIXTE” FREUNDIN

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass Ehemänner zur besten Freundin ihrer Frau gehen. Das ist gar nicht so verwunderlich.

Deine Freundin ist fast wie ein Familienmitglied. Sie ist ständig bei euch zu Hause, kennt die Traditionen und Gewohnheiten deiner Familie, die Geburtstagsdaten deines Mannes und deiner Kinder. Sie weiß bis ins Detail, was deinem Ehemann gefällt und welche Wünsche er hat.

Und auch wenn du und sie grundverschieden seid, verbindet euch dennoch etwas Jahre langer Freundschaft. Manchmal reicht dieses etwas, damit dein geliebter Ehemann sich eines Tages leise verabschiedet und die Familie verlässt.

So war es auch bei mir

Marlene meine ehemalige Klassenkameradin. Mit ihr war ich schon viele Jahre eng befreundet. Nie im Leben hätte ich sie als Rivalin gesehen. Was für ein Fehler

Oft sagte sie zu mir: Dein Uwe interessiert mich als Mann überhaupt nicht.

Ich lachte sorglos:
Na Gott sei Dank!

Ich habe Uwe direkt nach dem Abitur geheiratet er war 19, ich erst 17. Die Statistik, dass frühe Ehen oft scheitern, hat uns überhaupt nicht interessiert. Wir dachten, wir würden gemeinsam in siebzig Jahren sterben. Jung und naiv

Marlene war ständig zu Besuch. Sie sah, wie ich im Familienglück schwelgte. Wir bekamen zwei Kinder, die Jahre vergingen. Marlene blieb Junggesellin. Klar, sie hatte kleine Romanzen, aber zum Heiraten kam es nie. Sie wurde zwar immer mal wieder gefragt, aber am Ende hat keiner zugesagt.

Marlene wurde so etwas wie ein Familienmitglied. Sie kam immer schick gekleidet: perfektes Make-Up, frische Maniküre, meist ein Kleid mit tiefem Ausschnitt. Und ich? Im Hausmantel, mit Töpfen in der Hand, den Staubsauger hinter mir herziehend da konnte ich einfach nicht mithalten. Jetzt im Rückblick wird mir das alles klar, aber damals schien es mir völlig normal.

Meine Mutter warnte mich:
Marlene ist eifersüchtig. Halte Abstand zu ihr. Unverheiratete Freundinnen sind wie eine tickende Zeitbombe. Du weißt nie, wann sie hochgehen.

Ich erwiderte naiv:
Worauf soll sie neidisch sein? Ich habe kaum die Zeit, aus dem Fenster zu schauen!

Aber Mama hatte recht!

Als Marlene zu Besuch kam, wurde Uwe zunehmend gereizt und zog sich zurück. Ich dachte nur, dass ihn unsere Klatschabende nerven. Also traf ich mich seltener mit Marlene schließlich war mir die Familie wichtiger! Erst später begriff ich, dass Uwe sich längst in Marlene verliebt hatte. Jeder ihrer Besuche wurde für ihn zur Qual. Wie man so schön sagt: Die Nachbarin wirkt oft viel verlockender.

Eines Sommers fuhr ich mit den Kindern an die Ostsee. Uwe versprach, während unserer Abwesenheit die Küche zu renovieren.

Als wir zurückkamen, spürte ich sofort, dass Uwe schon länger nicht in der Wohnung gewesen war. Die Zitrone im Blumentopf war völlig vertrocknet und hatte alle Blätter verloren. Die Küche war auch im alten Zustand.

Wer war die Schlange, die mein Glück vergiften wollte? Im Kopf zählte ich alle möglichen Kandidatinnen durch.

Da entdeckte ich auf der Fensterbank, direkt neben dem vertrockneten Zitronenbaum, eine auffällig rote Lippenstifthülse. Ich wusste sofort, wem dieser rabenschwarze Lippenstift gehörte! Die Schlange war gefunden Marlene! Meine Knie wurden weich. Ich setzte mich. Es war einfach unbegreiflich. Nachdem ich mich wieder etwas gefangen hatte, eilte ich zu Marlene, in der Hoffnung, alles wäre ein blöder Irrtum. Marlene würde jetzt bestimmt lachen und mich aufziehen. Aber

Marlene öffnete die Tür, bat mich aber nicht herein.

Willst du mir erklären, warum dein Lippenstift bei mir zu Hause lag? fragte ich verärgert.

Ganz ruhig erwiderte sie:
Hast du es immer noch nicht verstanden? Uwe und ich lieben uns. Und zwar schon eine ganze Weile.

Wie betäubt taumelte ich heimwärts. Vor meinen Augen lief der Film ab: Marlene klingelt, Uwe öffnet, sie sieht, dass er alleine ist. Sie sagt im Gespräch, dass Männer mit Dreitagebart besonders attraktiv erscheinen, streicht ihm über die Wange, er hält ihre Hand fest und küsst sie Diese Gedanken trieben mich fast zum Wahnsinn.

Tja Man verlässt schlechte und auch gute Ehefrauen. Selbst standesamtlich und kirchlich geschlossene Ehen zerbrechen nun mal. Männer sind Suchende sie glauben, dass fremde Frauen wie Schwäne dahingleiten, während ihre eigenen bitter wie Wermut wachsen. Es ist doppelt schmerzhaft, wenn der Ehemann ausgerechnet mit der eigenen besten Freundin die große Liebe sucht.

Irgendwann traf ich meine Bekannte Julia. Sie hat erst spät geheiratet, mit 28, bekam einen Sohn. Ihr Mann liebte den Jungen mehr als alles andere das kommt eben manchmal vor. Ihr Mann war notorisch untreu, verließ die Familie, kam immer wieder nur wegen des Sohnes zurück. Julia ertrug das jahrelang woher nahm sie nur die Kraft? Vielleicht half ihr dabei ihr kreatives Talent. Sie ist eine ausgezeichnete Schneiderin, hat immer viele Kundinnen. Wir trafen uns nur gelegentlich.

Jedes Mal fragte ich sie:
Julia, hast du nicht wieder geheiratet?

Sie antwortete:
Nein, und ich will auch gar nicht

Aber diesmal lächelte sie auf meine übliche Frage:
Du glaubst es nicht mein Stephan ist zurück! Hat alle seine Liebschaften verlassen und ist zu mir zurückgekommen! Nach 16 Jahren und Wintern! Ich habe den verlorenen Mann wieder aufgenommen. Wer braucht ihn jetzt noch? Und ich stehe ja auch nicht Schlange. Jetzt habe ich wieder jemanden, der mir zur Seite steht. Das Wichtigste im Leben ist die Familie! Wer will denn noch diese stürmischen Dramen und unnötigen Tränen?

Vielleicht hat Julia recht? Seit sieben Jahren sind die beiden unzertrennlich.

Kurz gesagt, was vergangen ist, ist vergangen es lässt sich nicht mehr zurückholen. Zerbrochene Freundschaft lässt sich nicht einfach kitten.

Ich habe inzwischen einen zweiten Mann und eine gute, langzeitverheiratete Freundin. Mehr brauche ich nicht.

Uwe und Marlene haben sich nach einem Jahr wieder getrennt, und er ist langsam in die fürsorglichen Hände einer anderen Frau übergewechselt, bei der er heute noch lebt.

Natürlich kommt niemand ganz ohne Freundinnen durchs Leben. Für die Seele brauchen wir gemütliche Treffen und Frauenabende.

Doch es ist wichtig, mit Freundinnen besonders mit den besten vorsichtig, aufmerksam und vorausschauend zu sein.

Streue deine schönsten Geschichten über dein ungetrübtes Familienleben nicht allzu sorglos herum sonst holt dich das Unglück ein.

Marlene hat bis heute keine eigene Familie. Sie verbringt ihr Leben allein

Das Leben lehrt uns: Wahre Freundschaft und das Familienglück sollte man stets schützen und wertschätzen denn Vertrauen ist ein zerbrechlicher Schatz.

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Homy
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Die „beste Feindin“ – Wenn aus der engen Freundin die Rivalin wird: Warum so viele Ehemänner sich ausgerechnet in die beste Freundin ihrer Frau verlieben und wie alltägliche Nähe, langjährige Freundschaft und der feste Platz in der Familie zur Zerreißprobe für Ehe und Vertrauen werden – eine Geschichte voller deutscher Lebensrealität, Warnungen der Mutter und dem bitterschönen Wiedersehen mit alten Gefühlen.
Zweimal pro Woche verlässt mein Vater für einige Stunden das Haus und kommt voller Energie sowie bester Laune zurück.