Vater taucht nach 24 Jahren plötzlich mit billigen Bonbons und löslichem Kaffee auf – und denkt, damit wäre alles wieder gut

Vater kam nach 24 Jahren zurück mit Bonbons und löslichem Kaffee

Damals glaubte ich, solche Geschichten gäbe es nur in alten Zeitungen oder man hörte sie in Dorfgaststätten nach ein, zwei Bieren. Dabei habe ich selbst so etwas erlebt, auch wenn ich es früher nie für möglich gehalten hätte.

Ich war sechs Jahre alt, als mein Vater uns, meine Mutter und mich, von heute auf morgen verlassen hat. Plötzlich waren wir allein, nur meine Mutter, meine beiden kleinen Zwillingsschwestern und ich. Meine Mutter versuchte, ihn lange Zeit zu entschuldigen, behauptete, er wäre auf einer langen Geschäftsreise. Aber das wusste ich damals schon besser. Irgendwann, als sie merkte, dass es sinnlos war zu lügen, sagte sie nur noch: Papa gehört nicht mehr zu unserem Leben!

Als Kind konnte ich all das nicht verstehen, was da zwischen den Erwachsenen vor sich ging. Ich war wütend auf meinen Vater und stellte mir vor, wie er eines Tages wieder vor unserer Tür stehen würde. Doch dazu kam es nie. Meine Mutter blieb bei uns, sie hat nie wieder einen Mann in ihr Leben gelassen. Ich glaube, es war schwer für sie, aber offenbar sah sie keinen Ausweg. Wer würde auch schon eine Frau mit drei Kindern nehmen, wenn es auf dem Land sowieso kaum Auswahl gab?

So vergingen die Jahre. Heute bin ich längst verheiratet und selbst Mutter. Ich wohne immer noch im Dorf, wir bewirtschaften einen kleinen Bauernhof mit einem noch jungen Apfelgarten, der sich langsam aber sicher auszahlt.

Vor einigen Monaten rief ein Mann bei mir an eine fremde Stimme. Er meinte, wir müssten uns dringend treffen, gab vor, er wolle vielleicht viele Äpfel kaufen. Ich stimmte zu und wir verabredeten uns bei mir, im Garten. Da stand er, ein glatzköpfiger, korpulenter Mann, der mich freundlich anlächelte. Er reichte mir ein Päckchen. In dem Paket fand ich billige Bonbons und eine Dose löslichen Kaffee. Ich war irritiert. Da sagte er:

Ich bin dein Vater.

Mir verschlug es die Sprache. Ich stammelte nur:
Warst du im Gefängnis?
Nein.
Willst du wirklich Äpfel kaufen?
Nein.
Dann auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen

Er ließ seinen Beutel auf der Bank liegen. Ich lief ihm noch nach und gab ihm das billige Zeug zurück. Was hat er sich nur gedacht? Ich habe meine Schwestern gewarnt, dass er vielleicht auch zu ihnen kommt. Und tatsächlich er stand mit derselben Tüte auch bei ihnen vor der Tür.

Wie kann man nach 24 Jahren einfach so mit einer Dose billigen Kaffees ankommen und denken, das reicht? Das begreife ich bis heute nicht.

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Homy
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Vater taucht nach 24 Jahren plötzlich mit billigen Bonbons und löslichem Kaffee auf – und denkt, damit wäre alles wieder gut
Nein heißt nein