Das Hochzeitsgeschenk der Schwiegermutter: Warum es manchmal besser ist, lieber gar nichts zu schenken Elodie und Julien feierten ihre Hochzeit. Die Zeremonie war in vollem Gange, als der Zeremonienmeister zum Geschenk-Übergabe bat. Die Eltern der Braut gratulierten als Erste, danach folgte die Mutter des Bräutigams, Gabriele Lamber, mit einer großen, himmelblau verschnürten Schachtel. — Was da wohl drin ist? flüsterte Elodie neugierig Julien ins Ohr. — Keine Ahnung. Mama hat bis zuletzt ein Geheimnis daraus gemacht, antwortete der Bräutigam ratlos. Sie beschlossen, die Geschenke am nächsten Tag nach dem Hochzeitstrubel zu öffnen. Elodie schlug vor, mit der Schachtel ihrer Schwiegermutter zu beginnen. Nachdem sie das Band geöffnet und den Deckel abgenommen hatten, warfen sie einen Blick ins Innere… und waren sprachlos. Elodie war bei Julien eine seltsame Eigenart aufgefallen: Er nahm nie etwas, ohne vorher zu fragen – selbst bei Kleinigkeiten. — Darf ich das letzte Bonbon essen? fragte er schüchtern, den Blick auf den einsamen Karamell in der Schale gerichtet. — Natürlich! Du musst doch nicht fragen, antwortete sie erstaunt. — Das ist Gewohnheit, lächelte er verlegen und wickelte das Bonbon hastig aus. Erst einige Monate später verstand Elodie, woher diese Zurückhaltung kam. Eines Tages schlug Julien vor, sie seinen Eltern, Gabriele und Philipp, vorzustellen. Anfangs schien die Schwiegermutter freundlich, doch dieser Eindruck verflog schnell, als Gabriele zum Essen einlud. Sie servierte zwei Teller mit je zwei Löffeln Kartoffelbrei und ein kleines Kotelett. Julien aß schnell auf und fragte mit gesenkter Stimme höflich nach Nachschlag. — Du isst wie ein Scheunendrescher! Wir können dich ja nie satt kriegen! rief Gabriele, was Elodie zutiefst schockierte. Als Philipp nach mehr bat, bekam er sofort Nachschlag. Elodie beendete ihr Essen fassungslos über Gabrieles offensichtliche Antipathie gegenüber ihrem eigenen Sohn. Bei den Hochzeitsvorbereitungen kritisierte Gabriele alles: die Ringe, den Saal, das Menü. — Warum so viel Geld ausgeben? Man hätte es auch günstiger machen können! tadelte sie unermüdlich. Schließlich platzte Elodie der Kragen. — Lassen Sie uns das bitte selbst regeln! Es ist unser Geld und unsere Entscheidung! Gabriele, gekränkt, rief nicht mehr an und drohte sogar, nicht zu erscheinen. Zwei Tage vor der Hochzeit kam Philipp vorbei. — Komm, hilf mir mit dem Geschenk, bat er und führte Julien nach draußen. Er schenkte ihnen eine Waschmaschine, ohne Gabriele zu fragen, die selbst das zu teuer fand. Danach verschwand sie auf der Feier spurlos. Am nächsten Tag verwandelte sich die Vorfreude beim Öffnen der Schachtel in Enttäuschung. — Handtücher? flüsterte Elodie ungläubig. — Und Socken, fügte Julien hinzu, der zwei Paar Frotteesocken aus der Schachtel zog. Mama hat einfach das Erstbeste genommen, was ihr in die Hände fiel. Einige Tage später rief Gabriele an, um ihren Sohn nach den Geschenken der anderen Gäste auszuhorchen. — Was haben dir die Schwiegereltern geschenkt? Und die Freunde? bohrte sie. — Das geht dich nichts an, antwortete Julien und legte erleichtert auf. Die Moral von der Geschichte bleibt: Großzügigkeit misst sich nicht am Preis eines Geschenks, sondern am Respekt gegenüber anderen. Und das hatte Gabriele längst vergessen.

Das Hochzeitsgeschenk der Schwiegermutter: Manchmal ist Schweigen Gold
Marlene und Sebastian gaben sich das Jawort. Die Feier war in vollem Gange, als der Zeremonienmeister zum Geschenke-Überreichen aufrief. Zuerst beglückwünschten Marlens Eltern das Brautpaar herzlich. Danach trat Sebastians Mutter, Renate Schröder, mit einer großen Schachtel, sorgfältig mit hellblauem Schleifenband verziert, hervor.
Oh, was da wohl drin ist?, flüsterte Marlene aufgeregt Sebastian ins Ohr.
Keine Ahnung. Mama war bis zuletzt verschwiegen, antwortete der Bräutigam ratlos.
Sie entschieden sich, die Geschenke erst am nächsten Tag auszupacken, wenn die Aufregung sich gelegt hätte. Marlene schlug vor, mit dem Paket ihrer Schwiegermutter zu beginnen. Behutsam löste sie das Band und hob den Deckel an. Als die beiden hineinblickten, verschlug es ihnen für einen Moment die Sprache.
Schon früh hatte Marlene an Sebastian eine besondere Eigenart bemerkt: Er nahm sich niemals ungefragt etwas nicht mal Kleinigkeiten.
Darf ich das letzte Gummibärchen essen?, erkundigte er sich jedes Mal schüchtern, den Blick auf das einsame Fruchtgummi gerichtet.
Natürlich! Frag doch nicht so viel, erwiderte Marlene jedes Mal verwundert. Du musst mich wirklich nicht jedes Mal um Erlaubnis bitten.
Das ist einfach so drin bei mir, lächelte er verlegen und wickelte das Bonbon schnell aus.
Erst nach ein paar Monaten begriff Marlene, woher diese Zurückhaltung stammte.
Eines Tages schlug Sebastian vor, sie seinen Eltern Renate und Thomas vorzustellen. Am Anfang wirkte seine Mutter nett und offen. Doch dieser Schein verflog, als sie alle zum Essen am Tisch saßen.
Renate füllte zwei Teller jeweils zwei Löffel Kartoffelpüree und ein kleines Kotelett. Sebastian war schnell fertig und fragte höflich und leise nach einem Nachschlag.
Du isst ja wie siebenköpfige Raupe! Dich kann ja keiner satt kriegen!, konterte Renate schroff, was Marlene die Sprache verschlug.
Als Thomas um mehr bat, bekam er promt einen Nachschlag. Marlene aß schweigend auf, tief erstaunt über die offene Abneigung Renates gegenüber ihrem eigenen Sohn.
Während der Hochzeitsvorbereitungen fand Renate stets etwas zu bemängeln: Die Trauringe, das Lokal, die Menüauswahl.
Warum gebt ihr bloß so viel Geld aus? Das ginge auch günstiger!, tadelte sie immer wieder.
Schließlich platzte Marlene der Kragen: Lassen Sie uns das doch bitte regeln! Es ist unser Geld und unsere Feier!
Daraufhin zog sich Renate gekränkt zurück und drohte sogar, nicht zur Hochzeit zu erscheinen.
Zwei Tage vor der Trauung kam Thomas vorbei.
Hilf mir mal mit dem Geschenk, forderte er Sebastian auf und führte ihn zum Auto.
Er schenkte ihnen eine neue Waschmaschine auf eigene Faust gekauft, weil Renate selbst das als übertrieben ansah. Danach war Renate während der Feier kaum noch zu sehen.
Am nächsten Morgen jedoch, zurück im stillen Wohnzimmer, schlug ihre Neugier in Ernüchterung um.
Handtücher?, murmelte Marlene ungläubig.
Und Socken, ergänzte Sebastian, zwei Frotteepaare aus der Schachtel ziehend. Mama hat wohl einfach irgendwas eingepackt.
Wenige Tage später klingelte das Telefon. Renate wollte alles über die Geschenke wissen.
Und, was hat deine Schwiegerfamilie geschenkt? Deine Freunde?, bohrte sie.
Das geht dich nichts an, entgegnete Sebastian knapp, bevor er erleichtert auflegte.
Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Großzügigkeit bemisst sich nicht am Wert eines Geschenks, sondern am Respekt füreinander. Genau diesen hat Renate längst aus den Augen verloren. Wer das vergisst, verpasst das Schönste, was ein Miteinander ausmacht.

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Homy
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Das Hochzeitsgeschenk der Schwiegermutter: Warum es manchmal besser ist, lieber gar nichts zu schenken Elodie und Julien feierten ihre Hochzeit. Die Zeremonie war in vollem Gange, als der Zeremonienmeister zum Geschenk-Übergabe bat. Die Eltern der Braut gratulierten als Erste, danach folgte die Mutter des Bräutigams, Gabriele Lamber, mit einer großen, himmelblau verschnürten Schachtel. — Was da wohl drin ist? flüsterte Elodie neugierig Julien ins Ohr. — Keine Ahnung. Mama hat bis zuletzt ein Geheimnis daraus gemacht, antwortete der Bräutigam ratlos. Sie beschlossen, die Geschenke am nächsten Tag nach dem Hochzeitstrubel zu öffnen. Elodie schlug vor, mit der Schachtel ihrer Schwiegermutter zu beginnen. Nachdem sie das Band geöffnet und den Deckel abgenommen hatten, warfen sie einen Blick ins Innere… und waren sprachlos. Elodie war bei Julien eine seltsame Eigenart aufgefallen: Er nahm nie etwas, ohne vorher zu fragen – selbst bei Kleinigkeiten. — Darf ich das letzte Bonbon essen? fragte er schüchtern, den Blick auf den einsamen Karamell in der Schale gerichtet. — Natürlich! Du musst doch nicht fragen, antwortete sie erstaunt. — Das ist Gewohnheit, lächelte er verlegen und wickelte das Bonbon hastig aus. Erst einige Monate später verstand Elodie, woher diese Zurückhaltung kam. Eines Tages schlug Julien vor, sie seinen Eltern, Gabriele und Philipp, vorzustellen. Anfangs schien die Schwiegermutter freundlich, doch dieser Eindruck verflog schnell, als Gabriele zum Essen einlud. Sie servierte zwei Teller mit je zwei Löffeln Kartoffelbrei und ein kleines Kotelett. Julien aß schnell auf und fragte mit gesenkter Stimme höflich nach Nachschlag. — Du isst wie ein Scheunendrescher! Wir können dich ja nie satt kriegen! rief Gabriele, was Elodie zutiefst schockierte. Als Philipp nach mehr bat, bekam er sofort Nachschlag. Elodie beendete ihr Essen fassungslos über Gabrieles offensichtliche Antipathie gegenüber ihrem eigenen Sohn. Bei den Hochzeitsvorbereitungen kritisierte Gabriele alles: die Ringe, den Saal, das Menü. — Warum so viel Geld ausgeben? Man hätte es auch günstiger machen können! tadelte sie unermüdlich. Schließlich platzte Elodie der Kragen. — Lassen Sie uns das bitte selbst regeln! Es ist unser Geld und unsere Entscheidung! Gabriele, gekränkt, rief nicht mehr an und drohte sogar, nicht zu erscheinen. Zwei Tage vor der Hochzeit kam Philipp vorbei. — Komm, hilf mir mit dem Geschenk, bat er und führte Julien nach draußen. Er schenkte ihnen eine Waschmaschine, ohne Gabriele zu fragen, die selbst das zu teuer fand. Danach verschwand sie auf der Feier spurlos. Am nächsten Tag verwandelte sich die Vorfreude beim Öffnen der Schachtel in Enttäuschung. — Handtücher? flüsterte Elodie ungläubig. — Und Socken, fügte Julien hinzu, der zwei Paar Frotteesocken aus der Schachtel zog. Mama hat einfach das Erstbeste genommen, was ihr in die Hände fiel. Einige Tage später rief Gabriele an, um ihren Sohn nach den Geschenken der anderen Gäste auszuhorchen. — Was haben dir die Schwiegereltern geschenkt? Und die Freunde? bohrte sie. — Das geht dich nichts an, antwortete Julien und legte erleichtert auf. Die Moral von der Geschichte bleibt: Großzügigkeit misst sich nicht am Preis eines Geschenks, sondern am Respekt gegenüber anderen. Und das hatte Gabriele längst vergessen.
Am Tag, an dem wir meine Mutter beerdigten, nahmen mich meine Brüder in den Arm und sagten: