Wir sind zu Besuch gekommen, aber du bist nicht da – Mein Leben mit unerwartetem Familienbesuch in Berlin, Urlaubsplänen an der Ostsee und der großen Frage: Bin ich wirklich im Unrecht?

Wir waren zu Besuch gekommen, aber du warst nicht da.

Mein Mann und ich lebten in einer großen Stadt. Vor fünfzehn Jahren kam ich zum Studium hierher, beendete mein Studium und fand eine Anstellung. Hier begegnete ich auch meinem zukünftigen Ehemann.

Ein Jahr nach unserem Kennenlernen heirateten wir.

Zu Beginn wohnten wir noch bei seinen Eltern, sparten auf unser eigenes Nest und nun lebten wir zu zweit in einer kleinen, aber feinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Ganz unser Eigen nenne ich sie jedoch nicht, wir mussten noch sechs Jahre lang den Kredit dafür abbezahlen.

Wie es damals üblich war, kündigten sich irgendwann Verwandte an.

Schließlich wollte jede und jeder mal die Hauptstadt erleben, aber niemand war bereit, für ein Hotel zu zahlen bei Verwandten unterzukommen war eben angenehmer.

In jenem Sommer hatten mein Mann und ich endlich Urlaub genommen und beschlossen, an die Ostsee zu fahren.

Unser Abreisetag war der 16. Juli und wir begannen, unsere Koffer zu packen.

Gerade am 15. Juli rief meine Cousine Annegret an und verkündete, dass sie uns am 18. Juli besuchen wolle.

Ich sagte ihr, dass wir ans Meer führen und daher nicht da seien.

Doch sie meinte nur, wie, wegfahren? Sie könnten doch nicht einfach verzichten, wir hätten uns schließlich ein Jahr nicht gesehen. Ich entgegnete, das käme nicht infrage, wir seien bereits unterwegs.

Sie legte einfach auf.

Also fuhren wir an die Ostsee.

Am 18. Juli, am Abend, klingelte mein Handy.

Ich nahm ab und sie sagte:

Wo seid ihr denn? Wir sind bei euch. Stehen vor der Tür und klingeln, aber keiner macht auf.

Wer soll euch denn öffnen? Wir sind an der Ostsee. Ich habe dir doch erzählt, dass wir verreisen.

Ich dachte, das war ein Scherz.

Nein, ich meinte es ernst.

Was sollen wir jetzt tun?

Es gibt genügend Hotels und Pensionen, ihr könntet dort unterkommen.

Wir haben aber kein Geld, um eine Unterkunft zu mieten.

Dann weiß ich auch nicht weiter. Fahrt vielleicht wieder nach Hause oder entscheidet selbst. Ihr seid doch erwachsen.

Sie legte auf und rief seitdem nie wieder an.

Als sie wieder zuhause war, erzählte sie der gesamten Verwandtschaft, wie unverschämt ich sei, dass ich ohne Rücksicht ans Meer gefahren wäre und meine Familie nicht einmal treffen wollte.

Und das Seltsame war viele Verwandte unterstützten sie und machten mich dafür verantwortlich.

Aber wofür war ich eigentlich schuldig?

Dass ich beschlossen hatte, mit meiner Familie in den Urlaub zu fahren?

Ich hatte doch ehrlich Bescheid gesagt.

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Homy
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Wir sind zu Besuch gekommen, aber du bist nicht da – Mein Leben mit unerwartetem Familienbesuch in Berlin, Urlaubsplänen an der Ostsee und der großen Frage: Bin ich wirklich im Unrecht?
Weißt du, Tanja, um so auszusehen und in Gold zu glänzen, stehe ich jeden Morgen um 5 Uhr auf, melke die Kühe, tränke die Kälber und verteile das Futter, bevor ich mich dann für meinen Hauptjob fertig mache – also gibt es hier wirklich nichts zu beneiden.