Niemand ahnt, dass ich nicht die leibliche Mutter von Sarah und Ben bin – jetzt besuchen unsere Zwillinge bereits die erste Klasse.

Niemand weiß, dass ich nicht ihre leibliche Mutter bin. Jetzt sitzen Lena und Paul schon in der ersten Klasse.

Damals habe ich in einer Geburtsklinik in München gearbeitet. Ich habe Babys schon immer sehr gemocht. Wenn sie gerade auf der Welt sind, riechen sie noch so herrlich nach Milch und Wärme. Dieser Beruf hat mich wirklich begeistert, und ich habe mir oft ausgemalt, wie ich selbst einmal Mutter sein würde.

Kurze Zeit später habe ich geheiratet und mein Mann Thomas und ich haben begonnen, unsere Zukunft zu planen immer mit dem Wunsch, irgendwann eigene Kinder zu haben. Die Jahre vergingen, doch es hat einfach nicht geklappt. Schließlich bin ich zu meiner Frauenärztin gegangen, habe alle Untersuchungen machen lassen und bekam die Nachricht, dass ich leider keine Kinder bekommen kann. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich hatte große Angst, Thomas davon zu erzählen. Ich befürchtete, dass er mich verlassen könnte. Aber er hat mir versichert, dass er mich liebt und immer bei mir bleibt.

Nachdem wir uns beiden schweren Herzens damit abgefunden hatten, kinderlos zu bleiben, ist plötzlich das Unerwartete passiert. Eines Tages wurde eine junge Frau mit Zwillingen in unsere Station eingeliefert. Ein kerngesunder Junge und ein kleines Mädchen kamen auf die Welt. Die Mutter hinterließ einen Brief, in dem sie schweren Herzens auf ihre Kinder verzichtete. Sie ist selbst ohne Familie in einem Kinderheim aufgewachsen und nun ganz auf sich allein gestellt. Der Vater der Zwillinge hatte sich direkt nach der Nachricht von der Schwangerschaft aus dem Staub gemacht.

Thomas und ich haben uns zusammengesetzt und lange überlegt. Schließlich haben wir gemeinsam entschieden, die beiden Kinder bei uns aufzunehmen. Wir haben alle Unterlagen beim Jugendamt ausgefüllt und nach einer ganzen Weile des Bangens war unsere Familie endlich vollständig.

Lena und Paul gehen jetzt mittlerweile schon zur Grundschule. Niemand weiß, dass ich nicht ihre leibliche Mutter bin. Wir sehen uns sehr ähnlich, und ich fühle mich ihnen auf besondere Weise verbunden. Bis jetzt haben wir den beiden ihre Geschichte noch nicht erzählt. Ich denke, sie sollten erst ein bisschen älter werden, damit sie es besser verstehen.

Ich bin so dankbar, dass das Leben uns doch noch auf diese Weise zusammengeführt hat. Manchmal kommt eben alles ganz anders, als man denkt und manchmal ist das genau das Glück, das man sich immer erhofft hat.

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Homy
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Niemand ahnt, dass ich nicht die leibliche Mutter von Sarah und Ben bin – jetzt besuchen unsere Zwillinge bereits die erste Klasse.
Ich habe beschlossen, meine Schwiegermutter bei uns aufzunehmen, weil sie schwer krank war.