Als Judita in ihrer Mittagspause ins Lieblingscafé geht, entdeckt sie ihren Mann mit einer anderen Frau – und fasst einen genialen Plan, um es beiden heimzuzahlen.

Du glaubst gar nicht, was mir heute Mittag passiert ist. Also, stell dir vor: Nach einer richtig stressigen Vormittagsschicht im Büro konnte ich meine To-Do-Liste kaum noch sehen. Mein Chef wollte wieder tausend Sachen, als hätte der Tag doppelt so viele Stunden. Ich dachte mir, bevor ich total durchdrehe, gönne ich mir eine kleine Pause und weil ich eh schon halb durch den Wind war, bin ich direkt in mein Lieblingscafé um die Ecke in München gelaufen.
Im Kopf hatte ich nur meine geliebten Frühlingssalat mit Schafskäse und dazu einen guten Cappuccino. Wenigstens eine Viertelstunde abschalten und alles kurz vergessen Na ja bis ich reinkam.
Das Café war fast leer, nur zwei, drei Tische waren belegt. Ich wollte mich schon an meinen Stammplatz setzen, als ich ihn sah meinen Mann, Sebastian. Und das war noch nicht alles: Er war nicht allein, sondern mit so einer richtigen Erscheinung zusammen. Du weißt schon, das Kaliber, dem man auf den ersten Blick ansieht, dass sie morgens eine Stunde früher aufsteht, nur um sich zu stylen.
Eine kühle Blondine im Designer-Kleid, die wohl nie ohne perfekten Lidstrich das Haus verlässt und der Schmuck, den sie trug, ließ meinen Ehering fast schäbig aussehen. Sie und Sebastian saßen dicht nebeneinander, haben gelacht, sie berührte immer wieder seinen Arm beim Gespräch. Mein Herz ist mir bis in die Stiefel gerutscht.
Ganz ehrlich: Ich war kurz davor, hinzustürmen, eine Szene zu machen und ihm laut den Marsch zu blasen, so wie in einer schlechten Telenovela. Aber dann hab ich mich zusammen gerissen und gedacht, nee, das ist zu simpel. So leicht kommt der mir nicht davon.
Ich bin also einmal quer durchs Café marschiert, hab mich so hingesetzt, dass ich das Geschehen beobachten konnte. Dann habe ich meinen Salat und Kaffee bestellt, aber ehrlich gesagt: Mir ist der Appetit vergangen. Stattdessen habe ich mein Handy gezückt und Sebastian direkt angerufen. Sein Handy hat auf dem Tisch gebimmelt er hat kurz aufs Display geguckt, das Gerät hektisch auf stumm geschaltet und weiter mit seiner Begleitung geturtelt. Na, fein! Was es wohl da so wichtiges zu bereden gibt?
Ich konnte meine Augen nicht von ihnen lassen. Sebastian beugte sich zu ihr rüber, flüsterte ihr was ins Ohr, sie lachte laut und an ihrer Hand blitzte ein riesiger Ring auf, der aussah wie aus dem Schaufenster von Wempe. So langsam ist meine Fassade gebröckelt. Ich musste mich echt zusammenreißen, nicht loszupoltern.
Die Erinnerungen an unser Kennenlernen, die ersten Dates, unser Versprechen füreinander War das etwa alles Humbug? Spielte er jetzt auf zwei Hochzeiten? Aber ich schluckte den Frust runter und dachte: Vielleicht ist sie wirklich nur eine Kollegin. Auch wenn sie für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr mit ihm flirtet.
Ich überflog meine E-Mails am Handy, tat so, als wär alles in bester Ordnung, behielt die beiden aber im Blick. Dann plötzlich kam ein gutaussehender Kerl vorbei, offenbar auch Stammgast. Groß, mit Dreitagebart, irgendwie charmant und ich bekam eine Idee.
Ich hab ihn zu mir gewunken. Höflich gefragt, ganz offen: “Sorry, das klingt jetzt vielleicht komisch, aber könntest du mir bitte für fünf Minuten beim Schauspielern helfen? Der Typ da vorne am Tisch, das ist mein Mann und anscheinend betrügt er mich. Ich will ihm mal zeigen, wie sich das anfühlt.”
Er überlegte kurz, dann grinste er breit. “Klar, warum nicht? Ich helf dir.”
Ich: “Ich bin übrigens Johanna.” Er: “Und ich heiße Moritz.”
Während mein Herz wie wild klopfte, setzten wir uns gemeinsam an meinen Tisch. Ich warf absichtlich einen verliebten Blick zu Moritz und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie Sebastian plötzlich richtig irritiert schaute. Hatte wohl nicht erwartet, ausgerechnet hier auf mich zu treffen schon gar nicht in Begleitung.
Jetzt spielte ich meine Rolle voll aus: beugte mich näher an Moritz, lachte, als hätte ich die leichteste Laune der Welt. Moritz verstand sofort, worums geht, spielte super mit total sympathisch. Sebastian wurde immer nervöser, tippte nervös mit den Fingern auf die Tischplatte, während seine Begleiterin ihn anschaute und nicht verstand, was los ist.
Jetzt kam der Moment, die Sache auf die Spitze zu treiben: Ich hab Moritz einfach bei der Hand genommen er hat meine Geste spielerisch erwidert. Sebastian klebte jetzt mit den Augen an uns.
Moritz flüsterte: “Meinst du, das reicht? Seine Kinnlade hängt schon fast bis zum Boden.” Ich grins: “Noch nicht ganz. Lass uns an ihrem Tisch vorbeigehen.”
Gesagt, getan wir standen auf, gingen Arm in Arm Richtung Ausgang und schritten demonstrativ am Tisch von Sebastian und der Business-Blondine vorbei. Ich legte noch einen drauf, tat, als würde ich Sebastian gerade entdecken. “Ach, Schatz! Was für ein Zufall, Dich hier zu sehen. Und wer ist denn deine charmante Begleitung?”
Sebastian wirkte komplett auf dem falschen Fuß erwischt. “Äh das ist eine Kollegin von mir.”
Die Dame schob schon eine steile Falte auf die Stirn. “Kollegin, ja?” Ich setzte mein bestes Pokerface auf. “Interessant. Ich dachte, du hast heute einen wichtigen Termin mit Klienten davon hast du mir zumindest erzählt.”
Sebastian presste die Lippen zusammen, stand auf und kam zu mir. “Was soll das bitte? Wer ist dieser Typ? Hast du jetzt was am Laufen?”
Ich stemmte die Arme in die Hüfte: “Spannend, nicht? Du darfst dich mit blonden Supermodellen treffen, aber ich nicht mit einem netten Kerl was trinken?”
Da schoss aus der Ecke die andere: “Du bist verheiratet?!” Mit eiskalter Stimme.
Prompt stand sie auf und stürmte nach draußen, ohne sich umzusehen. Sebastian schaute ihr kurz hinterher, drehte sich dann wieder zu mir: “Super, Johanna. Bist du zufrieden? Das war eine wichtige Geschäftspartnerin. Der Vertrag hing an ihr. Und du machst hier so ein Theater!”
Er war völlig bedient. Und dann guckt er Moritz an: “Und wer bist du?”
Moritz hebt resignierend die Hände: “Leute, das ist wohl mein Zeichen. Ich wünsche euch was”, und entschwand Richtung Ausgang.
Sebastian warf noch ein paar Münzen auf den Tisch, meinte trocken: “Du hast echt Talent für Dramen, Johanna”, und zog auch ab.
Ich saß da, komplett leer. Wie zur Hölle sollte ich jetzt zurück ins Büro? Ich hab meine Kollegin Anke angerufen, sie gebeten, mich beim Chef zu entschuldigen. Und bin nach Hause getrottet.
Kaum die Tür aufgeschlossen, sehe ich Sebastian auf der Couch, überraschend ruhig im Gegensatz zu mir. “Johanna”, sagt er mit müden Augen, “hast du mich wirklich betrogen?”
Mir stiegen Tränen in die Augen. “Nein Moritz hab ich heute zum ersten Mal gesehen. Ich konnte es einfach nicht ertragen, dich mit ihr zu sehen. Ich hab in dem Moment nur an Rache gedacht.”
Er rieb sich übers Gesicht. “Fürchterlich kindisch von uns beiden. Tut mir leid, ehrlich. Ich war ein Idiot, dass ich überhaupt zu diesem Treffen gegangen bin. Aber da war nichts. Ich schwöre.”
Ich setzte mich zu ihm auf die Couch, immer noch wütend auf diese Tussi, aber auch erleichtert.
“Versprich mir, dass da nie wieder was ist”, hab ich gesagt.
“Ich schwörs, meine Kleine”, flüsterte er, küsste mich auf den Kopf und drückte mich ganz fest an sich. Die ganze angestaute Spannung der letzten Stunden ist langsam abgefallen. Wütend war ich noch, ganz klar. Aber irgendwie manchmal drehen wir uns einfach gegenseitig fast durch, oder? Am Ende war ich froh, dass wir zumindest alles auf den Tisch gebracht haben.

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Homy
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Als Judita in ihrer Mittagspause ins Lieblingscafé geht, entdeckt sie ihren Mann mit einer anderen Frau – und fasst einen genialen Plan, um es beiden heimzuzahlen.
„Meine Mama bleibt bei uns. Deine kann ja gerne ins Wochenendhaus fahren, – entschied der Mann“