Liselotte ist früh allein. Ihr Vater ist schon lange tot, und ihre Mutter verliert sie, während sie im fünften Semester der Fachhochschule studiert. Das ist eine harte Zeit: Die Abschlussarbeit steht bevor, und plötzlich fällt das Unglück zu. Ihre einzigen nahen Vertrauten werden jetzt die Eltern von Jakob.
Liselotte und Jakob studieren zusammen und lernen sich seit dem dritten Semester kennen. Jakobs Eltern, Maria und Peter, behandeln Liselotte herzlich und respektieren ihre Mutter. Alle hoffen, dass das Studium endet und das junge Paar heiratet.
Die Hochzeit ist bescheiden. Liselotte ist untröstlich, weil ihre Mutter kaum das Ereignis erlebt hat, und erinnert sich an ihre letzten Worte: Vor der Hochzeit machst du unbedingt die Untersuchung, mein Kind. Sie weiß, worum es geht. Als Kind erleidet sie einen schweren Unfall, als sie von einer eisigen Rutsche stürzt. Lange ist sie in Behandlung, und die Ärzte fürchten um ihre zukünftige Fruchtbarkeit. Sie werden beobachtet, doch keine klare Aussage kann gegeben werden.
Kurz vor der Hochzeit lässt sie sich nochmals untersuchen, wie ihre Mutter geraten hat. Der allgemeine Gesundheitszustand ist gut, doch die Frage, ob sie Kinder bekommen kann, bleibt offen.
Zuerst spricht Liselotte mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter. Diese überlegt und sagt: Wenn es auch nur die geringste Chance gibt, mach dir nicht zu früh Sorgen, ich spreche mit Jakob. Nach der Junggesellenparty kommt Jakob leicht angetrunken und bedrückt nach Hause. Ich will Kinder, Liselotte, verstehst du das? Was, wenn es nicht klappt? Dann ist das noch keine echte Familie?
Liselotte weint und sagt, die Entscheidung liege bei ihm, doch sie könnten es versuchen. Die Ärzte geben ihr noch Hoffnung, und Jakob ist ihr einziger Mann.
Im ersten Ehejahr gibt es kein Ergebnis. Maria ist genauso besorgt wie Liselotte. Die Schwiegereltern setzen viel ein, um die Familie zu erhalten, und schicken Liselotte in ein spezialisiertes Frauenklinik-Programm. Das bringt gute Fortschritte, doch das erhoffte Kind bleibt aus.
Nach zwei Jahren wird klar, dass die Hoffnung schwindet. Liselotte verzweifelt, Jakob unterstützt sie, wie er kann, doch die Spannung zu Hause wächst. Jakob gibt Liselotte nicht die Schuld, er kann aber ein kinderloses Leben ebenfalls nicht akzeptieren. Liselotte spricht von Adoption: Lass uns ein kleines Kind aufnehmen und wie unser eigenes aufziehen. Jakob lehnt ab: Dieses fremde Kind wird nie mein sein, ich kann ihm keine väterliche Liebe geben.
Merkwürdigerweise unterstützen die Schwiegereltern seine Entscheidung. Sie wissen, dass ihr Sohn sich ein eigenes Kind wünscht, und wollen kein Kind in ein unglückliches Umfeld stecken.
Liselotte spricht schließlich von Scheidung, obwohl sie Jakob liebt. Sie will ihm nicht weiter das Herz brechen: Lass uns getrennte Wege gehen, Jakob. Du bist jung, du findest eine andere Frau und bekommst Kinder. Jakob zögert, doch als er Olga, eine junge, energische Kollegin, kennenlernt, erkennt er sein Schicksal.
Das Gespräch mit Liselotte ist für ihn schmerzhaft. Er fühlt sich, als würde er sie im Stich lassen, und Liselotte antwortet: Jeder hat sein Schicksal. Du verdienst Besseres. Schuldgefühle brauchst du nicht. Noch am selben Abend verlässt Jakob das Haus, nimmt seine Sachen und lässt seine Eltern zu Liselotte kommen.
Liselotte, verzeih uns, dass wir Jakob nicht besser unterstützen konnten. Er hat mehrmals bei uns übernachtet, war betrunken und verzweifelt. Wir wollten nicht, dass er weitertrinkt. Sie trinken Tee, reden offen und versprechen, ihr immer beizustehen. Der Schwiegervater betont, sie bleibe für sie wie eine Tochter.
Liselotte dankt, weint die ganze Nacht und akzeptiert die Trennung. Sie bleibt allein in der gemeinsamen Wohnung, das Vermögen wird nicht aufgeteilt. Jakob heiratet bald erneut.
Liselotte bleibt nicht lange allein. Ein gut aussehender Mann, Paul, schenkt ihr Aufmerksamkeit, doch sie liebt ihn nicht. Immer wieder träumt sie von Jakob, der ihr im Traum traurig und doch liebevoll entgegenblickt. Sie versucht, Jakob loszulassen, will ihr Leben ändern.
Im Winter erkrankt Liselotte schwer. Nach einem Abendessen bei Paul steigt ihr Fieber, der Rettungsdienst wird gerufen, und Paul bleibt bei ihr. Am nächsten Morgen wirkt er nachdenklich, spricht kaum, doch nach ihrer Genesung gesteht er: In jener Nacht habe ich die ganze Zeit bei dir gesessen. Du hast mich nach Jakob gerufen, hast mich um Hilfe gebeten. Liebst du ihn noch?
Liselotte antwortet ehrlich: Ja, ich liebe ihn. Ich bin ein EinzigenLiebender, das fällt mir schwer, Paul. Sie geht. Kurz darauf erfährt sie, dass Jakob einen lang ersehnten Sohn bekommen hat ein weiterer Schlag, der ihr Herz schwer macht. Drei Jahre vergehen im Nebel, gelegentlich besuchen Jakobs Eltern sie, halten sie moralisch aufrecht, und sie trägt keinen Groll gegen sie oder Jakob.
Eines Tages sieht sie Jakob mit seinem Sohn im Park, geht aber nicht zu ihm, er bemerkt sie nicht. Tränen fließen, der Schmerz bleibt. Nach und nach findet sie zu sich selbst zurück. Das Wichtigste ist, dass Jakob glücklich ist; seine Eltern sagen, seine Frau sei gut, er gehe kühl mit ihnen um, doch ihr Enkel Edik sei ihr ganzer Stolz.
An Liselottes Geburtstag ruft Jakob freundschaftlich an, wünscht ihr alles Gute. Der Anruf wirbelt ihre Gefühle erneut auf, doch sie hält Abstand. Ein Jahr später erkrankt Olgas, Jakobs neue Frau, schwer. Maria ruft sie an, sagt, es gebe keine Hoffnung mehr, weint um ihren Sohn und Enkel. Liselotte steht am Friedhof, kann nicht mehr weggehen, und die ehemalige Schwiegermutter umarmt sie leise: Danke, Kind. Du hast kein böses Herz. Jakob hört das nicht, aber er ruft Monate später, lädt sie zum Essen ein, weil er einsam sei.
Sie sitzt mit ihm am gedeckten Tisch, er fragt: Warum heiratest du nicht wieder? Sie antwortet schlicht: Ich liebe dich, und niemand anderen brauche ich. Jakob weint. Sie gehen zu Jakobs Eltern, holen den kleinen Edik ab und spazieren, wenn Liselotte einverstanden ist. Der Junge ist schüchtern, aber liebenswert. Sie versucht, sich neutral zu verhalten, lässt ihn nicht bedrängen, doch er blickt neugierig zu ihr.
Die Treffen werden fast jedes Wochenende, ohne Verpflichtungen, nur um die Einsamkeit zu lindern. Dann meldet sich Maria und sagt, Jakob wolle Liselotte zurückgewinnen, sei noch unentschlossen, leide und das Kind fühle es. Liselotte ruft sofort Jakob zurück, sagt, sie sei einverstanden, er sei ihr Ein und Alles, und sie leben wieder zusammen. Es ist schwer; Jakob ist kühl, sie muss lernen, das fremde Kind zu lieben.
An Liselottes erneutem Geburtstag schenkt ihr Edik ein Bild, auf dem sie zu dritt unter der Sonne stehen, über dem Kind die kleine Hand Mama schreibt. Liselotte bricht in Tränen aus, umarmt den Jungen und sagt: Deine Mama schaut von oben und freut sich, dass du so gut bist. Ich liebe dich auch. Du bist jetzt mein Sohn.
Sie leben nun friedlich zusammen. Jakob taut auf, akzeptiert ihre Liebe und wird wieder der liebevolle Mann, der er einst war. Liselotte ist endlich glücklich, hat das erreicht, wovon sie lange allein geträumt hat. Sie ist nicht religiös, besucht aber gelegentlich die Kirche und legt eine Kerze für die verstorbene Frau nieder, die ihr sowohl den Sohn als auch den lieben Mann geschenkt hat.





