Starrt in die Leere: Eine Reise durch die Abgründe der menschlichen Seele

**IN DIE LEERE STAREND**

Max und Lena heirateten, als sie beide erst 19 waren. Sie konnten nicht ohne einander leben oder atmen eine wild leidenschaftliche Liebe. Deshalb drängten ihre Eltern darauf, die Beziehung schnell zu legalisieren, damit nichts Unanständiges passierte. Die Hochzeit war prächtig und unvergesslich, mit allem, was dazugehört: einer Puppe auf der Motorhaube, einem Meer aus Blumen, Feuerwerk, einem Festbankett und dem obligatorischen Küsschen!-Rufen.

Lenas Eltern konnten sich finanziell nicht an der Feier beteiligen, denn ihr Einkommen reichte gerade so für bescheidene Mahlzeiten und … Alkohol. Die gesamten Kosten übernahm die Mutter des Bräutigams, Alexandra Alexandrowna. Da ihr Name schwer auszusprechen war, bat sie alle, sie einfach Sana Sanowna zu nennen.

Sana Sanowna hatte Max natürlich davon abgeraten, sich mit einem Mädchen einzulassen, dessen Eltern schwer dem Trinken verfallen waren. Doch was nützte das? Max beteuerte, dass Lena anders sei ihre himmlische Liebe würde alle genetischen Vorprägungen überstrahlen. Sana Sanowna warnte ihn trotzdem: Schau, mein Sohn, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Eure Liebe könnte sich als kurzlebig wie ein Spatzenschnabel erweisen.

Lena und Max standen am Beginn eines vermeintlich sorgenfreien Glücks. Damals glaubten sie, nur Freude und endlose Liebe lägen vor ihnen. Die Welt schien ihnen zu Füßen zu liegen. Doch das Leben hatte andere Pläne.

Sana Sanowna und ihr Mann schenkten ihnen zur Hochzeit eine Wohnung. Lebt und freut euch, Kinder! Anfangs verlief alles friedlich. Das Schicksal schien ihnen zuzulächeln. Lena brachte zwei Töchter zur Welt Franziska und Johanna. Max vergötterte sie. In seiner Familie fühlte er sich als Herr des Hauses und war stolz darauf.

Doch noch bevor fünf Jahre vergangen waren, begann Lena, auf mysteriöse Weise zu verschwinden. Wenn sie zurückkam, roch Max deutlich Alkohol an ihr. Er verlangte Erklärungen, doch Lena schwieg zunächst, bis sie ihm schließlich ins Gesicht sagte, sie hätte ihn nie geliebt. Es sei nur jugendliche Verblendung gewesen. Jetzt habe sie endlich den Mann ihrer Träume gefunden einen Verheirateten mit drei Töchtern. Max erstarrte. Ein schwerer Nebel legte sich auf seine Seele. Er fühlte sich niederträchtig verraten.

Lena floh mit ihrem Geliebten in ein abgelegenes Dorf. Wenn der Richtige kommt, ist selbst ein Schilfdach ein Palast mit dem Falschen wird jedes Feld zur Enge, rechtfertigte sie sich. Die Kinder ließ sie zurück.

Sana Sanowna, quicklebendig und unermüdlich, nahm die Mädchen zu sich. Sie und ihr Mann verwöhnten die Enkelinnen liebevoll. Max, verzweifelt und allein, schloss sich auf Anraten eines Freundes einer religiösen Sekte an. Dort verheirateten sie ihn bald mit einer Witwe und zwei Söhnen. Später folgte eine Trauung nach Sektenregeln. Für seine eigenen Töchter blieb keine Zeit mehr. Seine neue Frau, Klara, überhäufte ihn mit ihren Problemen. Wenn Max seine Mädchen erwähnte, hieß es nur: Maxi, sie haben eine Mutter! Sie soll sich kümmern. Bring du lieber Olli zur Schule und füttere Viti. Gehorsam tat er, wie ihm geheißen.

Noch immer liebte er Lena, doch er wusste: Es gab kein Zurück.

Sieben Jahre später stand Lena unerwartet vor Sana Sanownas Tür. An ihrer Hand ein etwa vierjähriges Mädchen. Die ältere Frau musterte ihre ehemalige Schwiegertochter kritisch. Na, Lena, das Leben hat dich mitgenommen. Kaum wiederzuerkennen. Ist das deine Tochter? Ja, Marie. Können wir bei euch bleiben? Lena trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Solche Gäste habe ich nicht erwartet. Hat man dich rausgeworfen? Nein, ich bin freiwillig gegangen. Ich halte es nicht mehr aus. Mein Mann schlägt mich und säuft ohne Ende.

Selbst schuld. Niemand hat dich gezwungen. Warum gehst du nicht zu deinen Eltern? Ich habe meine Mädchen vermisst. Darum bin ich hier. Lasst mich sie wenigstens sehen! Lena wusste, Sana Sanownas Zorn verrauchte schnell. Hm, jetzt fällst du ihnen ein? Du Rabenmutter!

Doch dann klingelte es. Franziska und Johanna kamen nach Hause inzwischen Teenager. Sie starrten misstrauisch auf die Fremde. Sie wussten, dass diese Frau ihre Mutter war, doch empfanden keine Zuneigung. Nur bittere Enttäuschung. Oft hatte Sana Sanowna bedauert, dass ihre Enkelinnen Waisen bei lebenden Eltern waren.

Natürlich nahm Sana Sanowna Lena und Marie auf. Wer wirft schon jemanden auf die Straße? Doch einen Monat später kam der nächste Schock: Lena verschwand. Später erfuhr man, sie war zu ihrem süßen Peiniger zurückgekehrt. Marie blieb bei Sana Sanowna. Nun hatte das ältere Paar drei Enkelinnen zu versorgen. Die Mädchen liebten und schätzten ihre Großeltern. In ihrem Haus herrschten Wärme, Anstand und Respekt.

Die Jahre vergingen.

Sana Sanowna und ihr Mann verließen diese Welt, einer nach dem anderen.

Franziska heiratete, blieb aber kinderlos. Johanna blieb ledig und entschied sich bewusst für ein Leben allein. Marie bekam mit siebzehn ein Kind von unbekanntem Vater und zog zu ihrer Mutter ins Dorf.

Die Jugend ging, ohne sich zu verabschieden, das Alter kam, ohne zu grüßen.

Lena lebte längst allein. Ihr Mann war von seinen Töchtern in die Stadt geholt worden krank, später invalide. Die Töchter gaben Lena die Schul

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Homy
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