Mein Magen knurrte wie ein streunender Hund, und meine Hände froren. Die Stadt lag in eisiger Kälte, einer Kälte, die selbst ein Schal oder in die Taschen gesteckte Hände nicht vertreiben können. Sie drang tief in die Knochen und ließ mich meine Einsamkeit, das Fehlen von Zuhause, von Nahrung von Menschen spüren.
Ich war hungrig. Nicht der flüchtige Hunger, weil ich seit einigen Stunden nichts gegessen hatte, sondern ein tief verankertes Verlangen, das sich tagelang im Körper festsetzt. Es ließ meinen Magen wie eine Trommel pochen und drehte mir den Kopf, sobald ich zu schnell beugte. Ein richtiger, schmerzlicher Hunger.
Ich hatte über zwei Tage nichts gegessen. Nur ein wenig Wasser aus einem öffentlichen Brunnen und ein Stück altes Brot, das mir eine fremde Frau auf der Straße überreicht hatte, hatte ich zu mir genommen. Meine Schuhe waren zerschlissen, die Kleidung schmutzig und die Haare verfilzt, als hätte ich mit dem Wind gekämpft.
Ich schlenderte entlang einer Allee, gesäumt von eleganten Restaurants. Warmes Licht, leise Musik und das Lachen der Gäste eine Welt, die völlig fremd für mich war. Hinter jedem Schaufenster stießen Familien an, Paare lächelten und Kinder spielten mit ihren Bestecken, als könne das Leben nichts mehr schmerzen.
Und ich ich verzehrte mich nach einem Stück Brot.
Nach ein paar Blocks Umherirren betrat ich ein Restaurant, dessen Duft göttlich war. Der Geruch von gegrilltem Fleisch, heißem Reis und schmelzender Butter ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Tische waren besetzt, und zunächst schenkte mir niemand Beachtung. Ich bemerkte einen gerade geräumten Tisch, auf dem noch Speisereste lagen, und mein Herz machte einen Sprung.
Vorsichtig schlich ich mich vorbei, ohne jemandem in die Augen zu sehen. Ich setzte mich, als wäre ich Kundin, als gehöre ich ebenfalls zu diesem Ort. Ohne zu zögern griff ich nach einem hUnd so kochte ich fortan nicht nur Nahrung, sondern auch Hoffnung für alle, die einst wie ich am Rande standen.




