Die Schwiegermutter schenkt ihrem Enkel zum Geburtstag eine Schokolade, während wir auf hochwertige Technik hoffen.

Also gut, ich erzähl dir jetzt die Geschichte von Lenchen und ihrem Schwiegervater, weil das einfach zu absurd war.

Lenchen hat ihrem Sohn, ihrem einzigen Enkel Klaus, an seinem zehnten Geburtstag einfach nur eine Schokoriegel aus der Aktionsware vom Supermarkt um die Ecke geschenkt und das zum Originalpreis von 0,60! Keine große Tafel, kein fancy Verpackungsdesign, einfach die billige 45GrammRiegel, bei dem sogar das gelbe Preisschild noch dran klebte.

In der Küche tobte die Mutter von Klaus, die gerade das Geschirr in die Spülmaschine stapelte. Die Feier war vor einer Stunde vorbei, die Gäste hatten das Haus verlassen, und Klaus lag schon erschöpft in seinem Zimmer. Lenchen dagegen konnte kaum den Schlaf finden Ärger brodelte in ihr wie Essig, der zu lange gestanden hat.

Sebastian saß am Küchentisch, pickte schuldhaft mit der Gabel die Reste der Torte ab und wünschte sich nur Ruhe, ein Gläschen Korn und vielleicht ein bisschen Zeit für sich. Stattdessen musste er jedoch seine Schwiegermutter verteidigen.

Lena, hast du das jetzt ernst gemeint? sagte er müde. Du weißt doch, dass meine Mutter Rentnerin ist. Sie hat nicht viel Geld für teure Geschenke. Dein Lego kostet ja fast so viel wie ein Flugticket. Wichtig ist doch das Herz, nicht das Geschenk.

Lenchen schnappte zurück: Rentnerin? Meine Mutter bekommt monatlich Pension, ich helfe ihr regelmäßig mit dem Geld für Medikamente, und sie vermietet noch die alte Garage des Vaters. Vor einer Woche hat sie mir am Telefon erzählt, dass sie sich ein neues Mantel für 180 gekauft und einen FachmassageTermin gegönnt hat. Auf sich selbst hat sie Geld, aber für ihren Enkel, den sie nur alle zwei Monate sieht, darf sie nur 0,60 ausgeben? Hast du die Augen von Klaus gesehen? Er hat auf ein Spielzeug gehofft, nicht auf einen Schokoriegel, und sie hat ihm das dann mit den Worten serviert: Iss schnell, mein Schatz, die Oma hat die letzten Groschen zusammengesammelt.

Sebastian versuchte zu vermitteln: Vielleicht hat sie das Geld für den Mantel ausgegeben und spart jetzt. Du solltest nicht so materialistisch sein. Nicht das Geschenk macht glücklich.

Lenchen schritt zurück, die Hände in die Hüften gestemmt: Es geht nicht ums Geschenk, sondern um den Ton. Sie hat mir im Flur gesagt: Liselotte, dein Tisch ist zu wackelig, die Salate schmecken fade, das nächste Mal mach’s besser, sonst hält dich kein Mann mehr. Und das, nachdem ich zwei Tage lang für zwölf Personen gekocht habe!

Sebastian seufzte schwer. Seine Mutter, die alte Karla, hatte wirklich das Talent, alles mit einer Prise MutterWeisheit zu verpacken und gleichzeitig zu kritisieren.

Okay, Lena, lass uns das vergessen. So ist sie, da lässt man sich nichts ändern. Alter ist kein Zuckerschlecken, da wird man immer streberischer. Schlafen wir jetzt. meinte er und zog sie zum Bett.

Lenchen schwieg, aber den Groll schluckte sie nicht. Sie verstaute ihn in einer tiefen Schublade ihrer Seele, wo schon andere Ärgernisse lagen: alte BabyStrampler mit Rostflecken, die ihr bei Felix Geburt geschenkt wurden (Noch mein kleiner Sebi, sowjetische Qualität!), abgelaufene Schokoladen zum Internationalen Frauentag und DiätTipps, die ihr während der neunten Schwangerschaftswoche gegeben wurden.

Das Leben ging weiter. Lenchen arbeitete, kümmerte sich um Haus und Nachhilfe für Klaus. Sebastian war Ingenieur, versuchte die Familie zu versorgen und zwischen Ehefrau und Schwiegermutter zu jonglieren.

Karla wurde nach dem Geburtstag von Felix für ein paar Wochen still, doch dann aktivierte sie wieder ihr Netzwerk ihr 65. Geburtstag stand bevor, ein runder, wichtiger Termin. Sie rief ständig an, klagte über Rückenschmerzen, knickige Knie, Staub in der Wohnung. Und dann kam das leise Werben um ein Geschenk: Ach, Lenchen, ich brauch jetzt endlich einen SaugRoboter! Mein Nachbar Klaus hat mir einen gezeigt, ein XiaomiModell mit Lidar und SelbstreinigungsStation, das kostet etwa 600.

Lenchen lauschte skeptisch. Sie wusste, dass Karla sich sogar für einen neuen Mantel und teure Massagen leisten konnte, aber für einen SaugRoboter nicht. Der Preis 600 war für die beiden, die noch einen Kredit für die Renovierung des alten Garagendachs hatten, fast das Doppelte ihres gesamten Geschenkbudgets für den Monat.

Sebastian kam nach Hause, sah den Blick seiner Frau und sagte: Mutter hat wieder irgendeinen SchnäppchenRoboter im Kopf. Der kostet 600.

Lenchen spürte, wie ihr Tee fast umkippte: 600? Wir haben doch nur zehn Euro für Geschenke eingeplant! Wir wollten noch eine Winterjacke für Felix und die Inspektion des Autos bezahlen. Woher soll das kommen?

Sebastian versuchte, die Situation zu mildern: Es ist ihr Geburtstag Sie sagt, das Putzen fällt ihr schwer.

Lenchen warf zurück: Schwer? Sie sprang doch vor zwei Wochen für den Mantel und das MassageAbo in die Vitrine! Sie schenkt meinem Sohn einen Schokoriegel für 0,60 und jetzt verlangt sie einen Roboter für 600? Das ist doch einseitig!

Sebastian verteidigte seine Mutter: Sie ist alt, sie hat uns großgezogen.

Lenchen erwiderte: Danke, das haben wir. Aber das heißt nicht, dass wir unser letztes Geld für ihre Launen ausgeben. Wir haben noch einen Kredit, den wir zurückzahlen müssen.

Ein kurzer Moment der Stille, dann fragte Sebastian: Was machen wir denn dann? Ein Strauß Nelken und sagen, Sorry, kein Geld?

Lenchen dachte nach und sagte schließlich: Wir gehen zu ihrer Feier und geben ihr etwas, das nützlich ist, aber nicht unser Budget sprengt.

Sebastian nickte: Ein Staubsauger?

Fast, sagte Lenchen. Eine hochwertige BodenMoppSetBox mit Mikrofasertuch, ausziehbarer Stange und einem Eimer mit Auswringsystem das kostet etwa 25. Ich organisiere das, du unterstützt mich, aber wir reden nicht über 600.

Sebastian stimmte zu, weil er die mühsamen Gespräche über den Preis nicht mehr führen wollte.

Die nächste Woche verbrachte Karla damit, ihre Verwandten anzurufen und zu verkünden, dass ein königliches Geschenk für sie bereitsteht. Sie prahlte mit dem bevorstehenden Roboter, während Lenchen im Hintergrund das große, glänzende Geschenkpapier in Gold einwickelte natürlich mit einem überdimensionalen roten Band.

Am Tag der Feier war das Café, das Karla gebucht hatte, voll mit etwa fünfzehn Gästen. Sie trug ein neues, elegantes Kleid, die Haare hochgesteckt, die Augen funkelten. Sie rief: Kinder, ihr seid meine Lieblingsmenschen!

Sebastian trug die große Schachtel, die überraschend leicht wirkte, aber das Gewicht von einer ordentlichen Box hatte. Er überreichte sie Karla mit einem breiten Lächeln.

Herzlichen Glückwunsch, Mama! flüsterte er, während er ihr einen Strauß Rosen überreichte.

Lenchen sagte: Alles Gute zum 65., Karla! Was für eine Box!

Karla klatschte begeistert, ließ die Box auf einen Sonderstuhl stellen und verlangte, dass alle darauf achten.

Ein Onkel, die Tante Vera, rief: Jetzt endlich, das ist das Geschenk, worüber du die ganze Zeit geredet hast, oder?

Karla schnitt das Band durch und darunter kam keine HighTechMaschine, sondern ein einfacher Karton. Sie öffnete ihn, zog einen glänzenden Mikrofasermopp, einen ausziehbaren Eimer und ein Fläschchen teuren Bodenreinigers heraus. Ihr Gesicht erstarrte, dann flackerte ein breites Lächeln, das schnell zu einem Grunzen verfiel.

Ein Mopp? stammelte sie. Für 25?

Sebastian wollte gerade im Boden versinken, da sprang Lenchen auf: Mutter, wir wissen, dass Sie sich das Putzen schwer machen. Deshalb haben wir Ihnen das beste, was wir uns leisten konnten, besorgt. Dieser Mopp dreht sich um 360°, greift unter alle Möbel, der Eimer drückt das Wasser raus, Sie müssen nicht mehr mit dem Rücken krümmen. Damit wird Ihr Heim wieder glänzen!

Karla starrte die beiden an, dann holte sie ein Glas Wasser, schnippte: Ihr wollt einen Roboter, aber bekommt stattdessen einen Mopp? Was soll ich jetzt damit anfangen?

Einige Gäste kicherten, andere sahen verwirrt zu. Tante Vera, die von der SchokoriegelGeschichte wusste, schrie: Ach, das ist ja praktisch! Ich habe sowas zu Hause, das ist super!

Karla warf den Mopp zurück in die Schachtel, das Klirren der Gläser wurde lauter: Ihr habt mich verspottet! Ich wollte einen SaugRoboter! Ihr habt mir einen Mopp geschenkt! Wie könnt ihr das wagen?

Sebastian setzte sich ruhig: Wir haben gerade nicht das Geld. Wir haben einen Kredit, Felix braucht neue Kleidung, das Auto braucht Inspektion. Wir können nicht 600 aus dem Nichts zaubern.

Karla fuhr weiter: Ihr habt mir doch einen Schokoriegel für 0,60 gegeben, weil ich euren Enkel nur alle zwei Monate sehe! Und jetzt soll ich euch für 600 etwas schenken, das ihr nicht bezahlen könnt? Das ist doch einseitig!

Lenchen antwortete kühl: Sie haben uns gesagt, das Wichtigste sei die Aufmerksamkeit. Wir haben das umgesetzt, indem wir Ihrem Rat gefolgt sind. Jetzt erwarten Sie ein Geschenk, das wir uns nicht leisten können, und nennen das Unfair?

Die Atmosphäre knisterte, alle Blicke glitten von Karla zu Lenchen, dann zu Sebastian. Karla schrie: Ihr seid undankbare Schweine! Ich habe mein ganzes Leben für euch geopfert!

Lenchen erwiderte: Wir schätzen Ihre Mühe, aber wir können nicht alles geben. Wir geben, was wir können. Wenn das nicht reicht, dann muss ein bisschen mehr Toleranz sein.

Karla stürmte aus dem Raum, rief: Geht weg! Nehmt euren Mopp mit! Ich will nichts mehr mit euch zu tun haben!

Sebastian und Lenchen packten Felix und verließen das Café. Auf dem Weg nach draußen knurrte die Kälte, aber sie lachten, weil sie trotz allem noch eine riesige Pizza und zwei Milchshakes bestellen konnten das spart Geld, das sonst in einen teuren Roboter geflossen wäre.

Am nächsten Tag rief Karla erneut an, diesmal mit einer kleineren Bitte: Der Wasserhahn tropft, kannst du am Samstag kommen? Sebastian versprach, zu kommen, bat Lenchen jedoch, nur zu kochen, nicht zu kaufen.

Einige Wochen später, nachdem das Garagendach repariert war und ein kleiner Teil des Geldes aus der Vermietung kam, kaufte Karla doch einen gebrauchten SaugRoboter für etwa 300. Sie prahlte nicht mehr damit, sondern nutzte ihn leise.

Und so endete die Geschichte: Wir haben gelernt, dass Aufmerksamkeit und Respekt beidseitig sein müssen und dass ein Schokoriegel nicht das Maß aller Dinge ist aber er kann schon mal die Stimmung versüßen.

Ich bin gespannt, was du davon hältst. Würdest du an Lenchens Stelle genauso handeln? Lass es mich wissen!

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Homy
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Die Schwiegermutter schenkt ihrem Enkel zum Geburtstag eine Schokolade, während wir auf hochwertige Technik hoffen.
Meine Schwiegermutter will einfach nicht ausziehen