Vater… Oksana bat darum, nicht zur Hochzeit zu kommen…

Es war einmal vor langer Zeit, in einem kleinen Dorf in Bayern, da lebten Valentin und seine Frau Gertrud mit ihrer Tochter Gisela. Das Mädchen war klug und schön, und die Eltern hatten immer alles getan, um ihr zu helfen. Nach der Schule träumte Gisela davon, Model zu werden, und ihre Eltern verkauften ihre Kühe und Schweine, um ihr das Studium an einer Modelschule in München zu ermöglichen.
Gisela kam nur selten nach Hause, das Stadtleben hatte sie gefangen genommen. Sie verdiente ihr eigenes Geld mit Fotoshootings und Laufsteg-Auftritten. Die Eltern waren stolz auf ihre unabhängige Tochter.
Dann lernte Gisela Viktor kennen, den Sohn eines einflussreichen Geschäftsmannes. Viktor wollte sie heiraten, doch Gisela lud ihre Eltern nie ein, ihn kennenzulernen. Sie entschuldigte sich immer mit ihrer vollen Terminplanung und den vielen Reisen ins Ausland.
Eines Tages rief Gertruds Freundin an: “Warum bringt Gisela ihren Verlobten nicht mit? Schämt sie sich etwa vor ihren Eltern?”
“Ach was”, antwortete Gertrud, “unsere Tochter liebt uns doch.”
Doch dann kam der schreckliche Anruf:
“Mutter, hör zu Kommt bitte nicht zur Hochzeit. Viktors Familie ist reich und angesehen, und ihrihr seid nur einfache Leute vom Land. Es wäre mir peinlich.”
Gertrud wusste nicht, wie sie es Valentin sagen sollte. Er hatte sich so auf diesen Tag gefreut, seine Tochter im Brautkleid zu sehen.
In jener Nacht bekam Valentin Herzschmerzen. Doch er beschloss: “Wir gehen trotzdem. Sie kann uns nicht verbieten, unsere eigene Tochter zu sehen!”
Am Tag der Hochzeit betraten sie schüchtern den Festsaal. Als der Moderator fragte, wer die Brautleute beglückwünschen wolle, rief Valentin laut: “Wir!”
Er trat vor und sprach: “Viktor und Gisela, mögt ihr ein glückliches Leben führen. Und mögen eure Kinder niemals vergessen, woher sie kommenund sich niemals für ihre Eltern schämen.”
Viktor starrte Gisela an. “Wer sind diese Leute?”
“Meine Verwandten.”
Da erfuhr Viktor die Wahrheit: Gisela hatte behauptet, ihre Eltern seien tot.
“Es tut mir leid”, sagte er zu Valentin und Gertrud. Doch sie gingen, um Giselas Tag nicht zu verderben.
Drei Monate vergingen. Gisela rief nie an. Eines Tages stand sie plötzlich vor der Tür.
“Mutter, ich bin da. Warum freust du dich nicht?”
“Warum bist du gekommen?”
“Ich bin doch zu Hause.”
“Zu Hause? Dein Vater liegt auf dem Friedhof.”
“Das ist kein Scherz!”
“Nein. Du hast uns vor langer Zeit begrabenaber dein Vater starb wirklich vor zwei Monaten. Dein Verrat hat ihn gebrochen. Und ich werde dir das nie verzeihen.”
Gisela betrat das Haus. Alles war fremd. Ihr Bett war weg, ihre Fotos von der Wand genommen.
“Mutter, wir waren im Auslandda gab es kein Netz. Viktor hat mich wegen der Lügen verlassen Ich gehe jetzt nach Paris.”
“Lebe, wie du willst. Leb wohl.”
Die Tür fiel ins Schloss. Gertrud weinte. Was war aus ihrem kleinen Mädchen geworden? Besser allein, dachte sie, als eine Tochter ohne Herz.

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Homy
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Vater… Oksana bat darum, nicht zur Hochzeit zu kommen…
Wir waren 35 Jahre verheiratet – ich bin jetzt 55, er 57. Gemeinsam haben wir einen Sohn und zwei wundervolle Töchter. Nach außen hin wirkte unsere Ehe wie das pure Glück, doch die Wahrheit sah ganz anders aus: Mein Mann hat kaum gearbeitet, half gelegentlich seinem Freund als Kfz-Mechaniker und verbrachte sonst die Zeit vor dem Fernseher, ständig am Schimpfen über alles – die Politik, das neue Auto unserer Nachbarn, und sogar über mich, weil das Haus seiner Meinung nach nie sauber genug war. Diese Nörgeleien gehörten irgendwann einfach zum Alltag, ich nahm sie schon gar nicht mehr ernst. Umso größer war der Schock für uns alle, als er plötzlich zu einer anderen Frau zog – deutlich jünger als ich, noch nicht mal 40. Der Schmerz war riesig, doch entgegen aller Erwartungen – meinen eigenen und denen meines Umfelds – tat ich etwas, das mein Leben von Grund auf veränderte. Trotz des Leids wurde mir schnell klar: Sein Weggang war meine Befreiung. Heute lebe ich allein – und bin wirklich frei. Es geht mir ohne Beziehung wunderbar, ich verspüre keinen Wunsch nach einem Neuanfang. Mir ist eines klar geworden: In der Ehe verlieren wir uns oft zu sehr im Kümmern um den anderen und vergessen dabei uns selbst. Mein ganzes Leben lebte ich für meinen Mann und unsere Kinder, dabei habe ich mich selbst aus den Augen verloren. Erst mit Abstand verstand ich: Beziehungen gelingen nur, wenn man auch auf sich selbst achtet. All die Jahre nahm mein Mann meine Unterstützung als selbstverständlich, doch als ich sie brauchte, verlor er jedes Interesse an mir und meckerte weiter. Nach der Scheidung wurden meine Töchter meine Stütze – sie zeigten mir, dass das Leben weitergeht. Heute genieße ich die Zeit für mich und habe gelernt, auch ohne Mann glücklich zu sein. Für mich steht fest: Ihm verzeihe ich nie und lasse ihn nie mehr zurück in mein Leben.