Geheime Verabredungen: Verbotene Begegnungen in Deutschland

**Heimliche Begegnungen**

Nach der Scheidung von seiner Frau war Tobias auf der Suche, wie er es seinen Kollegen und Bekannten erzählte. Acht Jahre Ehe dann die Trennung als Feinde, obwohl er es nicht gewollt hatte. Doch seine Ex-Frau hatte einen unerträglichen Charakter. Zum Glück gab es kein Kind, sie hatte nie eines gewollt.

Mit sechsunddreißig sah Tobias noch immer gut aus sportlich, breitschultrig, mit einem markanten Gesicht und einem geheimnisvollen Blick. Es gab Frauen in seinem Leben, sogar junge Mädchen, aber an eine neue Ehe dachte er nicht. Kolleginnen ignorierte er bewusst. Ein Büroflirt? Zu banal. Und die meisten waren ohnehin verheiratet.

Ich hoffe, ich bin schlau genug, mich nicht in so etwas einzulassen, sagte er zu seinen Freunden, als sie sich zum Bier in der Kneipe trafen.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, lachten sie. Du kennst doch das Lied: Liebe kommt, Liebe geht

Doch Tobias war zu selbstsicher. Das Schicksal holte ihn ein. Er würde diesen Sommertag nie vergessen, als die neue Kollegin ins Büro kam. Sein Freund Stefan hatte ihn bereits am Vorabend gewarnt:

Wir bekommen eine neue Mitarbeiterin die Frau von Markus, aus der anderen Abteilung.

Tobias kannte Markus flüchtig, einen unscheinbaren, langweiligen Typen, wie er fand.

Dann wird seine Frau wohl genauso sein, dachte er und schenkte Stefans Worten keine weitere Beachtung.

Doch dann betrat sie den Raum Lina. Mit einem Blick traf es ihn wie ein Schlag. Sie war atemberaubend schön. Und bald merkte er: Sie war auch klug. Tobias verlor den Verstand. Schon nach einer Woche wartete er jeden Morgen ungeduldig auf sie. Abends saß er allein da, nur sie im Kopf.

Lina ist die Frau, die ich brauche. Sie passt perfekt zu mir. Und wenn ich zu ihr passe, dann werde ich sie auch gewinnen. Ich muss es nur richtig anstellen. Allerdings sie hat einen Mann. Aber meine Position ist besser. Und durch ihre Stelle werden wir oft zusammenarbeiten. Perfekt. Niemand wird misstrauisch werden.

Eine weitere Woche verging. Tobias bemerkte, dass Lina ihn mochte. Sie arbeiteten Seite an Seite, scherzten und lachten. Doch etwas störte ihn: Sie sprach zu viel über ihren Mann.

Entweder will sie mir klar machen, dass sie kein Interesse hat oder sie liebt diesen langweiligen Markus wirklich. Letzteres möchte ich nicht glauben. Aber sie hat ihn schließlich geheiratet.

Trotzdem traute er sich nicht, offen zu flirten. Doch dann, als sie einmal allein an einem Projekt arbeiteten, ihre Köpfe sich beinahe berührten, spürte er ihren warmen Atem. Er verlor die Kontrolle und küsste sie.

Sie ruckte zurück, legte eine Hand auf ihren Mund.

Tobias, bitte tu das nicht wieder

Doch sie lief nicht weg. Ein gutes Zeichen.

Entschuldige, ich konnte nicht widerstehen, sagte er lächelnd.

Sie tat, als wäre nichts geschehen, und arbeitete weiter. Erleichtert schloss er sich ihr an. Die folgenden Tage verliefen normal. Fast nie waren sie allein. Doch dann, an einem Freitag, fragte er:

Darf ich dich am Wochenende anrufen?

Nein, nein!, antwortete sie erschrocken. Doch dann, nach einem kurzen Zögern: Ich rufe dich an.

Gut, strahlte er. Ich werde auf deinen Anruf warten. Wann?

Wenn es geht

Das ganze Wochenende über hielt er sein Handy in der Hand. Doch sie rief nicht an. Erst am Sonntagabend ertönte endlich ihr Flüstern:

Ruf mich nicht an Ich melde mich

Am Montag klingelte sein Wecker nicht dafür sein Telefon. Lina.

Tobias, hast du Zeit? Kann ich vorbeikommen?

Er fuhr hoch. Du allein? Ja, klar. Ich gebe dir die Adresse.

Er sprang aus dem Bett, duschte hastig, kochte Kaffee und dann das Klingeln an der Tür. Ein Blick in ihre Augen sagte ihm alles. Ohne ein Wort zog er sie hinein, küsste sie, als gäbe es kein Morgen.

Guten Morgen, hauchte sie.

Doch er wollte keine Worte.

Später, in der Küche, erzählte sie: Mein Mann fährt früher zur Arbeit.

Schweigen. Wieder dieser Mann.

Es ist gemütlich hier, sagte sie, und der Kaffee ist gut.

Sie kamen gerade noch pünktlich ins Büro. Niemand schien etwas zu bemerken. Nur Stefan bemerkte: Spät heute, oder?

Ja, halt, wich Tobias aus.

Die Wochen vergingen. Früh morgens trafen sie sich heimlich. Manchmal, wenn Markus am Wochenende zu seinen Eltern fuhr, hatte Lina mehr Zeit. Doch Tobias wollte mehr.

Lina, bitte. Lass dich scheiden. Ich will dich heiraten. Diese Heimlichtuerei macht mich fertig.

Nein, Tobias. Das geht nicht.

Warum?

Weil ich neben meinem Mann noch einen Sohn habe. Er ist elf, selbstständig. Deshalb kann ich zu dir kommen. Aber er hat einen Vater. Markus würde ihn nie hergeben.

Tobias spürte, wie die Beziehung ihn in eine Sackgasse führte. Er wollte sie heiraten sie wollte sich nicht trennen. Die frühen Morgenstunden, die ständige Angst, entdeckt zu werden. Es reichte.

Lina, ich kann nicht mehr. Entweder du lässt dich scheiden oder wir beenden es.

Wenn du es so willst

Sie ging. Tobias lernte eine andere Frau kennen, eine freie. Doch er liebte sie nicht so wie Lina. Vielleicht, dachte er, liebt man so nur einmal im Leben. Doch zwischen Leidenschaft und Ruhe wählte er am Ende das ruhige Leben. Es war besser so.

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Homy
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