Was? Wir sind schon zehn Jahre verheiratet! Welche Geliebte? Ich habe doch genug von dir!
Hatte ich das schon einmal gehört? dachte sich Anneliese, während ihr Herz wie ein Stromschlag vibrierte. Sie spürte mit jeder Faser, dass ihr Mann Hans ihr etwas verheimlichte. Unsicherheit nagte an ihr, und irgendwann wagte sie das offene Gespräch.
Sie fragte nach der Sache, doch Hans erwiderte nur:
Was? Wir sind doch schon zehn Jahre verheiratet! Welche Geliebte? Ich habe doch genug von dir!
Man könnte meinen, er sei ehrlich, aber irgendetwas ließ Anneliese nicht los. Sie setzte nicht alles auf das Schicksal sie wollte die Wahrheit herausfinden, und zwar koste es, was es wolle.
Im Netz hatte sie ein paar Tipps gefunden: Erstmal das Handy des Mannes checken. Dort war nichts Außergewöhnliches ein leerer Plausch mit ein paar alten Klassenkameradinnen, das brachte sie nicht zum Schwitzen. Hans hatte nie ein Passwort gesetzt, er schien kein Geheimnis zu haben. Keine versteckten Chats, keine dubiosen Nachrichten. Fast so rein wie ein Engel im Körper.
Manchmal zweifelte Anneliese an sich selbst, doch jedes Mal, wenn Hans spät von der Arbeit nach Hause kam, fühlte sie ein mulmiges Gefühl. Ihre beste Freundin Petra fluchte immer wieder:
Das sind doch nur deine Vermutungen! Hans liebt dich, er wird nie über den Weg zu jemand anderem gehen! Du vergiftest die Beziehung mit deinen Zweifeln!
Anneliese hörte nicht zu. Ihr Inneres schrie etwas anderes, und die Vorstellung, ihren Mann mit einer anderen Frau zu teilen, war für sie ein absolutes NoGo.
Eines Tages ging sie zu Hans Büro in Berlin, um herauszufinden, ob er dort mit einer Kollegin schnackt. Kaum sah er sie, wurde er rot und schien sich zu schämen. Er entschuldigte sich ausgiebig, doch das Verhältnis blieb kühl.
Auf den ersten Blick schien alles gut zu laufen: ein gemütliches Haus, zwei Kinder, ein ruhiges Leben. Aber Anneliese suchte nach Aufregung, nach etwas, das ihr Herz schneller schlagen ließ. Wie man so schön sagt: Wer sucht, wird irgendwann fündig. Doch bei ihr blieb das Glück bisher aus.
Sie fühlte sich wie viele Frauen um die dreißig, die Angst haben, ohne Mann und Kinder dazustehen. Nach außen wirkte sie gelassen, innerlich brodelte ein Sturm. Hans bemerkte nichts keine neue Parfümnote, keine veränderte Garderobe, kein anderer Lebensstil. Trotzdem spürte sie, dass etwas nicht stimmte.
Wäre das Schicksal nicht eingewillt, hätte Anneliese die Wahrheit vielleicht nie erfahren. Was war wahr, was erfunden? Das erfährst du gleich.
Als ihr jüngster Sohn Lukas in die erste Klasse kam, beschloss Anneliese, endlich Auto zu fahren. Sie schrieb sich in eine Fahrschule in Hamburg ein, fuhr nach Feierabend zu den Kursen, bestand nach drei Monaten die Prüfungen und bekam den Führerschein. Hans war so stolz, dass er ihr einen kleinen Wagen, einen gebrauchten Audi, schenkte. Für Anneliese, die klein und zierlich war, passte das perfekt leicht zu parken, bequem.
Hans gab zwar zu, dass er das Auto nicht aus Liebe zur Fahrt gekauft hatte, sondern weil er nicht wollte, dass Anneliese ihn immer nach einer Spritztour fragt. Du bist noch zu jung, erst mal Erfahrung sammeln, murmelte er.
Eines Samstags wachte Anneliese früher als sonst auf und wollte ihrer Familie ein Lieblingsgericht zubereiten Auflauf aus Auberginen und Hähnchen. Während das Essen im Ofen schmorte, wollte sie schnell noch zum Supermarkt, aber der Audi wollte nicht anspringen. Sie ging zurück ins Haus, während die Kinder noch schliefen, und schlich sich leise durch die Küche, um niemanden zu wecken.
Der Frost lag draußen, der Schnee stapfte, und das Gehen durch den Winter war keine Option. Also dachte sie: Ein kurzer Ritt, das schafft er nicht zu merken. Sie schnappte sich den Autoschlüssel, schlüpfte ins Auto, ließ den Motor laufen und wischte die Fenster, weil sie dachte, Hans hat dort immer Taschentücher liegen. Dabei rutschte ihr etwas aus der Hand ein Handy fiel zu Boden.
Wessen ist das?, dachte sie, denn Hans Telefon kannte sie in- und auswendig. Das Gerät war fremd. Ohne zu zögern drückte sie den Einschaltknopf.
Auf dem Bildschirm blinkte eine Nachricht von einer Kerstin:
Liebling, ich vermisse dich so sehr! Komm schnell zu mir, ich warte auf dich!
Anneliese stockte. Ohne Passwort las sie weiter. Das Ganze war ein endloser Nachrichtenstrom, länger als ein ganzes Leben. Hans kam jeden Tag um fünf Uhr nach Hause, war erst um sieben wieder da. Was Anneliese nie geahnt hatte, war, dass er fast täglich erst zu Kerstin fuhr, um etwa eine Stunde zu bleiben, und dann heimkehrte, als wäre nichts gewesen. Auf den Fotos stand eine ältere Frau, etwa vierzig Jahre alt warum also sollte sie ihm so wichtig sein?
Wut schoss durch Anneliese, als sie gerade das Auto verlassen wollte. Genau in dem Moment sah sie Hans aus dem Treppenhaus kommen. Er hatte ihr einen Zettel hinterlassen, dass sie zum Einkaufen war. Er nutzte wohl die Gelegenheit, noch eine Nachricht an Kerstin zu schicken.
Sie erinnerte sich daran, dass Hans abends oft zum Auto ging, Dinge vergaß oder einfach nur kurz weg musste. Fast jeden Abend verschwand er, kam aber schnell zurück, sodass sie nichts ahnte.
Hans bemerkte die Frau am Steuer und fuhr direkt zu ihr:
Wer hat dir das erlaubt? Das haben wir nicht so vereinbart!
Anneliese sah ihn an, ihr Ärger kochte weiter hoch. Sie drückte den Rückwärtsgang, gab Gas und rammte mit einem lauten Kreischen das Hintertor. Ein wenig Erleichterung spürte sie.
Sie sprang aus dem Auto, starrte den überraschten Hans an und rief:
Geh zu deiner Kerstin! Ich will dich nicht mehr sehen! Bleib weg, damit ich dich nicht mehr sehen muss!
Um ihre Worte zu untermauern, warf sie den Autoschlüssel in einen Haufen und ging nach Hause.
Ihre beiden Söhne wachten gerade auf, sahen verwirrt das Chaos. Kurz darauf versuchte Hans, die Tür zu öffnen, doch Anneliese hatte sie fest verriegelt. Sie schrie:
Geh zu deiner Kerstin! Vergiss den Weg hier!
Hans, nur noch in Hausschuhen und einem alten Morgenmantel, stapfte zu Kerstins Wohnung, die zwei Straßen weiter lag. Dort öffnete Kerstin die Tür, doch aus der Wohnung kam eine männliche Stimme:
Schatz, bist du bald da? Ich warte schon!
Hans hatte Kerstin eigentlich nur an Wochentagen besucht, am Wochenende nie. Es stellte sich heraus, dass auch Kerstin noch andere Liebhaber hatte warum also am Wochenende? Sie sah ihn nur schuldbewusst an und schloss die Tür.
Enttäuscht und verzweifelt wanderte Hans zum Haus seiner Mutter, Maria, die zwei Straßen weiter wohnte. Maria, die ihn sofort erkannte, nahm ihn auf, wärmte ihn, gab ihm zu essen und hörte seine klagende Geschichte. Sie sagte beruhigend:
Mach dir keine Sorgen, mein Junge! Wer hätte gedacht, dass deine Anneliese so etwas wird? Das Leben geht weiter, du bist noch 35. Du wirst noch die wahre Liebe finden, da bin ich mir sicher!
Hans blieb vorübergehend bei seiner Mutter, plante einen Neuanfang. Er freute sich, endlich frei zu sein bis Anneliese Unterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltigungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungsunterhaltungs
So bleibt Hans bei seiner Mutter, versucht sein Leben neu zu ordnen, während Anneliese wegen Unterhalt noch etwas kämpfen muss. Und das, meine Liebe, ist erst der Anfang wir sehen, wie es weitergeht.




