– Was für Halbstarke waren hier? Ruf deine Verwandten, lass sie kommen, Ordnung zu schaffen, – protestierte Lina. – Ich will nicht mehr für sie putzen. Ich habe genug davon, ständig die Bettwäsche nach deinen Freunden zu waschen. Sie haben sogar in unserem Ferienhaus übernachtet.

Was war das denn für ein Durcheinander hier? Ruf doch deine Verwandten an, die sollen endlich Ordnung schaffen, fluchte Liselotte. Ich habe genug davon, ständig deine Bettwäsche zu waschen, nachdem deine Freunde hier übernachtet haben. Sie sind doch wieder mal über Nacht im Wochenendhaus gelandet.

Hör mal, meine Mutter hat gerade angerufen, sagte ihr Mann Sascha beim Abendessen. Sie und ihre Familie wollen am Wochenende zum Grillen rausfahren.

Na gut, erwiderte Liselotte. Lass sie fahren, wir haben ja nichts mehr zu melden. Die Schwiegermutter hatte sie nie gemocht.

Sie wollen ja zu uns ins Wochenendhaus, erklärte Sascha. Sie haben keins von ihrem und ich muss am Samstag in die Werkstatt. Er sagte das, als wäre es selbstverständlich. Ich habe gesagt, wir können am Wochenende nicht zum Haus fahren, das war der Grund, warum Mama nach den Schlüsseln gefragt hat.

Liselotte musste einwilligen etwas, das sie später bereute. Als das nächste Wochenende kam und sie mit Sascha zum Haus fuhren, stand ihr der Anblick wie ein Schock ins Gesicht. Das Haus sah aus, als wäre ein Sturm darüber hinweggezogen.

Beeren lagen auf dem Boden, das Wohnzimmer war schmutzig, auf dem Herd stand allein ein Topf mit altem Eintopf. Das Fenster im Küchenbereich hatte den Vorhang verloren. Liselotte konnte nicht fassen, was hier passiert war die Eltern von Sascha waren schon sechzig.

Sie ließ alles an ihren Mann raus.

Was war das denn für ein Durcheinander hier? Ruf doch deine Verwandten an, die sollen endlich Ordnung schaffen, wiederholte Liselotte, jetzt noch lauter. Ich will nicht mehr für euch putzen. Ich habe genug davon, ständig deine Bettwäsche zu waschen, nachdem deine Freunde hier übernachtet haben. Sie sind doch wieder über Nacht im Wochenendhaus.

Du überarbeitest dich nur, meinte Sascha. Wirf die Wäsche in die Waschmaschine, hol sie raus und häng sie auf.

Mach das beim nächsten Mal du! Bist du zufrieden, wie unser Haus und unser Grundstück aussehen?

Sascha rief nicht mehr an. Liselotte sprach nicht mehr mit ihm, doch irgendwann versöhnten sie sich wieder. Sie waren erst seit zwei Jahren verheiratet, aus Liebe geheiratet, doch Liselotte dachte manchmal, sie sei zu schnell gewesen. Kinder hatten sie noch nicht.

Der Alltag war wie immer: Arbeit, Haus, Haus, Arbeit. Am Wochenende gingen sie spazieren oder fuhren mit Freunden in die Natur. Alles änderte sich, als Liselottes Mutter plötzlich heiratete und zu ihrem Mann nach München zog. Das Wochenendhaus fiel an Liselotte.

Plötzlich liebte die gesamte Familie von Sascha sie. Ständig klopfte jemand an die Tür, um zu grillen. Jeder wusste, dass Grillen an frischer Luft am besten schmeckt!

Verwandte tauchten aus dem Nichts auf: Cousins, Onkel, Tanten, sogar die Großmutter von Sascha. Sie alle wollten zum Fluss und zum Grillen. Und sogar Saschas Freunde kamen mit.

Alle blieben über Nacht. Sascha bereitete wie immer den Grill vor. Liselotte wurde das langsam zu viel, aber sie wollte die Beziehungen zu seiner Familie nicht zerstören. Irgendwas musste sich ändern.

Kurz vor dem Wochenende fieberte sie schon vor Vorfreude. Als Liselotte und Sascha geheiratet hatten, war seine Mutter schon alt. Sie bekam ihr erstes Kind ziemlich spät. Dann gab es noch eine Schwester, Maria, die zehn Jahre älter war als Sascha. Die Schwiegermutter kam vom Land und dachte, alles gehöre allen.

Maria nahm beim nächsten Besuch alles mit Cremes, Shampoos, Waschlappen und sogar Liselottes Hausschuhe. Wieder rief die Schwiegermutter an und bat Sascha, ihr die Schlüssel zu geben. Dieses Mal wollte Maria ihre Chefin mitnehmen, um dort zu grillen.

Wieder wurde Liselotte nicht gefragt, wie sie das fand.

Wir geben die Schlüssel Mama, sagte Sascha. Natürlich erinnerte er sich an Liselottes Reaktion auf den letzten Besuch, wollte das aber nicht ansprechen.

Liselotte wusste, sie musste handeln, und plötzlich stand ihr Mann auf der anderen Seite. Sie überlegte, wählte ihre Mutter an und beschwerte sich.

Ruf zurück, sagte die Mutter kurz.

Kaum zwanzig Minuten später rief Liselotte zurück und sagte, ihre Schwester mit Mann würde zum Haus kommen und dort ein bisschen bleiben. Mach dir keine Sorgen, TanteElena hilft dir.

Liselotte war baff. TanteElena hatte sie als Kind immer ein bisschen erschreckt, weil sie sie im Sommer öfter zu Besuch genommen hatte. Elena Borislavovna war streng, aber gut.

Am Abend rief die Tante an.

Na, meine Nichte, wie gehts? Du hast ja lange nicht mehr angerufen. Und wie soll ich mich verhalten ein bisschen Angst machen oder ganz direkt? Sie lachte laut.

Liselotte zuckte zusammen. Sagst du, das Haus gehört mir?

Ich weiß nicht mehr, aber alle denken, es wäre meins.

Keine Sorge, Kind, wir kriegen das hin.

Am Sonntag rief die Schwiegermutter völlig aufgebracht an. Habt ihr das Haus verkauft? Wo ist das Geld? Warum sagt ihr nichts?

Am Samstag kamen Maria mit ihrer Chefin und die Schwiegermutter mit ihrem Mann zum Haus. Auf dem Grundstück grillte bereits eine kleine Gruppe von fünf Leuten.

Wer seid ihr?, blinzelte Gisela Bauer, die Eigentümerin.

Und wer seid ihr eigentlich?, fragte die Schwiegermutter mit lautem Ton und ging auf sie zu. Ich bin die Besitzerin, wo habt ihr die Schlüssel her?

Die Schwiegermutter geriet in Verlegenheit. Maria versuchte zu erklären, dass die Schlüssel von der Familie gegeben wurden. Gisela sah verärgert zu ihnen, Maria wurde rot. Gisela schwieg lieber.

Am Ende nahm Gisela ihr Schlüsselpaket, bat die Gruppe höflich zu gehen und nicht zurückzukommen. Wenn sie zurückkämen, würde sie die Sache klären, woher die fremden Schlüssel kamen.

Aus der Ferne hörte Liselotte, wie die Schwiegermutter in den Hörer schrie. Sascha verstand nichts, er konnte kein Wort sagen.

Gib den Hörer deiner Frau, sagte Sascha und reichte Liselotte das Telefon. Das Haus ist nicht deins!, sagte die Schwiegermutter feierlich.

Habt ihr denn gefragt?, versuchte Liselotte ruhig zu bleiben. Ihr meint, alles um uns herum wäre euer Eigentum?

Weißt du, dass Maria ihre Chefin eingeladen hat? Das könnte Konsequenzen haben es gibt Kürzungen, und sie wollte sie besänftigen. Wenn sie gefeuert wird, liegt das an dir, schimpfte Gisela.

Und was habe ich damit zu tun? TanteElena ist hier zum Entspannen, ihr habt mich nicht mal gefragt. Kauft euch ein Haus und genießt es dort, sagte Liselotte. Ihr habt früher ohne das Wochenendhaus gelebt, jetzt könnt ihr es auch ohne leben.

Danach komme ich nicht mehr hin, und meine Verwandten auch nicht mehr, stöhnte Sascha.

Sie stritten zum ersten Mal richtig. Sascha war beleidigt. Maria wurde gefeuert. Ich verzeih dir das nie, sagte er. Meine Familie ist für dich da, aber du hast uns betrogen.

Liselotte dachte, Maria sei aus einem anderen Grund gefeuert worden. Plötzlich war ihr egal, was von allen passierte. Ihre Beziehung zu Sascha steckte in einer Sackgasse.

Mama, ich glaube, ich lasse mich von Sascha scheiden, gestand sie.

Entscheide selbst, du bist erwachsen. Wo willst du wohnen? Meine Wohnung habe ich aufgegeben. Geh zu Elena.

Danke, natürlich, erwiderte Liselotte überrascht. Ich werde wohl eine eigene Wohnung mieten.

Liselotte reichte die Scheidung ein, zog in eine neue Mietwohnung und fuhr nicht mehr zum Wochenendhaus.

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Homy
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– Was für Halbstarke waren hier? Ruf deine Verwandten, lass sie kommen, Ordnung zu schaffen, – protestierte Lina. – Ich will nicht mehr für sie putzen. Ich habe genug davon, ständig die Bettwäsche nach deinen Freunden zu waschen. Sie haben sogar in unserem Ferienhaus übernachtet.
Vor zwei Jahren nach der Scheidung traf ich meine Exfrau wieder. In diesem Moment verstand ich alles, doch sie lächelte nur und schüttelte den Kopf, als ich vorschlug, neu anzufangen…