Das ist das letzte Mal
“Na, fahren wir nach Hause?” fragte Martin mit einem Lächeln, als er ins Auto stieg.
Anna schwieg. Mit angespannten Lippen sah sie verunsichert zu ihrem Mann und biss sich nervös auf die Unterlippe.
“Ich weiß gar nicht, wie ichs sagen soll. Aber bitte, bleib ruhig, ja?” Sie ergriff vorsichtig Martins Hand und deutete mit den Augen auf den Rücksitz
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Wahrscheinlich hätten sie sich niemals getroffen, wäre da nicht dieser besondere Zufall gewesen. Martin war auf Geschäftsreise, als auf halber Strecke sein Wagen plötzlich den Geist aufgab.
“Na, zick nicht rum, spring an!” versuchte Martin, seine alte Dame, einen betagten Golf, zu überreden dabei hatte sie doch erst letzten Monat den TÜV bestanden.
Seine Überredungskünste halfen jedoch nicht weiter.
Mehr konnte er selbst aber auch nicht tun. Martin fuhr schon viele Jahre unfallfrei. Aber als Hobbyschrauber taugte er wenig. Eigentlich wollte er seinem alten Golf gern wieder Leben einhauchen, wusste aber nicht mal, wo er anfangen sollte.
Fünf Minuten lang starrte er verzweifelt in den Motorraum, klappte dann resigniert die Haube wieder zu und blickte sich ratlos um.
Die Panne ereignete sich an einer Abzweigung. Ein Schild wies auf die kleine Ortschaft Katzenbach gleich nebenan hin.
Es dämmerte bereits. Martin blieb nichts anderes übrig, als sich auf den Weg ins Dorf zu machen und Hilfe zu suchen.
Und insgeheim hoffte er sehr, dort nicht nur Katzen, sondern auch Menschen vorzufinden.
Das dürfte erklären, warum ihm erleichtert das Herz aufging, als er aus dem nahegelegenen Wald eine junge Frau mit einem Pilzmesser in der einen und einem gefüllten Pilzeimer in der anderen Hand herauskommen sah.
Entschuldigung! Bleiben Sie bitte einen Moment stehen!, rief Martin, beeilte sich und ging schließlich sogar in einen kurzen Laufschritt über.
Die Fremde blieb stehen und drehte sich um. Als Martin ihr in die Augen schaute, spürte er plötzlich ein merkwürdiges Ziehen in der Brust.
Genau in diesem Moment dachte er an die Worte seines Vaters, der ihm von seiner ersten Begegnung mit der Mutter erzählt hatte:
Da hats einen richtigen Schlag getan, mein Sohn, das war wie ein Herzinfarkt dabei wars die Liebe.
“Haben Sie etwas gebraucht?” fragte die Unbekannte, nachdem er schweigend in ihrer Nähe stehen geblieben war.
“Haben Sie mich etwas gefragt?” fragte die Frau.
“Öhm… Ja, ich glaube schon. Also, mein Auto ist da vorne liegengeblieben,” erklärte Martin und wies zurück zur Landstraße. “Der nächste Ort ist doch Katzenbach, oder?”
“Stimmt. In einem Umkreis von 20 Kilometern ist das das einzige Dorf. Sie sind also auf dem richtigen Weg.”
“Wie lange geht es noch zu Fuß? Und gibt es dort jemanden, der sich mit Autos auskennt?”
Die junge Frau lächelte:
“Zehn Minuten etwa. Mein Vater ist Automechaniker, er kennt sich wirklich gut aus.”
“Das trifft sich ja super!”
So kamen sie ins Gespräch.
Auf dem Weg ins Dorf unterhielten sie sich angeregt, fanden einen Draht zueinander, wie Martin es noch nie beim Gespräch mit einer Frau erlebt hatte. Früher war er immer schüchtern, bekam kaum den Mund auf, wenn es ihm ernst wurde. Doch mit Anna war alles anders.
Es fühlte sich an, als hätte das Schicksal sie ihm endlich zugespielt, nachdem es zu oft dabei zugesehen hatte, wie er anderen Chancen verpasste.
Während Annas Vater, Herr Klaus Wagner, sich an Martins alter Karre zu schaffen machte, saß Martin im Gartenpavillon beim Tee mit Anna und ihrer Mutter, Frau Ingrid Wagner.
Zu seinen Füßen räkelten sich rechts und links insgesamt fünf Katzen.
Martin war sich ziemlich sicher, dass das noch nicht alle waren. Kein Wunder, dass das Dorf Katzenbach heißt, dachte er schmunzelnd.
“Sie sind also einfach nur auf Durchreise?” fragte Ingrid Wagner und schenkte ihm Tee nach.
“Stimmt. Ich bin geschäftlich unterwegs. Die Karre hat den Geist aufgegeben.”
“Und Sie kommen aus der Stadt?”
“Ja, geboren und geblieben, wie man so schön sagt.”
“Genau das habe ich Anna auch immer gesagt. Aber sie meinte: ‘Was soll ich hier, ich muss in die Stadt lernen gehen.’ Wenigstens kommt sie uns noch besuchen, vergisst die Eltern nicht.”
“Die Möglichkeiten in der Stadt sind schon größer,” meinte Martin nachdenklich.
“Das stimmt wohl. Aber die Menschen hier im Dorf sind wir wie eine große Familie. In der Stadt verschließen die Leute die Augen vor Problemen anderer. Und dann werden noch Katzen ohne Skrupel auf die Straße gesetzt!”
Die Gastgeberin nahm eine getigerte Katze auf den Schoß und streichelte sie liebevoll.
“Neun Katzen leben gerade bei uns. Nur Milla und Alisa sind von hier. Die anderen haben wir in der Stadt aufgelesen.”
“Leider gibt es zu viele heimatlose Tiere in der Stadt,” stimmte Martin zu.
Sie tranken Tee und redeten über Gott und die Welt. Kurze Zeit später kam Klaus Wagner hinein, strahlte und verkündete die Wiederbelebung des alten Golfs.
“Vielen, vielen Dank! Was schulde ich Ihnen?” fragte Martin und griff nach dem Portemonnaie.
Herr Wagner und die Ehefrau sahen sich irritiert an. Dann antwortete Klaus knapp:
“Wir sind nicht gewohnt, für unsere Nachbarschaftshilfe Geld anzunehmen. So macht man das nicht bei uns. Das stecken Sie mal schnell wieder weg.”
“Okay Entschuldigung. Dann werde ich jetzt wohl besser fahren. Es ist ja schon spät.”
“Gerade deshalb”, lächelte Frau Wagner. “Bleiben Sie doch über Nacht und fahren Sie morgen weiter.”
Martin wollte erst ablehnen, aber gegen drei Erwachsene und unzählige Katzen hatte er keine Chance. So blieb er die Nacht in Katzenbach.
Am Morgen nach einem üppigen Frühstück fuhr Martin endlich zu seinem eigentlichen Ziel.
Als er eine Woche später zurückkam, konnte er nicht anders, als erneut in Katzenbach Halt zu machen einfach, um sich erkenntlich zu zeigen.
Herrn Wagner überreichte er einen erstklassigen Werkzeugsatz, Frau Wagner ein hübsches Teeservice und Anna?
Anna bekam einen herrlichen Blumenstrauß. Und obendrein fuhr er sie zurück in die Stadt und trug ihre Taschen bis zur Tür des Studentenwohnheims.
Das war keineswegs das Ende ihrer Begegnung.
Martin und Anna blieben in Kontakt, und bald darauf machte er ihr einen Heiratsantrag den sie voller Freude annahm.
Nun war es an der Zeit, auch die zukünftigen Schwiegereltern einzuweihen.
“Und sag mal, Martin”, meinte Ingrid Wagner eines Tages nachdenklich. “Magst du eigentlich Katzen?”
“Klar!” log Martin ohne zu zögern.
Dann ergänzte er ehrlich:
Aber deine Tochter liebe ich noch mehr.
“Das freut mich”, lobte Ingrid. “Magst du nicht vielleicht eine von unseren Schmusekatzen mitnehmen damit die Wohnung nicht so leer bleibt?”
“Ähm Entschuldigung, aber solange wir Miete zahlen, geht das leider nicht. Die Vermieterin lässt keine Tiere zu.”
“Schade In einem Zuhause sollte immer eine Katze wohnen. Wenigstens eine.”
Martin eigentlich hatte nichts gegen Katzen er war eben daran gewöhnt, sie nur aus der Ferne zu mögen. Vielleicht war er auch einfach nicht bereit für ein eigenes Haustier.
Deshalb klopfte er das Thema frühzeitig mit Anna ab:
“Du willst doch hoffentlich nicht genau so viele Katzen haben wie deine Mutter?”
“Keine Sorge,” lachte Anna, “eine Mietwohnung ist ja schließlich kein Bauernhof.”
“Genau! Und es ist ja nur vorübergehend.”
Die unterschiedlichen Ansichten und Gewohnheiten bezüglich der Katzen schadeten ihrer Ehe keineswegs.
Martin und Anna stritten sich nie. Nicht ein einziges Mal! Was viel bedeuten mag.
Anna war zudem eine ausgezeichnete, kluge Ehefrau und eine perfekte Gastgeberin. Sie meisterte ihr Studium im Endspurt, kümmerte sich gleichzeitig um Haushalt und Organisation.
Die ersten Monate liefen ruhig. Doch dann stellte sich heraus, dass Anna eine ganz besondere Begabung hatte: Tiere in Not zu entdecken.
Egal, ob sie von der Uni kam oder einen Spaziergang machte ständig liefen ihr Katzen zu, die dringend Hilfe brauchten.
Alle von Anna gefundenen Tiere kamen sofort mit nach Hause, wurden gefüttert, gewärmt, liebevoll versorgt und falls nötig zum Tierarzt gebracht.
Das erste Kätzchen hatte sie förmlich aus den Fängen einiger Jugendlicher gerettet, die sich an ihm in einem Innenhof vergangen hatten.
“Wieso hast du die Katze mitgebracht?” fragte Martin, als sie mit dem kleinen Findling zuhause ankam. “Du weißt doch, die Vermieterin ”
“Ich weiß. Aber du wusstest, wen du heiratest. In Katzenbach ist es üblich, sich um Katzen zu kümmern.”
“Aber ”
“Martin, ich halte unser Versprechen ein: Keine Katze bleibt! Wir pflegen sie gesund und suchen ihr ein neues Zuhause. Dieser hier kann doch nicht auf der Straße zurückbleiben!”
Anna zog den kleinen Kater liebevoll auf, und Martin brachte ihn schließlich zu seiner Cousine, die ihn gern bei sich aufnahm.
Das nächste Tier fand Anna ausgerechnet unter dem Auto eines Nachbarn. Der Kater war krank und geschwächt kaum noch auf den Beinen. Aber auch ihn päppelte Anna wieder auf (Liebe und Aufbauspritzen wirken Wunder), und Martin fand durch einen Bekannten in einem Schrebergarten ein endgültiges Zuhause für ihn.
“Ich brauche sowieso eine Katze zum Mäusefangen”, lachte Peter.
“Perfekt!” atmete Martin erleichtert auf.
Aber das war weder der erste noch der letzte Fall. Bald folgten weitere Tiere, und das Ehepaar funktionierte als eingespieltes Team: Anna fand Bedürftige, Martin vermittelte sie weiter.
Mittlerweile hatten fast alle Freunde, Bekannte und Verwandte ein Tier von ihnen aufgenommen sogar Martins Chef, Herr Ignaz Förster. Der wurde Eigentümer von zwei quirligen Katzenkindern, die prompt Chaos in seinem Büro stifteten.
Martin dachte schon, dass das nun Ärger bedeuten würde, aber ganz im Gegenteil: Sein Chef war begeistert. Sogar eine Beförderung samt Gehaltserhöhung folgte bald ideal, denn nun konnten sie endlich über den Kauf einer Eigentumswohnung nachdenken.
Auch Anna arbeitete inzwischen nach erfolgreich abgeschlossenem Studium für ein großes Unternehmen. Das Leben kam langsam in ruhige, glückliche Bahnen.
*****
“Warte im Auto. Und bitte, geh nicht raus”, sagte Martin und lief eilig, die Umgebung musternd, in den Autoteileladen gegenüber.
Anna nickte gehorsam, schaltete das Radio an, aber aktuelle Popmusik langweilte sie schnell. Sie griff zum Handy, checkte soziale Netzwerke auch nichts Interessantes.
Also stieg sie trotz des Verbots aus, machte eine kleine Runde um das Auto, streckte die Beine die dreistündige Fahrt steckte ihr noch in den Knochen.
Sie waren unterwegs gewesen zur Großtante von Martin, die mit Freude bereit war, eine dreibeinige Katze aufzunehmen, die Anna spätabends auf der Straße aufgelesen hatte.
Der Tierarzt konnte das Bein nicht mehr retten, doch das Kätzchen überlebte und hatte nun endlich ein Zuhause.
“Schade nur, dass Martin sich immer noch nicht dazu durchringen kann, selbst eine Katze bei uns aufzunehmen”, dachte Anna.
Aber morgen war ja der große Tag sie zogen aus der Mietwohnung in ihr neues Eigenheim um, das sie über eine Baufinanzierung finanzierten.
Renoviert war bereits alles, Möbel gekauft, nur das Umziehen fehlte noch vielleicht konnte sie Martin doch noch überreden.
Ganz vertieft in Gedanken beobachtete Anna die Spatzen auf der Stromleitung und fragte sich, worüber die wohl zwitscherten.
Dann fiel ihr Blick auf eine Bank, zehn Meter entfernt und sie erstarrte: Dort saß ein kleiner Kater, schaute direkt zu ihr herüber, als würde es ihm völlig frei stehen, jeden Augenblick mitzunehmen.
“Ach, ich würde dich ja sofort nehmen Aber Martin versteht das nicht”, seufzte Anna und schaute verlegen weg.
Trotzdem beobachtete sie ihn heimlich weiter: So klein, sonnengelb, richtig niedlich.
“Soll ich Martin darauf ansprechen?” Der Gedanke war da, wurde aber gleich verdrängt.
In letzter Zeit wirkte Martin ohnehin angespannt. Wahrscheinlich wusste er auch selbst, dass sie mittlerweile mehr Tiere als Freunde und Verwandte vermittelt hatten. Eines war klar: Anna würde nie aufhören, Tieren zu helfen.
Der Kater saß immer noch da, wandte sich schließlich zielstrebig Annas Auto zu. Sie erschrak, schlüpfte schnell ins Auto, lehnte die Tür nur an, nicht ganz zu sie wollte einfach nicht herzlos erscheinen.
Der Kater tapste neugierig heran, miaute leise, als wolle er fragen:
“Warum versteckst du dich? Siehst du nicht, dass ich zu dir will?”
Anna beobachtete, wie das mutige, freche Kätzchen sein Pfötchen durch den Türspalt drückte.
“Was soll ich jetzt tun? Was sage ich Martin?” Sie wusste er hatte extra Urlaub genommen, um die andere Katze zu vermitteln, und sie hatte ihm hoch und heilig versprochen: “Das ist das letzte Mal!”
Aber es fiel ihr schwer, so zu tun, als hätte sie das Kätzchen gar nicht gesehen.
Anna öffnete vorsichtig die Tür, blickte dem Katzenkind in die Augen und konnte nicht widerstehen, es zu streicheln.
“Es tut mir leid, Kleiner. Aber mein Mann Er würde es nicht verstehen. Ich habe ihm mein Wort gegeben. Heute Morgen noch”
Der Kater, als ob er jedes Wort verstünde, sprang ins Auto, schmiegte sich auf Annas Schoß und schnurrte, als wolle er jede Lücke in Annas Herz für sich beanspruchen.
Wie sollte sie da widerstehen?
Er stellte sich auf die Hinterbeine, umarmte Anna am Hals so zärtlich und fest, als wollte er sagen: “Verlass mich bitte nicht.”
“Ich geb’ dich nicht wieder her. Niemandem!”, flüsterte Anna gerührt. Sie wusste, das Kätzchen hatte sie gewählt und wer war sie, das zu ignorieren?
Doch was würde Martin sagen? Ob er Verständnis hätte? Anna blickte nervös Richtung Autoladen genau in dem Moment kam Martin heraus.
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“Na, fahren wir nach Hause?” schmunzelte Martin, als er zurück ins Auto kam.
Anna schwieg. Unsicher, kaute sie auf ihrer Lippe und blickte ängstlich zu Martin.
“Martin ich weiß wirklich nicht, wie ichs sagen soll. Versprich bitte, bleib ruhig”, sagte sie und deutete diskret auf den Rücksitz. “Wir müssten noch einen kleinen Umweg machen. Oder sogar zwei ”
Martin ahnte sofort Ärger, drehte sich um
“Schon wieder?”
“Es tut mir leid, wirklich”, verteidigte sich Anna. “Der ist einfach von selbst ins Auto gekommen! Ich habe gar nichts gemacht!”
“Du hast mir doch versprochen …”
Das Katerchen, so klein es auch war, verstand offenbar, dass seine Chance gekommen war. Es sprang Martin auf den Schoß, schmiegte sich fest an ihn und würgte ein leises, trauriges Miau heraus.
Fast wie das letzte Lied der Musiker auf der Titanic, dachte Martin in diesem Moment. Und das Eis schmolz nicht das im Atlantik, sondern in seinem Herzen.
Unsicher strich er dem Kater über das Fell, der sofort zu brummen begann.
“Anna, ich weiß echt nicht mehr, wem ich noch so ein Kätzchen vermitteln soll Dank dir haben mittlerweile alle meine Freunde und Verwandten Katzen!”
“Muss ja auch keiner mehr bekommen”, sagte Anna leise und hoffnungsvoll. “Lass uns doch einfach eines selbst behalten. Jetzt haben wir unser eigenes Zuhause, und es gibt sogar einen alten Brauch ”
“Und der wäre?”, fragte Martin.
“Man sagt, ein neuer Haussegen hält besser, wenn der erste, der einzieht, ein Kätzchen ist. Dann wird das Glück nie knapp im Haus.”
“Na gut “, gab Martin endlich nach. “Aber lass uns klarstellen: Das ist das erste und ”
” das letzte Mal!”, vollendete Anna lächelnd.
“Genau das.”
“Ich weiß. Danke, du bist der beste Mann der Welt!”
Am nächsten Tag standen sie mit gepackten Koffern am Eingang ihrer eigenen Wohnung. Martin setzte den kleinen, rotgetigerten Kater auf die Fußmatte, der schwanzhoch und selbstbewusst das neue Heim erkundete.
Hinter ihm betraten Anna und Martin ihr Reich, lachten herzlich, als sie das Kätzchen ausgestreckt auf ihrem Bett liegen sahen.
“Jetzt ist klar, wer hier Chef im Haus ist”, schmunzelte Martin.
“Er will doch nur immer bei uns sein”, antwortete Anna. “Hauskatzen brauchen eben Menschen.”
“Stimmt. Und weißt du was? Vielleicht ist das genau das, was wir alle brauchen”, sagte Martin und zog sie an sich.
Anna kümmerte sich weiterhin um heimatlose Tiere, brachte sie in gute Hände; Martin half ihr dabei, so gut er konnte. Und ja, regelmäßig bat er sie:
Aber diesmal ist es das letzte Mal!
Und Anna versprach es jedes Mal aufs Neue.
Doch wir wissen alle: Der wirkliche letzte Fall ist erst dann, wenn jede Katze und jeder Hund ein liebevolles Zuhause gefunden hat und kein Tier mehr draußen auf der Straße leben muss.
Denn ein Herz, das einmal lernt, anderen zu helfen, sollte niemals aufhören, offen zu bleiben. Darin liegt das wahre Glück.





