Der letzte Anruf

Der letzte Einsatz

Schon seit dem frühen Morgen hat Charlotte ein seltsames Gefühl als würde heute noch etwas passieren.

Etwas Schlimmes…

Sofort hat sie ihre Mutter, Birgit Reuter, angerufen. Birgit konnte sie aber direkt beruhigen:

Mein Blutdruck ist wie bei einer Astronautin, Kopfschmerzen habe ich auch keine. Warum fragst du?

Ach, nur so, zur Sicherheit antwortet Charlotte. Na gut, ich muss mich für die Arbeit fertigmachen. Falls etwas ist, rufst du mich an, ja?

Natürlich, mein Schatz.

Das Telefonat hätte Charlotte eigentlich beruhigen müssen, aber ihre Unruhe bleibt das ungute Gefühl geht einfach nicht weg.

Sie kann auch nicht richtig sagen, womit es zusammenhängt. Es gibt keinen offensichtlichen Grund zur Sorge. Aber bei ihrem Job kann immer alles Mögliche passieren. Und dann ist ja auch noch Montag der bekanntlich härteste Tag der Woche.

Sie trinkt ihren Kaffee aus, schaut auf die Uhr halb sieben, zieht sich rasch an, schnappt sich ein belegtes Brötchen für unterwegs und macht sich auf den Weg zum Dienst.

*****

Auf dem Hof der Rettungswache trifft Charlotte auf ihren Fahrer für die heutige Schicht: Thomas Klein. Als er sie bemerkt, winkt er ihr freundlich zu. Sie nickt nur erschöpft zurück.

Charlottchen, warum bist du denn so grimmig drauf? lächelt Thomas, zündet sich eine Zigarette an. Gabs Ärger?

Nein, Thomas, noch nicht. Aber ich habe so ein Gefühl, irgendetwas passiert heute noch, antwortet sie nachdenklich.

Ach Quatsch Wieso kommst du denn auf so was? Hast wohl schlecht geschlafen, was?

Charlotte sagt nichts dazu.

Stattdessen wirft sie einen Blick zum Himmel. Grau in Grau, alles ist mit dichten Wolken bedeckt, und es sieht so aus, als würde es gleich wie aus Eimern schütten.

Und schon als Kind konnte sie Regen nicht leiden

Vielleicht liegts ja daran? Vielleicht habe ich gar kein schlechtes Gefühl, sondern nur miese Laune wegen des Wetters?, denkt Charlotte und muss sogar ein wenig schmunzeln weil sie glaubt, endlich den Grund ihrer Sorge gefunden zu haben.

Doch schon in der nächsten Sekunde meldet sich das ungute Gefühl zurück.

Einen erfolgreichen Dienst, Kollegen! ruft ein junges Mädchen, das an ihnen vorbeiläuft.

Thomas verschluckt sich beinahe an seinem Zigarettenrauch, zeigt ihr (mit einem Augenzwinkern) die Faust das Mädchen schaut erschrocken, schlägt sich an die Stirn.

Oh Gott, Entschuldigung War gar nicht meine Absicht, sagt sie schuldbewusst.

Sie ist erst letzte Woche als Notfallsanitäterin auf die Wache gekommen und hat die wichtigste Regel noch nicht verinnerlicht: Man wünscht keinem Rettungsteam einen guten Dienst. Das bringt Unglück.

Jetzt passiert heute bestimmt was, flüstert Charlotte und spürt einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Pah, Unsinn… mault Thomas, wirft den Zigarettenstummel in den Blechmülleimer.

*****

Jedes Mal, wenn die Leitstelle einen neuen Einsatz auf das Tablet schickt, kaut Charlotte nervös auf ihrer Lippe. Über Funk wird jeder Grund für den Rettungseinsatz durchgegeben:

Männlich, 35 Jahre, starke Kopfschmerzen, lallt. Verdacht auf Schlaganfall.

Das fehlt gerade noch, denkt Charlotte. Sie weiß: Als Notärztin muss man auf alles vorbereitet sein. Aber…

Jeder Einsatz geht ihr an die Nieren, besonders die mit tödlichem Ausgang. Und bei Schlaganfall kann das schnell passieren.

Gott sei Dank bestätigt sich bei dem Patienten kein Schlaganfall.

Der Mann lallt bloß, weil er bis in den frühen Morgenstunden Geburtstag eines Freundes gefeiert hat und jetzt einen gewaltigen Kater hat. Charlotte gibt ihm eine Tablette und rät ihm, sich auszuschlafen.

Und ein Bierchen, hilft das vielleicht? hofft der Mann, während er sich an den schmerzenden Kopf fasst.

Auf keinen Fall! Das wird nur schlimmer. Wenn Sie ein langes und glückliches Leben wollen, lassen Sie lieber ganz die Finger vom Alkohol.

Als Charlotte die Wohnung verlässt, atmet sie erleichtert auf. Es ist nichts Schlimmes passiert.

Vielleicht hat Thomas ja recht und mein schlechtes Gefühl ist nur Stress und Überarbeitung?, denkt sie und beginnt gerade, sich zu beruhigen. Da meldet sich die Leitstelle. Nächster Einsatz auf dem Friedhof

Wohin?! fragt Thomas überrascht.

Auf den Friedhof, sagt Charlotte leise, hält das Tablet fest umklammert.

Heute wird dort ein berühmter Kabarettist aus Köln beerdigt seltsam, dass Charlotte ihn gar nicht kannte.

Es ist voll.

Junge Leute und Alte, Männer wie Frauen, manche mit Nelken, manche weinen, andere erinnern sich mit netten Worten an den Verstorbenen.
Charlotte wartet jeden Moment, dass etwas passiert. Thomas raucht eine Zigarette nach der anderen.

Aber es passiert nichts, und der Krankenwagen wird zum Glück nicht gebraucht.

Danach gibt es weitere Einsätze aber nur ganz alltägliche, wie sie sie jeden Tag hat.

So vergeht wie im Flug beinahe ein Zwölf-Stunden-Tag, die Schicht ist fast vorbei.

Noch zehn Minuten, dann fährt Charlotte endlich zurück zur lieben Wache.

Sie träumt schon davon, gleich zu Hause zu duschen und sofort ins Bett zu fallen. Morgen ist auch noch ein Tag, und sie hofft sehr, dass die Stimmung besser ist als heute.

Sicherheitshalber ruft sie zum zehnten Mal ihre Mutter an, um nach ihr zu fragen.

Alles gut bei mir, antwortet Birgit ruhig. Esse noch schnell Abendbrot und dann schaue ich Fernsehen.

Und? Wie gehts deiner Mutter? fragt Thomas, als Charlotte das Handy einsteckt.

Alles bestens.

Siehst du! Thomas grinst breit. Ich habe doch gesagt, es passiert nichts Schlimmes! Und du immer: schlechtes Gefühl, schlechtes Gefühl…

Aber es ist immer noch da Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was mich so beunruhigt.

Weißt du was, du solltest dir mal ein Haustier zulegen. Die helfen gegen Stress.

Im Ernst?

Na klar! Ich hab daheim einen Kater, Moritz. Jedes Mal, wenn ich heimkomme, springt er mir auf den Schoß und schnurrt, und alles Schlechte fällt sofort von mir ab. Und schlafen kann ich dann wie ein Stein.

Thomas, mit meinem Schichtdienst? Wer soll sich denn dann kümmern? Du hast wenigstens eine Familie. Ich wohne alleine.

Charlotte will noch etwas sagen, als plötzlich das Tablet vibriert: die Leitstelle ist wieder dran.

Charlotte, tut mir leid deine Schicht ist noch nicht vorbei. Letzter Einsatz. Mozartstraße 23. Wohnung… Moment…

Nicht zufällig Nummer 48?

Doch, Charlotte, stimmt. Woher weißt du das? wundert sich die Leitstellendisponentin.

Da wohnt Herr Karl Meier. Zu ihm komme ich schon wie zu einem alten Freund. Was hat er wieder Herzprobleme?

Charlotte hört, wie die Disponentin seufzt, und ihr wird plötzlich ganz anders

Er ist gestorben, Charlotte Heute Morgen wohl schon. Die Polizei ist bereits da, aber ihr müsst wegen der Formalitäten dazu. Du weißt schon

Ja, weiß ich entgegnet Charlotte merkwürdig leise.

Mit zitternder Hand legt sie das Tablet auf ihren Schoß und schaut Thomas an. Er hat alles mit angehört und schweigt.

Schließlich sagt er:

Schade um Karl Meier. Nach allem, was du von ihm erzählt hast, war er ein guter Mensch. Aber du, Charlotte, bist nicht schuld. Er wollte nie ins Krankenhaus, er ist nie zum Arzt gegangen Du bist nicht schuld an seinem Tod, hörst du?

Hm

Charlotte lehnt sich zurück, schließt die Augen und versinkt für einen Moment ganz in sich selbst.

*****

Kennengelernt hat Charlotte Herrn Meier vor anderthalb Monaten. Er selbst hatte den Rettungswagen gerufen, weil er starke Brustschmerzen hatte.

Der Patient sagt, die Tür sei offen, Sie können gleich reinkommen, hatte die Leitstelle damals gesagt.

In Ordnung.

Als Charlotte die Wohnung betritt, empfängt sie in der Diele ein winziger Welpe so klein wie ihre Handfläche.

Zuerst knurrt der Kleine sie an, dann bellt er laut, bis sein Herrchen ihn ruft. Sofort flitzt der Welpe schwanzwedelnd ins Wohnzimmer.

Ich hab ihn auf der Straße gefunden, jetzt passt er auf mich auf, lächelt Herr Meier und versucht, vom Bett aufzustehen.

Bleiben Sie ruhig liegen, stoppt ihn Charlotte. Der Welpe ist wirklich süß. Ich hätte gern selbst einen, wenn ich könnte.

Warum denn nicht?

Es gibt Gründe. Aber jetzt zu Ihnen. Wo tuts weh, wie lange schon? Werden Sie ärztlich betreut?

Im Gespräch erzählt Karl Meier, dass die Herzprobleme vor einem Jahr begannen, seit seine Frau gestorben ist. Zur Sprechstunde ging er früher, aber die Medikamente halfen nicht, deshalb

Verstehen Sie, in der Praxis wirds mir schlimmer, wenn ich im Wartezimmer hocke. Die Schmerzen kommen immer wieder.

Können Sie sie genauer beschreiben?

Lohnt sich kaum. Sie kommen und gehen. Manchmal hilft ein Tropfen Baldrian, manchmal eine Nitro-Tablette unter die Zunge.

Beides ist keine Therapie, lächelt Charlotte. Lassen Sie uns ein EKG machen.

Auf dem EKG entdeckt Charlotte tatsächliche Herzprobleme und will Herrn Meier ins Krankenhaus bringen. Doch er lehnt ab.

Wer soll sich denn um Momo kümmern? Geben Sie mir eine Tablette oder machen Sie eine Spritze.

Das hilft nur kurz. Ich empfehle Ihnen, wirklich ins Krankenhaus zu gehen.

Die Kollegen vor Ihnen haben das auch immer gesagt. Und sehen Sie: ich lebe noch. Ins Krankenhaus gehe ich nicht. Ich unterschreibe auch den Haftungsausschluss.

Charlotte kann ihn nicht überreden weder beim ersten Mal noch bei den nächsten Besuchen.

So wurde sie seine Stammärztin. Herr Meier rief mindestens einmal pro Woche den Notruf.

Früher ging es immer so weg. Jetzt bleibt der Schmerz.

Das liegt daran, dass Sie nicht behandelt werden. Ihr Zustand wird schlimmer. Aber vielleicht überdenken Sie es ja doch noch?

Tut mir leid, Charlotte, ich kann einfach nicht, sagt Karl Meier und streichelt seinen Welpen lange am Kopf. Es gibt doch niemanden für Momo. Er ist noch zu klein.

Aber wenn Ihnen etwas zustößt wer kümmert sich dann um Momo?

Es passiert schon nichts. Und wenn doch, finden sich gute Menschen. Ich habe mit meiner Nachbarin abgesprochen, dass sie ihn notfalls nimmt. Habe ihr sogar gezeigt, wo das Geld liegt.

Geld? Wieso?

Damit sie Futter kaufen kann. Ich weiß ja, dass viele Tiere nicht aufnehmen, weil sie das Geld nicht haben.

Er war wirklich ein guter Mensch.

Jetzt fährt Charlotte noch einmal zu Karl Meier aber diesmal kann sie nicht mehr mit ihm reden. Schade

Der letzte Einsatz ist wahrlich der letzte.

Und ehrlich: Sie ist nicht einverstanden mit Thomas Ansicht, dass sie keine Schuld trifft. Sie hätte ihn doch überreden müssen, ins Krankenhaus zu gehen. Sie hätte

Charlotte, wir sind da.

Was? Erst jetzt spürt sie Thomas schwerer Hand auf ihrer Schulter.

Wir sind da.

Mit schweren Schritten steigt Charlotte in den dritten Stock, betritt die Wohnung, wo bereits der Polizist und die Nachbarin Frau Vera Bartels auf sie warten. Sie kennt Vera, weil diese schon öfter Karl beigestanden hat, als es ihm draußen einmal schlecht ging.

Hallo, Charlotte.

Guten Abend, Frau Bartels, sagt Charlotte leise. Sie haben also die Polizei gerufen?

Natürlich. Wer denn sonst? Der Welpe hat heute früh ständig gebellt und ich habe mich gewundert, warum Herr Meier nicht wie immer mit ihm rausgeht. Aber dann dachte ich, er hat vielleicht keine Lust.

Und dann?

Dann bin ich auf das Land gefahren und kam erst abends zurück. Aber der Welpe bellte immer noch. Da habe ich die Polizei gerufen. Der Beamte kam mit dem Hausmeister, sie haben die Tür geöffnet und sie weist schweigend Richtung Schlafzimmer.

Ich verstehe, danke.

Charlotte geht ins Schlafzimmer, betrachtet Herrn Meier lange, kämpft mit den Tränen und schreibt schließlich ihren Bericht.

Plötzlich, als hätte sie an etwas gedacht, schaut sie sich überall um, läuft in die Küche, ins Bad, schaut sogar auf den Balkon.

Suchen Sie etwas? fragt der Polizist.

Es müsste noch ein Hund in der Wohnung sein. Haben Sie den gesehen?

Dunkler, kleiner Kerl? Ja, der war vorhin hier und hat uns in die Zehen gebissen, lacht der Beamte. Aber die Nachbarin hat ihn wohl mitgenommen.

Gott sei Dank!, atmet Charlotte auf.

Sie hatte solche Angst, dass Momo einfach auf die Straße gesetzt wurde. Herr Meier hätte darunter sehr gelitten

Good-bye sagt Charlotte zum Polizisten und will noch kurz zu Frau Bartels, die auf ihre dringenden Angelegenheiten verwiesen hat.

Charlotte? wundert sich die Nachbarin. Ist noch was?

Ich wollte nur danke sagen, dass Sie Momo aufgenommen haben. Wie geht es ihm, ist er sehr verstört?

Wer? Ach der Hund? Ich? Warum sollte ich?

Aber der Polizist sagte

Ja, ich habe ihn rausgelassen. In die Wohnung konnte er nicht mehr, er bellte und störte den Polizisten. Auf der Straße gings ihm besser.

Aber Herr Meier sagte, Sie hätten versprochen, sich um ihn zu kümmern, und Ihnen sogar gezeigt, wo das Geld liegt für Futter.

Vera Bartels guckt erschrocken, dann runzelt sie die Stirn:

Weiß nichts davon, Charlotte. Wir hatten keine Abmachung und ich habe kein Geld von ihm.

Aber

Entschuldige, ich habe jetzt wirklich keine Zeit. Der Hund Ach, er wird schon überleben. Irgendwer nimmt ihn sicher auf.

*****

Charlotte rennt die Treppe hinunter, stürzt aus dem Haus. Inzwischen regnet es, zuerst fein, dann immer heftiger.

Charlottchen, im Regen stehen bringt doch nichts! Steig ein, sonst bist du gleich patschnass, ruft Thomas.

Sie öffnet die Tür, legt die Medikamententasche auf die Rückbank bleibt aber stehen und schließt die Tür wieder.

Charlotte, was ist los? Thomas verlässt die Fahrerkabine, kommt auf sie zu.

Fahr du zur Dienststelle zurück, ich muss noch etwas erledigen.

Was denn?

Den Hund suchen.

Welchen Hund denn jetzt? Sag doch mal endlich, was hier los ist.

Kurz schildert Charlotte die Lage. Thomas hört rauchend zu.

Momo kann nicht weit sein, er muss noch hier irgendwo sein. Fährst du vor, ich suche alleine Ich schaffe das schon.

Thomas drückt seinen Zigarettenstummel aus, schaut Charlotte fest an:

Kommt nicht in Frage. Ich lass dich jetzt nicht allein. Es wird bald dunkel. Wir suchen gemeinsam, okay?

Aber… Du darfst das Auto doch nicht einfach stehen lassen!

Wir erzählens einfach niemandem. Wird schon nichts passieren.

Zehn Minuten laufen Rettungsfahrer und Notärztin durch den Plattenbauhof und suchen Momo, aber er bleibt verschwunden. Bald schließt sich ihnen sogar der Polizist an und bietet seine Hilfe an. Charlotte freut sich auch wenn sie es nicht zeigt.

Ich hab ihn! ruft Thomas plötzlich, und Charlotte läuft sofort zu ihm.

Auch der Polizist kommt.

Also das gibts doch nicht: Kaum finde ich ihn, fletscht er die Zähne und knurrt! Thomas steht an einer Parkbank, gegenüber dem Haus von Herrn Meier, und spricht ernst, aber mit einem Augenzwinkern, mit dem Welpen.

Charlotte atmet auf, als sie ankommt unter der Bank sitzt Momo.

Er knurrt tatsächlich den Fahrer an, lässt ihn aber nicht ran.

Momo, mein Kleiner! Charlotte ist von Glück überwältigt, Tränen und Regen mischen sich auf ihren Wangen, keiner sieht es. Du kennst mich, oder?

Der Welpe erkennt Charlotte natürlich, die ihm bei jedem Besuch vom Pausenbrot abgegeben hat.

Er kommt unter der Bank hervor, schaut sie traurig an und wimmert leise.

Ich weiß, Kleiner Unser Herr Meier ist gestorben. Er ist nicht mehr bei uns.

Thomas dreht sich kurzerhand um, wischt sich verstohlen die Augen. Auch der Polizist schluckt leer, Männer weinen ja nicht schon gar nicht in Uniform.

Ich kann dir deinen Menschenfreund nicht ersetzen, aber spricht Charlotte berührend zu Momo ich will es wenigstens versuchen, mein Kleiner. Kommst du mit zu mir?

Und Momo geht mit.

Weil er spürt, dass Charlotte ein guter Mensch ist. Und weil auch er Regen hasst

*****

In den ersten Wochen hat Charlotte Angst, sie könnte der Aufgabe nicht gewachsen sein. Doch ihre Mutter hilft: Wenn Charlotte im Dienst ist, kommt Birgit vorbei, füttert und geht mit Momo spazieren.

Und wenn Charlotte frei hat, gehen sie alle zusammen in den Park Charlotte, ihre Mutter, und der nun geliebte Hund.

Nie hat sie es bereut, diesen kleinen, niemandem wichtigen Welpen zu sich genommen zu haben.

Denn dadurch hat ihr Leben einen neuen Sinn bekommen. Sie kann Karl Meier jetzt besser verstehen, auch wenn sie als Ärztin sein Verhalten nie wirklich gutheißen konnte.

Wenig später kommt noch jemand zur kleinen Familie dazu:

Der Polizist aus Herrn Meiers Wohnung, der tatkräftig bei der Hundesuche half. Charlotte mochte ihn auf Anhieb, doch die Umstände waren eben nicht gerade ideal, um sich besser kennenzulernen.

Als Volker eines Tages mit einem Strauß Blumen vorbeikommt, wird er schon von Momo an der Haustür empfangen.

Der Welpe beschnüffelt ihn gründlich, schaut ihn prüfend an und bellt dann freudig als Einladung, das Haus zu betreten: Prüfung bestanden.

Denn bei Charlotte ist er jetzt zu Hause. Und er weiß: Sie ist endlich so glücklich, wie sie es sich schon so lange gewünscht hat.

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Homy
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